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Montag, 18. Dezember 2017 3

Stiftung

„Wissenschaft braucht die besten Köpfe“


Von Louisa Knobloch, MZ

Zu Beginn stand ein kleiner Exkurs in die Geschichte der Ärztinnen: So muste sich Agnodike im alten Griechenland noch als Mann verkleiden, um Kranken zu helfen. Dorothea Erxleben durfte im 18. Jahrhundert als erste deutsche Ärztin promovieren. Setzt man diese Reihe bis in die heutige Zeit fort, kommt man zu Prof. Dr. Martina Müller-Schilling: Sie ist deutschlandweit die erste Frau, die auf einen Lehrstuhl für Gastroenterologie berufen wurde.

Seit Februar leitet Müller-Schilling die Klinik und Poliklinik für Innere Medizin I am Regensburger Universitätsklinikum. Unterstützt wurde ihre Berufung von der Stiftung „Die besten Köpfe für die Universität Regensburg“, die mit 75.000 Euro den Kauf eines sogenannten FACS-Geräts bezuschusste. Dieses Durchflusszytometer dient der Analyse von Blut, Stamm- oder Tumorzellen und ist wichtig für Müller-Schillings Forschung.

Welche Ergebnisse die Ärztin und ihr Team dabei schon erzielt haben und was sie für die Zukunft planen, erläuterte Müller-Schilling am Dienstagabend Gästen aus Wissenschaft, Wirtschaft und Politik. Zu der Veranstaltung im „Historischen Eck“ hatte die Stiftung „Beste Köpfe“ eingeladen.

Ein Forschungsschwerpunkt der Gastroenterologin ist die sogenannte Apoptose, der kontrollierte Zelltod. Das Wächter-Gen p53 meldet beschädigte oder mutierte Zellen, die dann entweder repariert oder zerstört werden – ein völlig normaler Vorgang im Körper. Problematisch wird es aber, wenn zu viele oder zu wenige Zellen sterben. Hier wollen die Ärzte gezielt eingreifen, um über eine Stimulation des Wächter-Gens Krebszellen zu vernichten oder über eine Blockade von p53 Zellen zu schützen. So ließe sich etwa bei einem akuten Leberversagen das Organ retten.

Dr. Nicolas Maier-Scheubeck, Geschäftsführer der Maschinenfabrik Reinhausen und Mitbegründer der Stiftung „Beste Köpfe“, betonte, wie wichtig gute Wissenschaftler nicht nur für die Universität, sondern für den ganzen Raum Regensburg seien. „Nur herausragende Professoren über Attraktivität auf ebenso wissbegierige Studenten aus.“

„Wissenschaft braucht die besten Köpfe“, sagte auch Prof. Dr. Milena Grifoni, Prorektorin für Forschung der Universität Regensburg. Sie dankte der Stiftung für ihre Unterstützung im mittlerweile weltweiten Wettbewerb um die besten Köpfe und stellte gleich ein neues Projekt vor: Eine gemeinsame „School of Engineering“ von Universität und Hochschule Regensburg (HS.R). „In der Region werden mehr Ingenieure gebraucht, als es derzeit Absolventen der HS.R gibt“, so Grifoni. Geplant ist ein gemeinsamer Masterstudiengang, im Anschluss sollen kooperative Promotionen mit einem ingenieurswissenschaftlichen Thema möglich sein. Voraussetzung für die „School of Engineering“ sei die Einrichtung einer ingenieurswissenschaftlichen Einheit an der Universität mit fünf Professuren sowie die Einrichtung vom fünf Forschungsprofessuren an der HS.R. „Dafür brauchen wir Unterstützung aus der Region“, sagte Grifoni. Bis Ende des Wintersemesters soll nun eine Expertenkommission ein Konzept erarbeiten.

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