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MINT-Förderung

Beschwingte Experimente im Schülerlabor

Achtklässlerinnen der Realschule Nabburg beschäftigten sich im Rahmen der „Girls’ Day Akademie“ mit dem Thema Schwingungen.
Von Louisa Knobloch, MZ

  • Sophie (l.) und Lisa experimentieren im Schülerlabor der Universität Regensburg mit Chladnischen Klangfiguren. Foto: Knobloch
  • Wird die Stahlplatte in Schwingung versetzt, entstehen je nach Frequenz im Sand verschiedene geometrische Muster. Foto: Knobloch
  • Bei der stehenden Welle lässt sich die Zahl der Knotenpunkte und der Wellenbäuche variieren. Foto: Knobloch
  • Auch löten dürfen die Schülerinnen: Sie bauen eine Blinklicht-Schaltung in Form eines „Atoms“ zusammen. Foto: Knobloch

Regensburg.Ein hoher Pfeifton erfüllt den Raum. Sophie dreht an einem Regler und der Ton wird noch schriller. Die Sandkörner auf der dünnen schwarzen Stahlplatte vor ihr beginnen zu tanzen und sich zu geometrischen Mustern zu formen. Neben ihr notiert Lisa die aktuell eingestellte Frequenz und zeichnet das entstandene Muster – eine sogenannte Chladnische Klangfigur – ab. Die Achtklässlerinnen von der Naabtal-Realschule Nabburg experimentieren im Schülerlabor der Universität Regensburg einen Tag lang zum Thema mechanische und elektrische Schwingungen.

Ziel: Interesse für Technik wecken

16 Schülerinnen aus der achten Jahrgangsstufe der Realschule nehmen in diesem Schuljahr an der „Girls‘ Day Akademie“ teil. „Ziel ist es, die Mädchen mehr für naturwissenschaftliche und technische Berufe zu interessieren“, sagt die Mathe- und Chemielehrerin Helen Wittmann. Im Gegensatz zum bekannteren „Girls’ Day“ haben die Schülerinnen dabei aber nicht nur einen Tag, sondern ein ganzes Schuljahr lang Zeit, in diesen Bereich hineinzuschnuppern. Einmal pro Woche, am Donnerstagnachmittag, finden die Veranstaltungen statt. Im Rahmen der „Girls’ Day Akademie“ haben die Mädchen auch schon Betriebe wie den Landmaschinenhersteller Horsch besucht. „Das fand ich interessant, zu solchen Firmen kommt man ja sonst nicht“, sagt Isabella. Hannah gefällt es, im Rahmen des Projekts technische Berufe kennenzulernen. Gemeinsam mit Anna und Anica untersucht sie gerade eine sogenannte stehende Welle. Dabei wird ein an beiden Enden befestigtes Gummiseil in Schwingung versetzt, so dass sich die gegenläufig fortschreitenden Wellen überlagern. Ändern die Schülerinnen die Frequenz und die Seilspannung, variiert auch die Zahl der Knotenpunkte und der Wellenbäuche, also der Stellen mit der größten Schwingungsweite.

Viel Zeit für Experimente

„In der Schule machen wir in Chemie und Physik auch viele Schülerübungen“, sagt Wittmann. Dort sei man aber meist auf eine Doppelstunde begrenzt. „Hier können sich die Schülerinnen intensiver mit einem Thema beschäftigen.“ Im Rahmen des Projekts „MINT-Girls Regensburg“ unterstützen Universität und Hochschule Regensburg die „Girls’ Day Akademie“ als Kooperationspartner. „Das ist eine wirklich nachhaltige und sinnvolle Möglichkeit für Mädchen und junge Frauen, sich im naturwissenschaftlich-technischen Bereich zu erproben“, sagt Dr. Stephan Giglberger, der Leiter des Regensburger Schülerlabors.

Die „Girls’ Day Akademie“

  • Angebot

    Die „Girls‘ Day Akademie“ wird im Schuljahr 2014/15 an der Naabtal-Realschule Nabburg und sechs weiteren bayerischen Realschulen angeboten.

  • Förderung

    Träger des Projekts sind die bayerischen Metall- und Elektro-Arbeitgeberverbände bayme vbm gemeinsam mit der Agentur für Arbeit Schwandorf und der Regionaldirektion Bayern.

  • Zielgruppe

    Das Pilotprojekt richtet sich an Mädchen der 7. bis 10. Jahrgangsstufen und findet zusätzlich zum regulären Unterricht statt.

  • Projektziel

    Ziel des Projektes ist es, Schülerinnen für Technik zu begeistern und ihr Berufswahlspektrum im Hinblick auf naturwissenschaftlich-technische Berufe zu erweitern.

  • Berufsorientierung

    Die Mädchen erhalten eine praxisorientierte und vertiefte Berufsorientierung und setzen sich intensiv mit naturwissenschaftlich-technischen Ausbildungsberufen und Studiengängen auseinander.

  • Kooperationspartner

    Dazu kooperiert die Schule mit Unternehmen, weiterführenden Schulen, Hochschulen und weiteren externen Partnern vor Ort.

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