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Donnerstag, 21. September 2017 19° 3

Förderung

MINT-Girls starten ihre „Mars-Mission“

16 Schülerinnen bauen und programmieren in dem Projekt von Uni und OTH Regensburg bis Oktober einen Roboter. Dieser wird dann am DLR getestet.
Von Louisa Knobloch, MZ

  • Die Teilnehmerinnen mit Prof. Dr. Christine Süß-Gebhard, Armin Gardeia, Prof. em. Wolfgang Gebhard und Dr. Stephan Giglberger (hinten, v.l.) Foto: Knobloch
  • Techniker Christof Ermer gab einen Einblick in die Roboter-Technik. Foto: Knobloch
  • Insgesamt 16 Schülerinnen aus der Oberpfalz und Niederbayern nehmen an dem Projekt teil. Foto: Knobloch

Regensburg.Bis 2025 sollen Menschen auf dem Mars landen und dauerhaft dort leben – das ist zumindest das Ziel der niederländischen Stiftung „Mars One“. Mit einem kurzen Film über dieses Projekt begann am Freitag die Auftaktveranstaltung für das Projekt „MINT-Girls Regensburg“, das Universität und Ostbayerische Technische Hochschule (OTH) erstmals gemeinsam anbieten. „Wir werden nicht zum Mars fliegen“, beruhigte Armin Gardeia von der OTH die Schülerinnen und ihre Eltern sogleich. Das wäre auch viel zu gefährlich – beim Projekt „Mars One“ ist eine Rückkehr zu Erde nämlich ausgeschlossen.

Eine „Mars-Mission“ erwartet die 16 Teilnehmerinnen von „MINT-Girls Regensburg“ aber trotzdem: In den kommenden Wochen und Monaten werden sie selbst einen Roboter bauen, programmieren und diesen dann in den Herbstferien im Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) in Oberpfaffenhofen in einer originalgetreuen Marslandschaft testen.

Von Mathematik bis Teambuilding

Dr. Stephan Giglberger von der Universität stellte das geplante Programm vor. So bekommen die Teilnehmerinnen unter dem Motto „Gibt es Leben auf dem Mars?“ Einblicke in die Bioinformatik und beschäftigen sich unter dem Aspekt „Triangulierung und Kartographie“ mit Mathematik. Schließlich muss der Roboter ja wissen, wo er hinfahren soll und „auf dem Mars gibt es kein GPS“, wie Giglberger bemerkte.

Auch Soft Skills werden den Schülerinnen vermittelt. Im Mai gibt es einen Teambuilding-Workshop. „Man forscht ja nicht alleine, sondern im Team“, so Gardeia. In Präsentationstechniken werden die Schülerinnen geschult, um bei der Abschlussveranstaltung des Projekts ihre Ergebnisse professionell vorstellen zu können.

Ziel des Projekts ist es, Schülerinnen für die sogenannten MINT-Fächer Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik zu interessieren. In Deutschland würden immer noch sehr wenige Frauen Mathematik oder Physik studieren, sagte der Dekan der Fakultät für Physik, Prof. Dr. Andreas Schäfer. Der Frauenbeauftragten und zugleich MINT-Beauftragten der OTH Regensburg, Prof. Dr. Christine Süß-Gebhard, gefällt an dem Projekt vor allem, dass die Schülerinnen den MINT-Bereich über einen längeren Zeitraum kennenlernen können. Zudem werden zwei Doktoranden vom Lehrstuhl für Pädagogik das Projekt wissenschaftlich begleiten.

Julia, die die Q11 am Werner-von-Siemens-Gymnasium besucht, wurde von einer Lehrerin auf das Projekt aufmerksam gemacht. Am meisten freut sie sich darauf „im Team an Naturwissenschaften zu forschen“. Sophia, die die 10. Klasse am St.-Marien-Gymnasium besucht, findet, dass Naturwissenschaften in der Schule etwas zu kurz kommen. Sie freut sich vor allem darauf, sich mit Gleichgesinnten auszutauschen. Veronika, die am Albrecht-Altdorfer-Gymnasium die Q11 besucht, interessiert sich für Astronomie und möchte später Physik studieren. Sie freut sich vor allem darauf, selbst einen Roboter zu bauen. Auch Monika, Zehnklässlerin am Gymnasium Neutraubling, haben es die Roboter angetan. „Ich mag Physik und baue gerne“, sagt sie. Sie könnte sich vorstellen, nach dem Abitur ein MINT-Fach zu studieren.

Liveschaltung zur ISS geplant

Mit spektakulären Bilder von Nordlicht auf dem Saturn oder Sonneneruptionen lieferte Prof. em. Wolfgang Gebhard in seinem Vortrag „Elektromagnetische Strahlung als Überbringer von Information aus Raum und Zeit“ die perfekte Einstimmung für die „Mars-Mission“. Und Giglberger und Gardeia hatten noch eine Überraschung für die Schülerinnen: Wenn alles klappt, könnten sie bei ihrem Besuch am DLR per Liveschaltung mit dem deutschen Astronauten Alexander Gerst auf der ISS sprechen.

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