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Sie macht Studierende fit für die Praxis

Prof. Dr. Ursula Versch lehrt Recherchetechnik an der OTH Amberg-Weiden. Als Praktikumsbeauftragte hilft sie bei allen Fragen rund ums Praxissemester.
Von Louisa Knobloch, MZ

In der Vorlesung Recherchetechnik bei Prof. Dr. Ursula Versch lernen die Studierenden den Umgang mit Patentdatenbanken kennen. Foto: Knobloch

Amberg.Der Studiengang Patentingenieurwesen an der Ostbayerischen Technischen Hochschule (OTH) Amberg-Weiden ist deutschlandweit einmalig: Die Studierenden erwerben Kenntnisse in den Bereichen Technik, Recht und Betriebswirtschaft. Nach dem Abschluss sind sie als Patentingenieure in Unternehmen unter anderem dafür zuständig, neue technische Entwicklungen auf ihre Schutzwürdigkeit zu prüfen und Patentanmeldungen zu formulieren. Dafür ist es wichtig, zunächst Recherchen zum Stand der Technik durchzuführen – also abzuklären, ob es sich tatsächlich um eine neue Entwicklung handelt.

„Chemiker müssen promovieren“

Wie man eine Patentrecherche durchführt und welche speziellen Datenbanken es dafür gibt, lernen die Studierenden bei Prof. Dr. Ursula Versch. 2001 kam sie zunächst als Lehrbeauftragte an die Hochschule Amberg-Weiden, seit 2002 ist sie Professorin. Damit ist die gebürtige Regensburgerin nach einigen Jahren in Hessen wieder in ihre Oberpfälzer Heimat zurückgekehrt.

Versch studierte Chemie – erst an der TU München, dann an der Uni Regensburg. Über Germanistik oder Theaterwissenschaft habe sie auch nachgedacht, sich aber für die Naturwissenschaft entschieden – und zugleich für eine Promotion. „Als Chemiker hat man nur einen Abschluss, wenn man promoviert ist, das war mir klar“, so Versch. Ihre Doktorarbeit im Bereich anorganische Chemie machte sie an der Universität Erlangen-Nürnberg. Bereits damals stellte Versch fest, dass es ihr Spaß machte, Seminare zu halten und Studierende zu betreuen.

Dazu hatte Versch auch beruflich Gelegenheit. Ihr erster Arbeitgeber war das Ostbayerische Technologie-Transfer-Institut (OTTI) in Regensburg. „Die haben damals angefangen, Patentinformationen für kleine und mittelständische Unternehmen online anzubieten“, erzählt Versch. Sie war für den Bereich Recherche zuständig und leitete schließlich den OTTI-Informationsdienst. Nach etwa drei Jahren wechselte Versch zu einem amerikanischen Unternehmen nach Frankfurt am Main und damit von den Informationsnutzern zu den Informationsanbietern. Die Firma hatte jemanden mit Kenntnissen in den Bereichen Chemie und Patentinformationen gesucht – die Stelle war wie für Versch gemacht. In Frankfurt betreute sie Großkunden und hielt Seminare über die Nutzung der Datenbanken. „In der Erwachsenenbildung stellen die Teilnehmer aufgrund ihrer Berufserfahrung aber ganz andere Fragen als Studierende.“

Ende der 1990er Jahre war Ursula Versch selbstständig tätig. Ein ehemaliger Kollege machte sie schließlich auf die Stellenausschreibung an der Hochschule Amberg-Weiden aufmerksam. Hier lehrt sie als Professorin nun Recherchetechnik und Informationstechnik. Zudem unterstützt sie als Praktikumsbeauftragte die Studierenden im Bachelor Patentingenieurwesen bei der Vorbereitung und Auswahl von Unternehmen für das Praxissemester.

30 Prozent Frauenanteil im Fach

Im Studiengang Patentingenieurwesen liegt der Frauenanteil bei etwa 30 Prozent. „Die meisten Studentinnen finden die Kombination aus Technik und Recht spannend“, sagt Versch. Auf der Dozentenseite sind Frauen hingegen rar: An der Fakultät für Maschinenbau/Umwelttechnik sind von 33 Professoren nur zwei weiblich. Der Forderung nach einer Frauenquote – egal ob in der Wissenschaft oder in Führungsetagen von Unternehmen – steht Versch dennoch skeptisch gegenüber. „Da müsste man viel früher ansetzen und erst einmal Ursachenforschung betreiben“, sagt sie. Generell hätten aber die Studierenden – Männer und Frauen – heute mehr Selbstbewusstsein, findet Versch. Das zeige sich auch, wenn sie aus dem Praxissemester zurückkommen: „Dann wissen sie, wofür sie das alles gelernt haben.“

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