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„Studentinnen brauchen Rollenvorbilder“

Prof. Christiane Hellbach will an der OTH Amberg-Weiden junge Frauen fördern – etwa über Mentoringprogramme. Ihr eigenes Vorbild war ihre Mutter.
Von Louisa Knobloch, MZ

Prof. Christiane Hellbach lehrt Handelsmanagement. Foto: Schönberger

Weiden. Wenn Prof. Christiane Hellbach eine Vorlesung hält, dann sitzen vor ihr im Hörsaal im Schnitt genauso viele junge Frauen wie Männer. Doch auf der Dozentenseite sieht das Verhältnis schon ganz anders aus: An der Fakultät Betriebswirtschaft der Ostbayerischen Technischen Hochschule (OTH) Amberg-Weiden unterrichten 14 Professoren – davon sind nur zwei Frauen. Der Forderung nach einer Frauenquote in der Wissenschaft begegnet Hellbach trotzdem mit gemischten Gefühlen: Zwar sei es wichtig, eine gleichmäßigere Verteilung von Frauen und Männern zu erreichen. Dazu müsse man jedoch deutlich früher ansetzen als bei der Besetzung von Professuren. „Wenn sich schon keine Frauen bewerben, dann können wir auch keine einstellen.“

Als Frauenbeauftragter der OTH Amberg-Weiden liegt Hellbach die Nachwuchsförderung besonders am Herzen. „Wir bieten etwa ein stufenförmiges Mentoring-Programm an mit Schwerpunkt auf den ingenieurwissenschaftlichen Studiengängen.“ Dabei betreuen Studentinnen Schülerinnen (Projekt „marie“), Studentinnen höherer Semester tauschen sich mit Studienanfängerinnen aus („first steps“) oder im Berufsleben stehende Ingenieurinnen unterstützen Studentinnen („amelie“).

Wie wichtig es sein kann, ein Rollenvorbild zu haben, weiß Hellbach aus eigener Erfahrung. „Mein Vorbild war meine Mutter – sie hatte VWL studiert und war auch immer berufstätig. Als Nachteil habe ich das nie empfunden.“ Die Frage „Kind oder Karriere“ stellte sich für die heute 49-Jährige gar nicht: Hellbach ist verheiratet und hat drei Kinder. Ihr Mann und die Schwiegereltern unterstützten sie bei der Betreuung. Auch im Berufsleben wusste sich die Diplom-Kauffrau durchzusetzen – zunächst acht Jahre lang als Geschäftsführerin im Bereich Verwaltung bei einer großen Textil-Handelskette, dann sechs Jahre als Partnerin in einer Unternehmensberatung.

Seit 2009 lehrt Hellbach nun an der Hochschule Amberg-Weiden Handelsmanagement. Ihren Studentinnen und anderen jungen Frauen rät sie, sich genau über ihre Ziele klar zu werden und diese zielstrebig zu verfolgen. „Man muss auch mutig genug sein, ein neues Ziel – etwa einen andern Studiengang oder Beruf – anzustreben, wenn man merkt, dass es nicht das Richtige war“, sagt Hellbach.

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