mz_logo

mittelbayerische.de
Sonntag, 25. Juni 2017 27° 5

Union geht gestärkt in weiteren Machtkampf

CDU-Direktkandidat Andreas Lämmel

Die Union hat bei der Bundestagsnachwahl in Dresden das Direktmandat gewonnen und damit ihren Vorsprung im Bundestag vor der SPD auf vier Sitze ausgebaut. Im Wahlkreis 160 gewann der CDU-Kandidat Andreas Lämmel am Sonntag mit deutlichem Vorsprung vor der SPD. Dadurch hat die CDU/CSU-Bundestagsfraktion künftig 226 Sitze, die SPD 222.

Die Union wertete das Dresdner Ergebnis als Signal für eine Kanzlerin Angela Merkel und forderte die SPD auf, ihren Führungsanspruch in einer großen Koalition aufzugeben. SPD-Chef Franz Müntefering deutete Kompromissbereitschaft an: „Wir sind dafür, dass Gerhard Schröder Kanzler ist. Aber es wird in diesen Verhandlungen über die Gesamtkonstellation zu sprechen sein“, sagte er. Am Montagabend tagt in Berlin das SPD-Präsidium, und am Mittwoch steht das nächste Sondierungsgespräch über Möglichkeiten zur Bildung einer großen Koalition an.

Nach dem vorläufigen Dresdner Ergebnis gewann CDU-Kandidat Lämmel den Wahlkreis mit 36,99 Prozent vor der SPD-Bewerberin Marlies Volkmer (32,13 Prozent) sowie Katja Kipping von der Linkspartei/PDS 19,23 Prozent). Bei den Zweitstimmen für die Landeslisten der Parteien lagen dagegen die Sozialdemokraten mit 27,9 Prozent vorne, was ihnen jedoch bei der Sitzverteilung nichts mehr nützt. Offenbar gaben viele Anhänger von Union und Liberalen ihre Stimmen taktisch ab: Die CDU kam bei den Zweitstimmen nur auf 24,4 Prozent, die FDP dagegen auf weit überdurchschnittliche 16,6 Prozent. Schon vor der Nachwahl war bekannt geworden, dass die CDU nur bei einem relativ schwachen Zweitstimmenergebnis das Überhangmandat behalten kann. Die Linkspartei/PDS kam auf 19,7 Prozent der Zweitstimmen, die Grünen lagen bei 7,1 Prozent, die NPD erzielte 2,5 Prozent.

Mit der Nachwahl ist die Bundestagswahl endgültig abgeschlossen. Die verspätete Stimmenabgabe zwei Wochen nach dem eigentlichen Termin der Bundestagswahl am 18. September war notwendig geworden, weil eine Direktkandidatin der rechtsextremistischen NPD im Wahlkampf gestorben war. Nach dem am Abend von Bundeswahlleiter Johann Hahlen in Wiesbaden bekannt gegebenen vorläufigen amtlichen Endergebnis für ganz Deutschland ergaben sich im Zweitstimmenergebnis der großen Parteien nur bei der SPD eine leichte Veränderung: Statt 34,3 Prozent kommen die Sozialdemokraten nun nur noch auf 34,2 Prozent. Die Union bleibt stärkste Partei mit 35,2 Prozent. Die FDP kommt auf 9,8 und die Linkspartei auf 8,7 Prozent. Die Grünen erreichten 8,1 Prozent.

Die Kommentarfunktion steht exklusiv unseren Abonnenten zur Verfügung. Als Abonnent melden Sie sich bitte an oder registrieren Sie sich. Alle anderen Nutzer finden preiswerte Angebote in unserem Aboshop.

Anmelden Registrieren Zum Abo-Shop

Anmelden

Hinweis: Bitte schützen Sie Ihr Konto auf öffentlichen Geräten, indem Sie sich nach der Nutzung im Profil-Bereich abmelden.

Sie sind noch nicht registriert?

Neu registrieren

MessageBox

Nachricht