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Wirtschaft
Freitag, 28. Juli 2017 25° 2

Arbeit

Auf dem Weg in ein neues Leben

Die MZ-Wirtschaftsredaktion begleitet vier Flüchtlinge, die versuchen, auf dem ostbayerischen Jobmarkt Fuß zu fassen.
Von Christine Hochreiter und Martin Anton, MZ

Masih (v.l.), Mahamed, Mohammed und Lydie versuchen auf dem ostbayerischen Jobmarkt Fuß zu fassen. Fotos: ICUnet.AG, Anton (2), zema-foto.de

Regensburg.Es vergeht kaum ein Tag, in dem das Flüchtlingsthema nicht die Schlagzeilen in Deutschland bestimmt. Meistens geht es um Zahlen, Kontingente und immer öfter um Fremdenhass und Gewalt. Die Politik erfindet fast täglich neue Wege, um die Zahlen der Neuankömmlinge zu drücken, ohne dabei zu offensichtlich das Grundrecht auf Asyl auszuhebeln.

Doch was passiert mit den Menschen, die bereits den Weg nach Deutschland gefunden haben? Viele leben seit Monaten hier, besuchen Sprachkurse, wohnen in Gemeinschaftsunterkünften und versuchen, sich ein neues Leben aufzubauen. Ein wichtiger Teil dieses Plans ist die Suche nach einer Beschäftigung

Hunderttausende sehr unterschiedlich qualifizierte Menschen, die Arbeit suchen und eine Wirtschaft, die immer wieder betont, Fachkräfte zu suchen: Was sich nach einer Win-Win-Situation anhört, klappt bisher offenbar nur bedingt. Die MZ wollte genau wissen, wie die Integration in den Arbeitsmarkt vonstattengeht und welche Hindernisse und Hilfen es für die Geflüchteten gibt. Deswegen begleiten wir in den kommenden Monaten vier Flüchtlinge, die auf dem ostbayerischen Jobmarkt Fuß fassen möchten. Hier stellen wir sie erstmals vor.

Das Programmieren ist manchmal ganz schön schwer.

Masih Motiullah Rahimi aus Afghanistan

Masih Motiullah Rahimi lebt seit fast vier Jahren in Niederbayern. Der 19-Jährige ist mit seinen Eltern und zwei Geschwistern aus Afghanistan geflüchtet. Seither ist viel passiert. Die Familie lebt in einem Privathaus in der Nähe von Fürstenzell. Masih hat fleißig Deutsch gelernt, die Hauptschule abgeschlossen und eigentlich wollte er auf eine Wirtschaftsschule gehen und dort die Mittlere Reife machen. Doch dann kam er im vergangenen Sommer auf einer Ausbildungsmesse in Passau in Kontakt mit der ICUnet.AG. Masihs Geschichte lesen Sie hier.

Am liebsten würde ich eine Ausbildung zum Reifenmechaniker machen.

Mahamed Ahmed aus Ostafrika

Schwierig ist ein Wort, dass Mahamed häufig sagt. Das Warten auf Nachricht vom Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF), die Ungewissheit, dass er vielleicht nicht in seiner Wohnung bleiben darf, einen Ausbildungsplatz in Deutschland finden - alles schwierig. Trotzdem vergeht Mahamed das Lächeln nicht. Seit 15 Monaten ist der Somalier in Deutschland. Morgens besucht er den Unterricht für berufsschulpflichtigen Asylbewerbern und Flüchtlingen (BAF). Hier lernt er deutsch und soll auf das Leben in Deutschland vorbereitet werden, auch auf das Berufsleben. Nachmittags jobbt er bei einer Reifenwerkstatt in Burgweinting. Mahameds Geschichte lesen Sie hier.

Kommentar

Gesichter der Flucht

Es vergeht kaum ein Tag, an dem nicht Politiker, Ökonomen und Journalisten über Flüchtlinge schreiben und sprechen, und darüber, wie man mit den vielen...

Ich hatte Glück.

Mohammed Falyoun aus Syrien

Mohammed Falyoun darf in Deutschland bleiben – zumindest für die kommenden drei Jahre. Der 20-Jährige kam im vergangenen Sommer nach Regensburg. Seine Reise von der syrischen Hauptstadt Damaskus über die Türkei, Griechenland und die sogenannte Balkanroute dauerte nur wenige Tage. „Ich hatte Glück“, sagt Mohammed. Jetzt lernt er deutsch und plant die kommenden Monate. Er würde gerne wieder studieren oder eine Ausbildung machen – und ein bisschen Geld als Barista dazuverdienen. Mohammeds Porträt lesen Sie hier.

Alles ist besser als diese Ungewissheit.

Lydie Mbenza aus dem Kongo

Lydie Mbenza ist eigentlich ein fröhlicher Mensch. Doch das lange Warten hat schwer an ihren Nerven gezehrt. „Ich schlafe schlecht und habe keinen Appetit mehr“, sagt sie. Die gebürtige Kongolesin lebt inzwischen seit dreieinhalb Jahren in Deutschland. Sie ist mit ihrem Mann und den beiden Töchtern aus der Hauptstadt Kinshasa geflüchtet. Ihr Asylantrag wurde 2015 abgelehnt. Das Ehepaar hat Berufung eingelegt und wartet auf einen Gerichtstermin in Regensburg. Im Juli ist die 39-Jährige mit ihrer Ausbildung fertig. Und dann möchte sie nur allzu gerne in dem erlernten Beruf arbeiten. Lydies Porträt finden Sie hier.

Unter welchen Umständen Flüchtlinge in Deutschland arbeiten dürfen, beantworten wir Ihnen in diesem Fragen- und Antwortenstück.

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