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Wirtschaft
Montag, 11. Dezember 2017 4

Agrar

Bayerns Bio-Bauern machen langsam Boden gut

Der Anteil von ökologisch bewirtschafteten Flächen ist nach wie vor relativ klein. Aber: Er wächst stetig.
Von Marianne Sperb, MZ

Nur wenig Fläche wird ökologisch bewirtschaftet. Aber die Bio-Bauern sehen Grün am Horizont. Foto: dpa

Regensburg. Regensburg/Wiesbaden. Der Trend zur ökologischen Bewirtschaftung ist ungebrochen. Nach dem Kontrollverfahren zum ökologischen Landbau werden heute in Bayern rund 7800 Betriebe ökologisch geführt – gut 22 Prozent mehr als noch 2013. Der Öko-Anteil an allen landwirtschaftlichen Betrieben liegt damit in Bayern bei 8,6 Prozent, so Angaben des Bayerischen Landesamts für Statistik, das aus der Agrarstrukturerhebung 2016 zitiert.

Die ökologisch bewirtschaftete Fläche in Bayern nahm seit 2013 um 24 Prozent auf 265 100 Hektar zu; 151 600 Hektar davon sind Dauergrünland.

Seit 2013: neun Prozent Plus

Die Lage in Deutschland verdeutlichte am Freitag das Bundesamt für Statistik. Danach stieg die ökologisch bewirtschaftete Fläche im Bundesgebiet gegenüber 2013 um neun Prozent auf 478 500 Hektar. Auf mehr als der Hälfte wurde Getreide angebaut. Gemessen an der gesamten Landwirtschaft in Deutschland spielt der ökologische Landbau trotz der Zuwächse weiter eine untergeordnete Rolle. 2016 waren bundesweit vier Prozent des Ackerlands ökologisch bewirtschaftet. Auch bei der Tierhaltung dominiert die konventionelle Landwirtschaft; 2016 wurden nur fünf Prozent des Viehbestands in Deutschland ökologisch gehalten.

Helmut Heigl, Biobauer im Landkreis Regensburg und Präsident im Bundesverband von Naturland e.V., ordnete die Zahlen am Freitag im Gespräch mit unserem Medienhaus ein. „Natürlich ist der Öko-Anteil in der Landwirtschaft noch immer gering. Aber gerade in Bayern wurde in den vergangenen zwei, drei Jahren eine gute Entwicklung erzielt“, mit erfreulichen Wachstumsraten.

Ambitioniertes Ziel für Bayern

Bayern sei in Sachen Bio „gut dabei“. Die Arbeit der Verbände, aber auch der Politik trage langsam Früchte. Bayern zahle zum Beispiel im Bundesvergleich mit die höchsten Fördersätze pro Hektar für den Umstieg auf Bio-Landwirtschaft. Auch das – allerdings noch zu wenig bekannte – Bio-Siegel spiele eine wichtige Rolle. Im Rahmen von BioRegio soll sich der Anteil von Bio-Anbau in Bayern bis 2020 verdoppeln, auf etwa 12 Prozent. Heigl: „Das Ziel ist ambitioniert, aber wenn die Entwicklung anhält, ist es erreichbar.“

Gründe für den Umstieg von Landwirten auf Bio macht Heigl in der guten Nachfrage nach Bio-Produkten aus, aber auch in teils schwachen Preisen etwa für konventionell erzeugte Milch. „Das bringt doch manchen Bauern zum Nachdenken.“ (el/dpa)

Kommentar

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