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Handel

Brexit verteuert Importbier

Pub-Besucher bekommen es zu spüren. Das Bier wird teurer. Supermarktkette Tesco nimmt schon einige Sorten aus den Regalen.
Von Christoph Meyer, dpa

Das Bier wird für die Briten nicht nur im Pub teurer. Foto: Rain/epa/dpa

London.Donnerstags ist Pub-Tag in Großbritannien. Schon am Nachmittag drängen sich die Menschen vor den Kneipen in der Londoner Innenstadt. In manch enger Straße bahnen sich die Autos dann nur noch mühsam den Weg durch die Massen, die sich von der Bar schnell bis auf den gegenüberliegenden Gehsteig ausbreiten.

Schwaches Pfund als Ursache

Doch die Freude der Briten an ihrem Feierabendbier könnte getrübt werden. Die Bierpreise gehen nach oben. Nicht erst seit dem Votum für den EU-Ausstieg. Zwischen 2011 und 2016 stieg der Bierpreis um zehn Prozent, wie das Marktforschungsinstitut Mintel ermittelt hat. Doch seitdem noch einmal kräftig. Das liegt auch am schwachen Pfundkurs. Seit dem Referendum im Juni 2016 hat das Britische Pfund im Vergleich zum Euro rund zwölf Prozent seines Werts eingebüßt.

Der Preis für ein Pint ist zwar nicht im gleichen Verhältnis gestiegen – noch nicht. Aber große internationalen Brauereien sollen heuer kräftig aufgeschlagen haben. Kein Thema, mit dem sie gerne hausieren gehen: Carlsberg bestätigt zwar, dass es einen Preisanstieg gab, Zahlen werden aber keine genannt. Der Zeitung „Guardian“ zufolge sollen es 2,6 Prozent gewesen sein. Heineken antwortete auf eine Anfrage nicht. Die Niederländer sollen umgerechnet rund sieben Cent auf ein Pint aufgeschlagen haben.

Betroffen sind vor allem Importbiere. Die werden in Großbritannien meist pauschal als Lager bezeichnet und gekühlt serviert. Im Gegensatz zu den heimischen Ales und Bitters, die auf Zimmertemperatur ausgeschenkt werden. Die Supermarktkette Tesco hat Berichten zufolge acht Heineken-Biersorten wie Amstel, Sol und Kingfisher aus Europa komplett aus dem Regal genommen. Angeblich konnte sich der Einzelhändler nicht mit Heineken über eine Preiserhöhung einigen. Tesco teilt dazu nur mit, man führe „weiterhin eine große Auswahl an Bier, Lager und Cider“.

Seit den 70er Jahren war das kontinentale Lager-Bier in Großbritannien auf dem Siegeszug. Im vergangenen Jahr tranken die Briten rund drei Milliarden Liter Lager und nur rund 938 Millionen Liter Ale und Bitter. Doch das britische Bier erlebt seit einigen Jahren eine Renaissance. Auch dank des Trends zu kleinen Hausbrauereien.

Alkoholsteuer wurde erhöht

Der Preisanstieg für Importbiere könnte das verstärken, glaubt Neil Williams vom britischen Brauerei- und Pub-Verband. Die Zutaten für Bier werden weitgehend aus dem Inland bezogen. Trotzdem leiden die auch die heimischen Brauereien unter dem schwachen Pfund, denn Verpackungsmaterial wie Flaschen und Karton kommt oft aus dem europäischen Ausland. Zudem stöhnen sie über eine Erhöhung der Alkoholsteuer. Die sei jetzt schon 13-mal höher als in Deutschland, heißt es. Angesichts einer steigenden Inflationsrate und der Aussicht, nach dem Brexit schwieriger an qualifizierte Mitarbeiter zu kommen, blicken die britischen Brauereien bange in die Zukunft.

Das Marktforschungsinstitut Mintel geht davon aus, dass die Briten wegen der gestiegenen Preise in Zukunft ihr Bier häufiger zuhause trinken. Überfüllte Pubs am Donnerstag könnten so der Vergangenheit angehören.

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  • FH
    Franz Huber
    13.04.2017 10:30

    Oh je, die ersten Auswirkungen durch den Brexit in GB zeigen sich schon. Das Importbier vom europäischen Festland, das den Namen „Bier“ verdient, wird teurer. Es wird auf der „Insel der Glückseeligen“ zukünftig noch schwerer, sich die Zukunft „schön zu trinken“. Stattdessen müssen sie auf schaumlose Getränke ausweichen. Solche Flüssigkeiten werden in vielen EU-Mitgliedsländern nur zur Fußwaschung benutzt. – Na dann Prost!

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