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Wirtschaft
Dienstag, 21. November 2017 7

Luftverkehr

Condor und Wöhrl buhlen um Air Berlin

Noch kann sich die Lufthansa nicht sicher sein, weitere Bieter werden aktiv. Für die Kunden gibt es schlechte Nachrichten.

Condor ist sowohl an Mittelstrecken- als auch an Langstreckenjets von Air Berlin interessiert. Foto: dpa

Berlin.Im Poker um Flugzeuge und Personal aus der Insolvenzmasse der Air Berlin bekommt die Lufthansa ernsthafte Konkurrenz. Der zum Thomas-Cook-Konzern zählende Ferienflieger Condor bereitet ein Angebot für Jets in deutlich zweistelliger Zahl vor, wie eine mit den Verhandlungen vertraute Person der Deutschen Presse-Agentur sagte. Condor sei sowohl an Mittelstrecken- als auch an Langstreckenjets interessiert. Das Unternehmen wollte die Angaben am Donnerstag nicht kommentieren.

Gespräche über Air Berlin soll es nun auch mit dem Nürnberger Unternehmer Hans Rudolf Wöhrl geben. Man sei für nächsten Mittwoch zu „Sondierungsgesprächen“ bei Air Berlin eingeladen, teilte Wöhrls Intro-Verwaltungsgesellschaft am Donnerstag mit. Ein Sprecher der Airline wollte sich zu einzelnen Interessenten nicht äußern. „Es handelt sich um ein offenes und neutrales Verfahren, in dem qualifizierte Angebote willkommen sind“, sagte er nur.

Der Generalbevollmächtigte der Air Berlin, Frank Kebekus, machte klar, dass er einen schnellen Verkauf anstrebt. „Es besteht die Gefahr, dass unser Geschäft wegbricht, falls der Verkauf zu lange dauert“, sagte Kebekus der „Wirtschaftswoche“. Die kurzfristigen Buchungen seien um sechs bis sieben Prozent zurückgegangen, bei Flügen in ein paar Monaten seien die Kunden zurückhaltender.

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Kunden, die ihre Bonusmeilen beim Vielfliegerprogramm Topbonus noch nicht eingelöst haben, gehen nach Kebekus’ Angaben leer aus. „Das Programm wurde gestoppt.“ Bei Topbonus zeichne sich ebenfalls eine Insolvenz ab. Auch wer für eine Verspätung entschädigt werden will, hat demnach schlechte Karten. Air Berlin könne diese nicht auszahlen, Passagiere müssten ihre Ansprüche als Insolvenzforderung anmelden. Condor hatte bereits früher seine Bereitschaft erklärt, bei der Air-Berlin-Insolvenz eine aktive Rolle zu spielen.

Schon aus Kostengründen dürfte sich das Interesse bei der Mittelstrecke vor allem auf die nicht insolvente Air-Berlin-Tochter Niki aus Österreich konzentrieren, für die Lufthansa bereits ein konkretes Angebot abgegeben hat. Die Maschinen vom Typ Airbus A320 passen in die Condor-Flotte.

Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD) forderte im RBB, „dass gute Arbeitsplätze mit guten Bedingungen für die Arbeitnehmer und guten Löhnen, von denen man leben kann, erhalten bleiben“. Er werde in der nächsten Woche mit Arbeitnehmern sprechen. (dpa)

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