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Wirtschaft
Freitag, 15. Dezember 2017 3

Erfolg

Conti: Fünf Schritte in die Zukunft

Ein Jahr lang hat das Unternehmen gemeinsam mit dem Kaizen Institute zusammengearbeitet. Jetzt wird die Mühe belohnt.
Von Katharina Eichinger, MZ

Hunor Bencsics (v.l.), Martina Judmann, Dr. Hans-Jürgen Braun, John Verhees, Christian Braun und Nadja Böhlmann Foto: altrofoto.de

Regensburg.Fünf Stufen sollten Continental im vergangenen Jahr nach vorne bringen und weltweit in allen Werken gleiche Standards sichern. Die Arbeitsplätze müssen sicher und funktional sein, alle notwendigen Arbeitsmittel müssen in unmittelbarer Nähe sein, Fehler und Bearbeitungszeiten sollen reduziert werden, Mitarbeiter besser eingebunden und die Kunden sollen letztlich zufriedener sein. Diese „5S“, also „five steps“ (deutsch: fünf Schritte) erfüllen nun alle 28 Produktionsstätten der Continental-Elektronikfertigung mit ihren mehr als 35 000 Mitarbeitern. Das zeichnet die Werke mit den „5S Best in Class“ aus.

Veränderung zum Besseren

Gewürdigt wird der Werksverbund vom Kaizen Institute. Kaizen kommt aus dem Japanischen und setzt sich zusammen aus „Kai“, was „Veränderung“ oder „Wandel“ bedeutet, und „Zen“, was übersetzt „zum Besseren“ heißt. Unternehmen wenden das japanische Prinzip an, wenn sie die Verfahren und Prozesse innerhalb ihrer Firma dauerhaft verbessern wollen. Das hat Continental nun mit all seinen Produktionsstätten der Elektronikfertigung erreicht. Erstmals zeichnete das Institut einen weltweiten Werksverbund statt einzelner Betriebsstätten aus.

Die „5S“

  • Sichere, funktionale

    sowie ergonomische Arbeitsplätze, an denen sich nur unmittelbar benötigte Arbeitsmittel befinden, müssen geschaffen werden.

  • Produktivität, Effizienz,

    Qualität, Prozesssicherheit, Ordnung und Sauberkeit müssen gesteigert werden. Das erreichen die Unternehmen, indem alle benötigten Arbeitsmittel zur Hand und voll funktionsfähig sind.

  • Bestände, Fehler,

    Kosten, Durchlauf- und Bearbeitungszeiten sollen verringert werden.

  • Zur Steigerung

    der Identifikation mit dem Arbeitsplatz und zur Absicherung der Nachhaltigkeit müssen alle Mitarbeiter eines Unternehmens eingebunden werden.

  • Kundenzufriedenheit

    wird gesteigert, wenn alle Schritte gelebt und ständig verbessert werden.

Die Besonderheit bei Continental sei, dass die fünf Schritte nicht nur in den einzelnen Werken gelebt werden, sondern auch in deren Headquarters, sagt Dr. Hans-Jürgen Braun, Leiter des Verbunds für Elektronikfertigung. Die Kaizen-Prinzipien würden also nicht nur von den Angestellten erwartet, sondern auch von Führungskräften vorgelebt werden. Theoretisch könne jeder Azubi auch am Arbeitsplatz seines Chefs arbeiten – dort habe er alles, was er jeden Tag für seine Tätigkeit braucht, ergänzt Christian Braun. Er ist Berater beim Kaizen Institute und betreute das Projekt mit.

Im Interview spricht Hans-Jürgen Braun über Kaizen, die „5S“ und was die Auszeichnung für Continental bedeutet:

Kaizen Institute zeichnet Continental aus

Ein Jahr lang behält Conti diese Auszeichnung, dann überprüft das Institut in sogenannten „Audits“ erneut, ob alle Aspekte zu mindestens 95 Prozent in den einzelnen Werken eingehalten werden. Dem Kaizen Institute ist es wichtig, die „5S“ mehr und mehr in die Selbstverantwortung der Continental-Mitarbeiter zu geben. „Wir machen nicht, wir befähigen“, sagt Christian Braun. Die Schritte sollen „ein Stück in die DNA der Mitarbeiter übergehen“, ergänzt Dr. Hans-Jürgen Braun.

Standards sind weltweit gleich

Die Auszeichnung bedeutet dem Unternehmen mit Sitz in Hannover viel. „Für uns war es ein wichtiger Meilenstein“, sagt Dr. Hans-Jürgen Braun. „Wir wollen sicherstellen, dass wir für unsere Kunden weltweit gleiche Standards in unseren Werken im Einsatz haben.“ Die „5S“ sagen den Conti-Kunden viel über die Qualität ihrer Produkte und der Disziplin, die hinter ihrer Entwicklung stecke.

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Außerdem wolle Continental sicherstellen, das „5S“ als Aktion gesehen wird, die Abläufe kontinuierlich zu verbessern. Mit den Mitarbeitern gemeinsam sollen so eine neue Arbeitskultur und ein neues -umfeld geschaffen werden.

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