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Wirtschaft
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Elektroautos

Der 4000-Euro-Zuschuss zieht nicht

Das seit einem Jahr bestehende Subventionsangebot für Elektroautos haben bislang nur wenige genutzt.
Von Christian Ebner, dpa

Ein Jahr nach seiner Einführung hat der staatlich subventionierte Kaufanreiz für Elektrofahrzeuge noch nicht so recht gezündet.Foto: dpa

Frankfurt.Ein Jahr nach seiner Einführung hat der staatlich subventionierte Kaufanreiz für Elektrofahrzeuge noch nicht so recht gezündet. Statt eines regelrechten Ansturms wie bei der Abwrackprämie im Jahr 2009 erlebten die Beamten des Bundesamtes für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (Bafa) in Eschborn bei Frankfurt bei diesem Thema bisher eher beschauliche Tage.

Einen Monat vor dem ersten Jahrestag (2. Juli) waren nur rund 20 600 Prämien beantragt – ein Bruchteil der mehr als 300 000 möglichen Förderungen. Ginge es in diesem Tempo weiter, würde der Fördertopf noch 15 Jahre lang reichen, obwohl laut Gesetz im Sommer 2019 Schluss sein soll.

Zum Vergleich: Die fast zwei Millionen Abwrackprämien waren nach einem halben Jahr komplett weg und hatten die Autoproduktion nach der Finanz- und Wirtschaftskrise ordentlich angekurbelt.

Vor allem Firmen sind interessiert

Das Bafa kommt auch wegen des vollelektronischen Antragsverfahrens nicht ins Schleudern; lediglich zehn zusätzliche Mitarbeiter wurden eingestellt. 4000 Euro „Umweltbonus“ erhalten derzeit Käufer eines vollelektrischen Autos. 3000 Euro sind es bei Plug-in-Hybridwagen, die per Stecker geladen werden und einen ergänzenden Verbrennungsmotor haben. Im ersten Jahr nahmen vor allem Unternehmen das Angebot wahr: Sie ließen laut Bafa mehr als 11 000 E-Fahrzeuge zu – im Vergleich zu gut 9000 Autos, die an Privatleute gingen.

Die Kaufprämie ist überflüssig, findet Bernhard Fleischmann:

Kommentar

Falsche Anreize

Seit einem Jahr gibt es die Kaufprämie für Elektroautos. Die meisten potenziellen Kunden haben sie als uninteressant abgetan. Bis heute sind nur etwas...

Der Staat zahlt seine Bonus-Hälfte erst, wenn auf der Rechnung ein entsprechender Netto-Preisnachlass des Herstellers ausgewiesen ist, was besonders bei Leasingverträgen zu häufigen Nachfragen des Amtes führt. Einige Autobauer hatten zur Prämieneinführung ihre zuvor gewährten Rabatte zusammengestrichen, berichtet der Autoexperte Ferdinand Dudenhöffer vom CAR-Institut der Uni Duisburg-Essen.

Noch sind die Zahlen kümmerlich

Längst haben sich Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und ihr Vertreter Sigmar Gabriel (SPD) verbal von der eigenen Zielvorgabe verabschiedet, nach der im Jahr 2020 in Deutschland eine Million Elektroautos unterwegs sein sollten. Dazu sind die Zahlen schlicht zu kümmerlich.

Zum Jahreswechsel waren in Deutschland laut Kraftfahrt-Bundesamt 34 000 Vollstromer zugelassen, immerhin 33,4 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Die Zahl hätte aber noch viel höher sein können, wenn nicht viele hier gekaufte E-Fahrzeuge bereits nach wenigen Wochen oder Monaten in benachbarte Länder exportiert würden.

Der VDA (Verband der Automobilindustrie) bleibt optimistisch:

Exakte Zahlen zum Bestand der ebenfalls geförderten Plug-in-Hybride liegen nicht vor, weil sie statistisch mit anderen Hybridmodellen in einen Topf geworfen wurden. Insider gehen jedoch von einer ähnlichen Größenordnung wie bei den echten E-Mobilen aus.

„Die Subvention ist fehlgeleitet und setzt am falschen Punkt an“, sagt Stefan Bratzel, Chef des Center of Automotive Management (CAM) in Bergisch Gladbach. Das vermeintliche Problem einer zu schwachen privaten Nachfrage habe es nie gegeben.

Die fehlende Infrastruktur hemmt

Es seien die technologischen Probleme der mangelnden Fahrzeug-Reichweite und der fehlenden Schnelllade-Infrastruktur, die einem Durchbruch der E-Mobilität immer noch im Wege stünden. „Man hätte früher ansetzen müssen und das Geld besser für den Ausbau der Infrastruktur eingesetzt“, kritisiert Bratzel.

„Der Gebrauchsnutzen der Elektrofahrzeuge ist noch zu gering“, sagt auch Dudenhöffer. Die Prämie sei unvorbereitet in einer „Nacht- und Nebel-Aktion“ eingeführt worden, ohne die Industrie rechtzeitig einzubinden. Besser hätte man zunächst in Ladestationen investiert und in den Städten Carsharing-Systeme mit E-Autos gefördert, damit die Konsumenten den neuen Antrieb erst einmal kennenlernen.

„Geradezu schizophren“ sei aber der Umstand, dass parallel zum Elektroantrieb immer noch Diesel-Kraftstoff massiv steuerlich subventioniert werde. „Da muss man sich schon entscheiden, was man eigentlich will“, verlangt der Auto-Professor.

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