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Wirtschaft
Samstag, 18. November 2017 5

Börse

Die Erfolgsformeln der DOX-Firmen

Es gibt viele Gründe, warum Ostbayerns Top-30-Unternehmen so gut performen. Ein Grund sind gut ausgebildete Mitarbeiter.
Von Gerd Otto, Wirtschaftszeitung

Osram Opto Semiconductors gehört zu den 30 Top-Unternehmen Ostbayerns. Der Lichttechnikkonzern ist seit Jahren auf Expansionskurs – bis zu tausend neue Arbeitsplätze sollen in den nächsten Jahren alleine in Regensburg entstehen. Foto: Osram AG

Ostbayern. Was macht die ostbayerischen Unternehmen so stark, dass sie auch international bestehen können? Thomas Ebenhöch, der Standort- und Werkleiter der Continental AG in Regensburg, ist überzeugt, dass jedes Unternehmen nur so stark und erfolgreich sein kann wie seine Mitarbeiter. Bei Continental bilden deshalb die Werte Freiheit, Gewinnermentalität, Verbundenheit und Vertrauen den Rahmen für das Miteinander: „Und die werden von unseren 8000 Kollegen am Standort Regensburg vorbildlich gelebt.“

Viele Unternehmen mit bemerkenswerten Entwicklungen

Speziell Regensburg profitiert neben Unternehmen vom Range der BMW Group oder der Krones AG insbesondere von den Nachfolgegesellschaften der Siemens AG. Dabei stehen neben Continental besonders Osram Opto und Infineon im Mittelpunkt. Aber auch Schneider Electric, der sich als „globaler Spezialist“ für Energiemanagement und Automatisierung mit 170000 Beschäftigten versteht, ist mit dem traditionsreichen Sachsenwerk am Standort Regensburg prominent vertreten. Mit 800 Mitarbeitern entwickelt, produziert und errichtet Schneider in diesem Werk Schaltanlagen und Schaltgeräte rund um die Energiewende. Eine bemerkenswerte Entwicklung verzeichnete in den vergangenen drei Jahrzehnten auch die Mühlbauer AG in Roding. Wie Firmengründer Josef Mühlbauer betont, habe man „als Visionär und Pionier in zahlreichen Märkten wie etwa Smart ID“ bereits früh das enorme Potenzial dieser Technologien entdeckt. Auf diese Weise entwickelte sich aus einem Einmannbetrieb ein Weltkonzern, der an 35 Standorten weltweit 3000 Mitarbeiter beschäftigt.

Von den 10000 Mitarbeitern der Gerresheimer AG, einem führenden Partner der Pharma- und Healthcare-Branche, sind in Ostbayern immerhin 1000 tätig. Wie Manfred Baumann, Geschäftsführer der Gerresheimer Regensburg GmbH, betont, „liegt der wichtigste Schlüssel für unseren Erfolg bei den Mitarbeitern“. In die Ausbildung junger Menschen werde vor allem am Ausbildungsstandort Wackersdorf kräftig investiert. Hier befindet sich auch das Technologiezentrum als das „Herzstück für die Entwicklung der nächsten Generation von Produkten“. Eng arbeitet Gerresheimer mit den Hochschulen Amberg-Weiden und Regensburg zusammen, laut Baumann „ein weiterer Pluspunkt für unsere Region“. Nicht weit von Wackersdorf entfernt wird auch in Pfreimd und im tschechischen Horsovsky Tyn produziert.

Natürlich bleiben aber auch DOX-Unternehmen nicht vor Turbulenzen gefeit. Erst vor einigen Tagen gab das Amberger Traditionsunternehmen Grammer eine Gewinnwarnung. „Durch die vor allem im ersten Halbjahr deutlich spürbare und auch teilweise anhaltende Zurückhaltung einiger Premiumhersteller, aufgrund der Entwicklungen in der Aktionärsstruktur Neuaufträge an die Grammer AG zu vergeben, wird die Grammer AG im Bereich Automotive ihr geplantes Jahresziel für den Auftragseingang voraussichtlich deutlich verfehlen“, hieß es am 13. Oktober in einer Mitteilung des weltweit agierenden Autozulieferers, worauf die Grammer-Aktie abrupt um 14 Prozent absackte. Eine Anpassung der mittelfristigen Prognose für den Grammer-Konzern sei aus heutiger Sicht freilich nicht notwendig. Wie vom Unternehmen selbst angedeutet, habe Grammer unter den Folgeschäden des erbitterten Streits zwischen Vorstand und dem unerwünschten Großaktionär Hastor zu leiden.

Turbulenzen beim Holzspezialisten Pfleiderer

Nicht minder turbulent verlief zuletzt auch die Entwicklung von Pfleiderer. Aus dem einstigen Familienunternehmen mit Sitz in Neumarkt wurde in den letzten Jahren für den führenden Holzwerkstoffhersteller Europas ein völlig neues Firmenkonstrukt gezimmert. Mit 3500 Mitarbeitern und einem Umsatz von etwa einer Milliarde Euro wird das Unternehmen vom Hauptsitz im polnischen Breslau sowie aus Neumarkt geleitet. Notiert ist die Pfleiderer Group S.A. an der Warschauer Börse.

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Dieser Text ist ein Beitrag aus der Wirtschaftszeitung. Hier geht es zum E-Paper: www.die-wirtschaftszeitung.de/epaper

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