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Wirtschaft
Montag, 5. Dezember 2016 1

Tarifkonflikt

Die Metaller weiten die Warnstreiks aus

Bei den Warnstreiks in Bayern haben mehr als 5000 Beschäftigte der Metall- und Elektroindustrie für höhere Löhne protestiert.

Mitarbeiter des Fahrzeugherstellers MAN nehmen am Mittwoch (02.05.2012) an einer Protestaktion im Rahmen von Warnstreiks der IG Metall im MAN-Werk in München teil.

München.Tausende Beschäftigte sind am Mittwoch bei den ersten großen Warnstreiks in der bayerischen Metall- und Elektroindustrie für höhere Löhne auf die Straße gegangen. „Wir sind jetzt in der heißen Phase der Tarifrunde“, sagte Bayerns IG-Metall-Chef Jürgen Wechsler. Allein bei MAN in München nahmen nach Angaben der Gewerkschaft rund 3000 Beschäftigte an den Protesten teil. Aber auch in zahlreichen kleineren Betrieben machten die Mitarbeiter mit Warnstreiks Druck: Bei dem Autozulieferer Faurecia im niederbayerischen Geiselhöring legte die gesamte Frühschicht die Arbeit nieder und versammelte sich mit Trillerpfeifen vor dem Firmengelände. Die Arbeitgeber kritisierten die Aktionen und warnten vor gravierenden Nachteilen für die bayerische Wirtschaft durch die Warnstreiks.

Streiks in 17 Betrieben

Insgesamt hatte die IG Metall 17 Betriebe zu Warnstreiks aufgerufen, Schwerpunkte waren der Raum München, Schwaben und Niederbayern. Bis zum Abend rechnete Wechsler mit rund 8000 Teilnehmern. Er forderte die Arbeitgeber auf, noch vor dem nächsten geplanten Termin am 10. Mai zu verhandeln. Andernfalls werde die Gewerkschaft bis zum 18. Mai allein in Bayern zu mehr als 300 Warnstreiks aufrufen. „Ich glaube, dass sich in Bayern weit über 200.000 Arbeitnehmer beteiligen.“ Bereits an diesem Donnerstag (3. Mai) erwartet die IG Metall mehr als 50.000 Teilnehmer bei Warnstreiks in rund 90 Betrieben. Besonders betroffen ist der Autohersteller BMW mit Protestaktionen an allen großen Standorten in Bayern.

Sollte bis Pfingsten keine Einigung erzielt werden, will die Gewerkschaft die Verhandlungen für gescheitert erklären und in einer Urabstimmung über unbefristete Streiks entscheiden. Neben der Forderung nach 6,5 Prozent mehr Lohn sind für Wechsler auch die Übernahme der Auszubildenden und die Einschränkung der Leiharbeit entscheidende Punkte. „Ohne eine Regelung zum Thema Leiharbeit wird es keinen Tarifabschluss geben.“ Die Arbeitgeber boten drei Prozent mehr Geld für 14 Monate – für die IG Metall eine Provokation, wie Wechsler erneut betonte.

„Eine Gefahr für Unternehmen und Arbeitsplätze“

Der Hauptgeschäftsführer des Arbeitgeberverbands vbm, Bertram Brossardt, warf der Gewerkschaft vor, die gute Entwicklung am Arbeitsmarkt zu bremsen. „Die Warnstreiks in der Metall- und Elektro-Industrie stellen eine Gefahr für die Unternehmen und die Arbeitsplätze dar.“ Die Lage auf dem deutschen Arbeitsmarkt sei auf die zurückhaltenden Tarifabschlüsse der vergangenen Jahre zurückzuführen. Vor allem die ausländische Konkurrenz werde sich über die Warnstreiks freuen. „Sie springen gerne ein und nutzen die Gelegenheit, Marktanteile dazuzugewinnen.“

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