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Handel

Drogeriemarktkette dm startet Digitalisierungs-Offensive

Smartphone für alle - bei dm-Angestellten ist das bald Realität. Die weiter wachsende Drogeriemarktkette will Mitarbeiter digital fit machen. Das nutzt auch den Kunden. Das Kunstzentrum ZKM hilft mit.

Blick auf den Kassenbereich in einer Filiale der Drogeriemarkt-Kette dm in Karlsruhe. Foto: Uli Deck

Karlsruhe.Deutschlands größte Drogeriemarkt-Kette dm will auch beim Zukunftsthema Digitalisierung die Nase vorn haben. Bis Ende des Jahres sollen alle im Verkauf und in der Beratung Beschäftigten in Deutschland von ihrem Arbeitgeber ein Smartphone bekommen.

Das teilte die Unternehmensführung bei ihrer Jahrespressekonferenz in Karlsruhe mit. Die Investition in 25 000 Smartphones ist Teil der Digitalisierungsstrategie des Unternehmens. Es will damit die Kompetenz der Beschäftigten stärken und zugleich den Service für die Kunden verbessern.

Fragen zum Sortiment, zu Inhaltsstoffen oder zum Service könnten so in den Märkten sofort beantwortet werden. „Digitalisierung ist mehr als nur Online-Shop“, sagte dm-Chef Erich Harsch. Sie habe Auswirkungen auf Prozesse, Arbeitsweisen, Arbeitsmittel und die Kommunikation mit Kunden.

Um diese Entwicklungen dem breiten Publikum nahe zu bringen, kooperiert das Unternehmen künftig mit dem Karlsruher Zentrum für Kunst und Medien (ZKM). „Wir haben uns zusammengeschlossen für eine außerschulische Lernwelt“, sagte ZKM-Direktor Peter Weibel bei der Konferenz.

Die 1892 dm-Märkte in Deutschland, in denen täglich 1,8 Millionen Menschen einkaufen, sollen als eine Art Multiplikator dienen. An einem ZKM-Ausstellungsprojekt, bei dem das Zentrum Wissen zu digitalen Lebenswelten vermitteln will, ist die Drogeriemarktkette schon beteiligt. Außerdem wollen die Kooperationspartner Kurse und Workshops anbieten, etwa zum Verständnis von Programmiersprachen oder zum verantwortungsvollen Umgang mit den neuen Technologien.

In den dm-Märkten werden derzeit verschiedene Möglichkeiten des bargeldlosen und kontaktlosen Karteneinkaufs getestet. Auch soll die Netzinfrastruktur in allen Läden ausgebaut werden. Im Internet ist der Konzern zudem etwa mit Videos präsent, in denen Verbrauchertipps gegeben werden. Auch wirbt das Unternehmen mit „Influencern“ und Bloggerinnen.

Der Branchenprimus ist seit Jahren auf Wachstumskurs und legte auch im abgelaufenen Geschäftsjahr 2016/17 (September 2017) zu: Konzernweit wuchs der Umsatz um 5,7 Prozent auf 10,26 Milliarden Euro, in Deutschland um 4,8 Prozent auf 7,86 Milliarden Euro. Für dm arbeiten in zwölf europäischen Ländern 59 046 Beschäftigte, in Deutschland 39 906. Die Umsatzrendite liegt demnach seit Jahren zwischen ein und zwei Prozent.

Das Unternehmen investierte im vergangenen Geschäftsjahr allein in Deutschland 175 Millionen Euro in Digitalisierung, in 67 neue Märkte und die Renovierung alter Filialen. Die Zentrale in Karlsruhe bekam einen Neubau und in Wustermark westlich von Berlin ist ein neues Verteilzentrum geplant. „Im laufenden Geschäftsjahr werden wir unsere Investitionen voraussichtlich verdoppeln“, sagte Harsch.

Im Visier hat dm neben dem Onlinehandel im Ausland auch den italienschen Markt. Ein Teil des Sortiments wird online auch in China angeboten, darunter Gesichtspflege und Babynahrung.

Nach wie vor werden mehr als die Hälfte aller Drogeriewaren bei Discountern und Lebensmittel-Einzelhändlern gekauft. Doch die Drogeriemärkte holen langsam auf. Ihr Anteil am Gesamtumsatz an Drogeriewaren in Höhe von 23,45 Milliarden Euro stieg zuletzt leicht auf 47 Prozent.

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