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Wirtschaft
Dienstag, 21. November 2017 5

Veranstaltung

Ein Neustart für jedes Unternehmen

Die Digitalisierung versetzt uns in eine neue Welt. Was das für Betriebe bedeutet, das soll sich bei der IHK klären.

Der neue wertvollste Rohstoff sind Daten. Sie fließen – hier – durch Glasfaserkabel.  Foto: Daniel Reinhardt/dpa

Regensburg.Die Digitalisierung verändert die Wirtschaft und wirkt immer stärker als Wachstumstreiber. Das betrifft branchenübergreifend sowohl große Unternehmen als auch kleine Betriebe und Start-ups. „Digitale Geschäftsmodelle werden in vielen Fällen zum entscheidenden Faktor für den Unternehmenserfolg“, sagt IHK-Hauptgeschäftsführer Dr. Jürgen Helmes im Vorfeld eines – bereits ausgebuchten – Innovationstags an diesem Montag in Regensburg. Dabei beleuchtet die IHK Regensburg für Oberpfalz/Kelheim das Thema. Es gilt: Es gibt kein Patentrezept für die Umsetzung digitaler Geschäftsmodelle. Neben Trends wird die IHK erfolgreiche Beispiele aus der Praxis zeigen.

Größte Veränderung der Gesellschaft

Einer der Redner wird Thomas Hemmer von der conplement AG, Nürnberg, sein. Er gehört zu den aktivsten Analytikern der Herausforderungen der digitalen Welt. „Durch die Digitalisierung wird die zu unseren Lebzeiten wohl größte Veränderung unserer Gesellschaft und unserer Wirtschaft angetrieben,“ lautet sein Credo. Diese digitale Transformation sei die zentrale Herausforderung für die Führung der Unternehmen. Es gelte, in einem von großer Unsicherheit und Schwankungen geprägtem Umfeld und unter hohem Zeitdruck das grundlegende Nutzenversprechen eines jeden Unternehmens neu zu formulieren. Erst auf dieser Basis könnten dann die sogenannten digitalen Geschäftsmodelle erarbeitet werden.

Damit einhergehen müsse ein Wandel in der Kultur der Führung und Zusammenarbeit hin zu einer positiven Fehlerkultur und zu mutigen Experimenten. Jedes Unternehmen müsse wieder ein bisschen „Start-Up“ werden. Jeder Unternehmer dürfe den Gründer in sich (wieder-)entdecken.

Digitalisierung reißt Mauern ein

Nach Hemmers Meinung hat die Digitalisierung eine Reihe von Vorteilen: Sie beseitige Ineffizienzen durch Verwertung von Erkenntnis. Erkenntnis komme von Daten, aus denen Informationen „destilliert“ wurden. Digitalisierung reiße die Mauern bisher verteidigungsfähiger Geschäftsmodelle nieder. Es gebe kein Herrschaftswissen mehr, auf das sich etablierte Geschäftsmodelle stützen können, etwa Versicherungen, Banken, Steuerberater.

Eine Umfrage des Deutschen Industrie- und Handelskammertags (DIHK) zeigt: 80 Prozent der Industriebetriebe und unternehmensnahen Dienstleister sehen die Entwicklung neuer, digitaler Geschäftsmodelle als wichtig. Auch in Handel und Tourismus gewinnt die Digitalisierung an Bedeutung. Der Wettbewerbsdruck wächst, denn die Kunden sind in der Regel gut vernetzt und informiert. Sie erwarten Qualität sowie individuelle Produkte und Lösungen.

IHK-Hauptgeschäftsführer Dr. Jürgen Helmes Foto: Moosburger/IHK

Der technologische Fortschritt eröffnet neue Möglichkeiten bei der Vernetzung verschiedener Akteure und Komponenten sowie bei der Analyse geschäftsrelevanter Daten, erklärt Helmes. Hier kämen digitale Geschäftsmodelle ins Spiel. Das Internet schaffe neue Kundenlösungen und verbessere die Kundenbeziehung. Die Innovationen stellten traditionelle Geschäftsmodelle in Frage.

„Die Digitalisierung nimmt bei vielen Geschäfts- und Arbeitsprozessen eine zentrale Stellung ein. Die Potenziale sind hier noch lange nicht ausgeschöpft“, ist sich Helmes sicher. Zugleich ziehe sich der digitale Wandel durch alle Unternehmensbereiche. „Unsere Aufgabe ist es, Betriebe zu sensibilisieren und praxisnahe Informationen zum Thema zur Verfügung zu stellen“, so Helmes.

Gute Perspektiven in Ostbayern

Er sieht den Wirtschaftsraum Oberpfalz-Kelheim für das digitale Zeitalter gut gerüstet. Neben innovativen Unternehmen und einer dynamischen Gründerszene gebe es viele wissenschaftliche Einrichtungen, die den digitalen Wissens- und Technologietransfer unterstützen. „Es ist wichtiger denn je, dass eine digitale Infrastruktur flächendeckend zur Verfügung steht. Wir sind auf einem guten Weg, der konsequent weitergegangen werden muss“, meint Helmes.

Darüber hinaus änderten sich die Anforderungen an die Mitarbeiter. Unternehmen sollten ihre Fachkräfte durch Weiterbildungen auf dem aktuellsten Stand halten. Ebenso werde die Gewinnung von Nachwuchs-, Fach- und Führungskräften, die passende Qualifikationen für die Arbeitswelt 4.0 mitbringen, immer wichtiger. (fl)

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