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Wirtschaft
Mittwoch, 13. Dezember 2017 3

Veranstaltung

Fortschritt braucht lebenslanges Lernen

Die Digitalisierung verändert die Arbeitswelt. Wissenschaftler und Führungskräfte diskutierten über die Folgen.
Von Dagmar Unrecht, MZ

Mensch und Roboter arbeiten bereits Hand in Hand – wie hier zum Beispiel in der Audi-Produktion. Foto: obs/Audi AG

Regensburg.Nichts bleibt, wie es ist – das gilt insbesondere in der modernen Arbeitswelt. Die rasante Entwicklung intelligenter Technologien stellt Mitarbeiter und Unternehmen vor große Herausforderungen. Maschinen sind in der Lage, immer mehr Aufgaben zu übernehmen. Berufe verändern sich oder fallen ganz weg und Arbeitnehmer müssen sich ein Leben lang weiterqualifizieren. Wie die Digitalisierung unseren Arbeitsalltag verändert, war am Montag das Thema des 2. Regensburger Scientific Leadership Day mit dem Titel „Arbeit und Arbeiten 4.0“. Dazu eingeladen hatte die Gesellschaft für empirische Organisationsforschung (GfeO). Rund 45 Teilnehmer aus Wirtschaft und Wissenschaft kamen in die TechBase Regensburg, um sich auszutauschen.

„Unser Ziel ist, Befunde aus der Wissenschaft mit den Bedürfnissen der Praxis zu verbinden“, sagt GfeO-Geschäftsführerin Dörthe Dehe. Über das Arbeiten in der Zukunft werde viel diskutiert. „Es ist ein Thema, das uns noch lange begleiten wird“, ist Dörthe Dehe überzeugt.

Berufe fallen weg

Das wurde am Montag in zahlreichen Fachvorträgen deutlich. Die Experten referierten unter anderem über „Werte in der Arbeitswelt der Zukunft“, „Personalgewinnung in Zeiten der Digitalisierung“ oder auch „Organisationen im kognitiven Zeitalter“. Michael Staab, Personalleiter bei Continental in Regensburg, sprach über das Thema „Mensch und Roboter im Team“. Dabei machte er klar, wie wichtig die Qualifizierung von Mitarbeitern ist. „In zwanzig Jahren wird es fünfzig Prozent der heutigen Berufe nicht mehr geben“, so Staab. Durch die Industrie 4.0 entstünden neue Arbeitsplätze. Schon heute gebe es interessante neue Ausbildungsberufe. Für Mitarbeiter sei wichtig, keine Angst vor neuen Techniken zu haben. „Intelligente, selbstständig agierende Maschinen gehören zu unserem Alltag.“ Lebenslanges Lernen werden bei Continental gefördert und gefordert, so Staab. Dabei spiele die Kommunikation mit den Mitarbeitern eine zentrale Rolle. „Wir müssen die Menschen abholen.“ Die Leute wollten wissen, was auf sie zukomme. Zugleich betonte er, dass der Mensch, seine Gesundheit und seine Bedürfnisse, auch beim technologischen Fortschritt immer im Mittelpunkt stünden.

In einer großangelegten MZ-Serie zu Künstlicher Intelligenz haben wir uns intensiv damit beschäftigt, welche Folgen die technologische Entwicklung nach sich zieht. Hier finden Sie die komplette Serie!

Gute Arbeit hält gesund

Peter Fischer, Professor für Sozial-, Arbeits-, Organisations- und Wirtschaftspsychologie an der Universität Regensburg, machte in seinem Vortrag deutlich, dass gute Leistungen und Menschenwürde Hand in Hand gehen. „Wo Menschen gerne arbeiten und etwas leisten, bleiben sie auch gesund.“ Die Digitalisierung helfe dabei, schnell Daten zu erheben. Führungskräfte hätten dadurch verschiedene Werkzeuge zur Verfügung, zum Beispiel auch dafür, das Klima im Team zu erkunden. So könnten digitale Systeme genutzt werden, um „menschliche Systeme zu optimieren“, so Fischer. Auch er bestätigte, dass bestimmte Arbeitsplätze künftig wegfallen werden. „Die Verwaltung wird man irgendwann nicht mehr brauchen.“ Die Art des Zusammenarbeitens verändere sich radikal. Es gebe einen Trend zur Dezentralisierung, etablierte Geschäftsmodelle kämen ins Straucheln, so Fischer. Große Firmen müssten von Start-ups lernen. „Es ist eine Illusion zu glauben, dass die Welt stabil ist.“

Lesen Sie hier einen Essay zum Thema Künstliche Intelligenz: „Guten Morgen, Kollege Roboter“.

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