mz_logo

Wirtschaft
Mittwoch, 17. Januar 2018 11

EU

Fragwürdige Ikea-Steuerdeals im Visier

EU-Wettbewerbshüter untersuchen dubiose Steuerregelungen des Möbelkonzerns. Auch gegen Apple und Amazon wurde vorgegangen.

Die EU nimmt diverse Steuervorteile vom Möbelhändler Ikea unter die Lupe. Foto: Fredrik von Erichsen

Brüssel.Amazon, Apple - nun Ikea: Die EU-Kommisiion geht seit geraumer Zeit mit Nachdruck gegen mögliche Steuervorteile großer Konzerne in der EU vor. Diesmal erwischt es IKEA in den Niederlanden.

Eine eingehende Prüfung wegen fragwürdiger Steuerregelungen werde eingeleitet, teilte die EU-Kommission am Montag in Brüssel mit.

Gewinne künstlich verlagert

„Alle Unternehmen, ob nun groß oder klein, multinational oder nicht, sollten ihren gerechten Steueranteil zahlen“, sagte die zuständige EU-Kommissarin Margrethe Vestager. „Es geht nicht, dass Mitgliedstaaten es bestimmten Unternehmen gestatten, weniger Steuern zu zahlen, indem sie ihre Gewinne künstlich woanders hin verlagern dürfen. Wir werden die steuerliche Behandlung von Inter Ikea in den Niederlanden nun sorgfältig prüfen.“

Der Brüsseler Behörde zufolge ist das Geschäft von Ikea als Franchisemodell organisiert. Das bedeutet, dass die nun im Fokus stehende Inter Ikea Gruppe nicht Eigentümer der einzelnen Ikea-Geschäfte ist. Stattdessen zahlen alle Ikea-Shops weltweit eine Franchisegebühr in Höhe von drei Prozent des Umsatzes an eine in den Niederlanden ansässige Tochterfirma mit dem Namen Inter Ikea Systems.

Bei Apple geht es um 13 Milliarden Euro

Die Wettbewerbshüter haben nun Bedenken, dass diese Firma in den Niederlanden von unzulässigen Steuervorteilen profitiert habe. Dadurch seien die steuerpflichtigen Gewinne erheblich gesenkt und andere Wettbewerber benachteiligt worden.

EU-Kommissarin Vestager hatte zuletzt unter anderem mit einer Entscheidung gegen den US-Technologiekonzern Apple für Aufsehen gesorgt. Eine Steuerregelung Irlands für den Konzern war demnach illegal, das Land muss nun gut 13 Milliarden Euro an Steuern eintreiben. Irland und Apple wehren sich vor Gericht gegen den Entscheid. (dpa)

Weitere Nachrichten aus der Wirtschaft lesen Sie hier.

Die Kommentarfunktion steht exklusiv unseren Abonnenten zur Verfügung. Als Abonnent melden Sie sich bitte an oder registrieren Sie sich. Alle anderen Nutzer finden preiswerte Angebote in unserem Aboshop.

Anmelden Registrieren Zum Abo-Shop

Sie sind noch nicht registriert?

Neu registrieren

MessageBox

Nachricht