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Wirtschaft
Dienstag, 12. Dezember 2017 5

Bargeld

Frischer Glanz für den 50-Euro-Schein

In gut zwei Wochen gibt es die neue 50-Euro-Note. Sie erhält kräftigere Farben und viele weitere neue Sicherheitsmerkmale.
Von Bernhard Fleischmann; MZ

Der stellvertretende Leiter der Bundesbank-Filiale Regensburg, Walter Räbiger, zeigt den neuen 50-Euro-Schein. Foto: Fleischmann

Regensburg.Intensivere Farben – das ist vermutlich das auffälligste Merkmal der neuen Geldscheine. In gut zwei Wochen, am 4. April, werden die Notenbanken in Europa den runderneuerten 50-Euro-Schein zum ersten Mal offiziell unters Volk bringen. Bereits sechs bis sieben Wochen später dürfte der neue 50er in Deutschland in größerer Zahl in Umlauf sein als jener Schein, den wir heute noch in Händen halten. So war es zumindest bei der vorausgegangenen Einführung der 20-Euro-Note. Beim 50er dürfte das genauso eintreten, sagte der stellvertretende Leiter der Filiale Regensburg der Deutschen Bundesbank, Walter Räbiger, am Montag bei der Pressevorstellung des Scheines in den Räumen seines Hauses.

Milliarden Scheine schon gedruckt

5,4 Milliarden Exemplare der Banknote stehen zum Start europaweit zur Verfügung, um sie über Geldautomaten, Bankschalter und Ladenkassen in Umlauf zu bringen. Laut Räbiger wiegen diese Scheine zusammen 5400 Tonnen und würden nebeneinandergelegt eine Fläche von 8200 Fußballfeldern bedecken.

Probleme wie bei der Einführung des 5-Euro-Scheins im Jahr 2013, dem ersten dieser neuen „Europa-Serie“, seien nicht zu erwarten, sagten Räbiger und der Leiter für Bar- und Zahlungsverkehr, Heinz Fleischmann. Damals akzeptierten etwa Automaten der Bahn den neuen Schein einige Zeit lang nicht. Die Test- und Adaptionsphase wurde von vier auf neun Monate ausgedehnt, damit sich die Beteiligten ausreichend vorbereiten konnten.

Der neue 50-Euro-Schein von vorne Foto: dpa

Der beliebteste Geldschein

Beim 50-Euro-Schein ist das besonders wichtig, denn die Note mit diesem Wert ist die mit Abstand am weitesten verbreitete Euro-Note. 46 Prozent aller Euro-Scheine lauten auf 50 Euro. Mit deutlichem Abstand (18 Prozent Volumen) folgt der 20er, dann kommen 10er und 100er gleichauf, 5er, 500er und 200er.

Ebenso beliebt ist er bei Falschgeldherstellern. Falsche 50er sind die mit großem Abstand häufigsten illegalen Euro-Geldscheine. Mehr als die Hälfte der entdeckten falschen Euro-Noten waren 50er. Recht beliebt bei Kriminellen war auch mal der 20er. Doch seit der Einführung der neuen Note im November 2015 ging die Zahl der Fälschungen beim Vorgängerschein massiv zurück und der Neue kommt auch nicht allzu häufig vor. Insgesamt gibt es heute deutlich weniger falsche 20er.

Der überarbeitete 50er fällt neben der kräftigen Farbe durch die etwas veränderten Motive und die Smaragdzahl auf der Vorderseite auf. Er besteht nach wie vor aus Baumwolle, bekommt nun aber einen kleinen Kunststoffanteil hinzu. Grund ist ein kleines Durchsichtfenster, das ins Licht gehalten das Porträt der Europa zeigt. Ebenso wie seine Vorgänger (5, 10 und 20 Euro) erhält der Schein fühlbare Merkmale, welche Blinden den Umgang erleichtern sollen.

Zusätzliche Sicherheitsmerkmale beim neuen 50-Euro-Schein Foto: dpa

Ein Schein kostet acht Cent

Auch wenn die bisherigen Scheine relativ schnell weitgehend aus dem Verkehr gezogen werden, unbedingt loswerden muss man sie nicht. Denn sie bleiben für unbegrenzte Zeit gültig.

Die Kosten der Einführung betragen pro Schein acht Cent, sagte Fleischmann. Wie viele Scheine die hiesige Bundesbank-Filiale, die für die Oberpfalz und Niederbayern zuständig ist, zum Start bereithält, wollten die Verantwortlichen aus Sicherheitsgründen nicht verraten. Nur so viel: Das Bearbeitungsvolumen aller fünf bayerischen Bundesbank-Filialen beträgt pro Jahr zwei Milliarden Banknoten und 15 000 Tonnen Münzen.

Die großen Scheine dauern noch etwas

Mit der Ausgabe des 50-Euro-Scheins sind bereits vier Stückelungen der Euro-Noten ersetzt. Vorausgegangen waren die kleineren Werte mit 5, 10 und 20 Euro.

Die Umstellung der größeren Scheine lässt noch etwas auf sich warten. Geplant ist die Einführung der erneuerten Scheine im Wert von 100 und 200 Euro gegen Ende des Jahres 2018. Beide Scheine sollen gleichzeitig in Umlauf gebracht werden. Wegen der einigermaßen überschaubaren Stückzahlen halten die Notenbanken das für machbar.

Der große 500-Euro-Schein wird nicht ersetzt. Er bleibt zwar gültig, es wird aber keine neuen Scheine mehr geben.

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