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Montag, 19. Februar 2018 2

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Geschicktes Sparen in Nullzins-Zeiten

Seit Jahren werfen Tagesgeld und Co. kaum noch etwas ab. Clevere Sparer können trotzdem die Inflationsrate schlagen.
Von Falk Zielke, dpa

Für Geld auf dem Sparbuch bekommen Kunden kaum bis gar keine Zinsen. Wer mehr rausholen will, muss mehr Risiko eingehen. Foto: Oliver Berg/dpa

Frankfurt.Sparen? Ja, gerne. Viele Bundesbürger legen regelmäßig Geld beiseite. Auf lukrative Anlageformen achten sie nicht unbedingt. Die Mehrheit nutzt dafür das Girokonto (59 Prozent) oder das Sparbuch (52 Prozent), wie eine Umfrage des Marktforschungsinstituts Toluna im Auftrag der Comdirect Bank zeigt. Rund ein Drittel hat ein Tagesgeldkonto (34 Prozent) oder bewahrt einfach nur Bargeld zu Hause auf (33 Prozent).

Viel Rendite springt dabei aber im Moment nicht heraus. „Viele Banken zahlen derzeit für Tagesgeld 0 Prozent Zinsen“, sagt Max Herbst von der FMH Finanzberatung in Frankfurt am Main. Vom Sparen abraten würde er trotzdem nicht: „Wer jeden Monat 100 Euro beiseitelegt, hat nach zwei Jahren 2400 Euro angespart.“ Geld, das dann zum Beispiel für eine Reise oder Möbel ausgegeben werden kann.

Die Bank gut aussuchen

Max Herbst, Finanzexperte und Inhaber der FMH Finanzberatung Foto: FHM Finanzberatung/dpa-tmn

Wer schon einen größeren Betrag angespart hat, sollte sich nach guten Angeboten umsehen. „Es gibt durchaus Banken, die Neukunden bis zu einem Prozent Zinsen für Tagesgeld zahlen“, hat Herbst beobachtet. Doch Vorsicht: Im Kleingedruckten verstecken sich oft Fallen – zum Beispiel die Bedingung, dass der Zinssatz nur für sechs Monate garantiert wird. Bei einem Anlagebetrag von 10 000 Euro bekommt der Sparer aber immerhin 50 Euro Zinsen.

„Es gibt durchaus Banken, die Neukunden bis zu 1 Prozent Zinsen für Tagesgeld zahlen.“

Max Herbst, Finanzexperte und Inhaber der FMH Finanzberatung

Mehr rausholen können sicherheitsorientierte Sparer, wenn sie Einmalbeträge in lukrative Festgeldanlagen investieren. Zwar liegt der durchschnittliche Zinssatz bei einer Laufzeit von zwölf Monaten laut FMH derzeit bei gerade einmal 0,19 Prozent. Gute Anbieter zahlen hier allerdings bis zu 1,26 Prozent Zinsen. Bei einer Laufzeit von drei Jahren sind sogar bis zu 1,70 Prozent Zinsen jährlich möglich.

Der Haken: Die gut verzinsten Angebote, die auch über Zinsportale zugänglich sind, kommen oft von ausländischen Banken, etwa aus Bulgarien oder Rumänien. Laut Stiftung Warentest sind solche Angebote wenig empfehlenswert. „Wir halten die Sicherungseinrichtungen dieser Länder mit geringer Wirtschaftskraft für nicht stabil genug, um bei einer Bankpleite alle Kunden zeitnah zu entschädigen“, schreibt „Finanztest“ (Heft 2/2018).

Sicher ist Spargeld aus Sicht der Experten bei Banken aus Deutschland, Belgien, Österreich, Frankreich, Großbritannien oder Schweden. Die besten Anbieter zahlen hier laut „Finanztest“ für Festgeld mit einer Laufzeit von einem Jahr immerhin 1,00 Prozent Zinsen und bei einer Laufzeit von drei Jahren 1,35 Prozent. Wer sein Geld für fünf Jahre fest anlegt, kann den Warentestern zufolge bis zu 1,80 Prozent bekommen. Sinnvoll ist ein so langer Zeitraum nicht unbedingt, sagt Herbst. „Bis dahin sollten die Zinsen insgesamt wieder gestiegen sein.“ Sparer, die mehr wollen, müssen mehr riskieren. Eine Möglichkeit sind Aktien, die Dividenden ausschütten. Rund 46 Milliarden Euro haben allein die in Deutschland an den Börsen notierten Unternehmen 2017 an ihre Aktionäre ausgeschüttet. Der Löwenanteil, knapp 32 Milliarden Euro, entfiel laut Deutscher Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW) auf die 30 im Dax notierten Unternehmen.

Jürgen Kurz, Sprecher der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW) Foto: DSW/dpa-tmn

In den vier Indizes Dax, MDax, SDax und TecDax lag die durchschnittliche Dividendenrendite 2017 bei 2,5 Prozent, und damit weit über den besten derzeit erhältlichen Zins-Angeboten der Banken. Viel geringer wird die Beteiligung 2018 voraussichtlich nicht ausfallen. „Vorsichtige Schätzungen gehen davon aus, dass 2018 um die 50 Milliarden Euro ausgeschüttet werden“, sagt DSW-Sprecher Jürgen Kurz.

Experten raten zum Anlage-Mix

Um die Rendite und das Risiko in ein ausgewogenes Verhältnis zu bringen, ist eine Mischung aus Aktien und Zinsanlagen ratsam. Börsengehandelte Indexfonds (ETFs) bieten auch wenig erfahrenen Anlegern eine einfache Möglichkeit, in Aktien zu investieren. Diese Fonds bilden einen Börsenindex nach. Wer zum Beispiel einen Teil seines Geldes in einen ETF auf den Dax steckt, profitiert so auch von den künftigen Dividendenzahlungen.

Mit der richtigen Verteilung können Anleger sogar erreichen, dass das eingesetzte Kapital am Ende erhalten bleibt, wenn die Kurse an den Börsen nachgeben. Ein Beispiel: Wer Festgeld für 1,75 Prozent auf zehn Jahre anlegt, kann seinem Garantiedepot einen Aktienanteil von 15,9 Prozent beimischen. Der Zinsertrag des Festgelds könne über die Laufzeit einen Totalverlust der Aktien ausgleichen. Ein Totalverlust ist bei weltweit anlegenden Indexfonds, etwa auf den MSCI World-Index, aber unwahrscheinlich. Denn dazu müssten die Aktien aller rund 1600 in dem Index erfassten Unternehmen wertlos werden.

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