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Wirtschaft
Donnerstag, 27. Juli 2017 16° 7

Arbeit

Mahamed wäre gern Mechaniker

Mahamed hat einen langen Weg aus Ostafrika nach Regensburg hinter sich. Ob er bleiben darf, weiß er noch nicht.
Von Martin Anton, MZ

Mahamed Ahmed arbeitet nachmittags in einer Reifenwerkstatt in Burgweinting. Foto: Anton

Regensburg.Schwierig ist ein Wort, das Mahamed Ahmed häufig sagt. Das Warten auf Nachricht vom Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF), die Ungewissheit, ob er in seiner Wohnung bleiben darf, einen Ausbildungsplatz in Deutschland finden – alles schwierig. Trotzdem vergeht Mahamed das Lächeln nicht. Seit 15 Monaten ist der Somalier in Deutschland. In seiner Heimat bekämpfen sich Milizen, sein Vater kam zwischen die Fronten. Mahamed und sein Bruder wollten nicht die Nächsten sein.

Etwa acht Monate war er unterwegs nach Deutschland, berichtet Mahamed. „Schwierig“ sagt er wieder, aber diesmal klingt es düster, traurig. Sein Bruder ist auf der Reise gestorben, wochenlang saß Mahamed in einem libyschen Gefängnis, bevor er sich über das Mittelmeer auf den Weg machte. Verwandte hat er keine in Europa, seine Mutter lebt noch in der zwischen Somalia und Äthiopien umkämpften Ogaden-Region. Mahamed kam von München nach Regenstauf ins Thomas Wiser Haus. Dort wohnte er zunächst in einer Jugendwohngruppe und dann in der neu eröffneten Gruppe „Sindbad„ für minderjährige unbegleitete Flüchtlinge. Diese hatte ihre Räumlichkeiten erst in Kallmünz und zog dann nach Pettendorf im Landkreis Regensburg um.

Überall hätten ihn die Leute sehr nett empfangen, berichtet Mahamed. Schwierig sei es jedes Mal gewesen wieder umzuziehen, weg von den Nachbarn, den neuen Freunden, dem Verein. In Regenstauf und später in Kallmünz spielte Mahamed Fußball, wurde sehr gut aufgenommen wie er sagt, hatte „tolle Trainer und Mitspieler“. Jetzt spielt er in Prüfening – und es steht ein erneuter Umzug bevor. Seit einigen Monaten ist Mahamed 18, also zu alt für die Gruppe in Pettendorf. In eine eigene Wohnung darf er nicht ziehen so lange er wirtschaftlich nicht unabhängig ist. Er wird einer Unterkunft zugewiesen, wo er sich mit zwei weiteren Männern ein Zimmer teilen muss. Eine schwierige Situation, die Mahamed belastet.

Morgens besucht er den Unterricht für berufsschulpflichtige Asylbewerber und Flüchtlinge. Hier lernt er deutsch und soll auf das Leben hier vorbereitet werden, auch auf das Berufsleben. Nachmittags jobbt er bei einer Reifenwerkstatt in Burgweinting. Mit Autos hat er schon in seiner Heimat gearbeitet. Am liebsten würde er eine Ausbildung zum Mechaniker für Reifen- und Vulkanisationstechnik machen. Doch zunächst hofft er darauf, dass sein Asylantrag genehmigt, beziehungsweise, dass er zu seiner Anhörung eingeladen wird. Seit Monaten liegt der Antrag beim BAMF. Anträge Minderjähriger werden dort zurzeit zurückgestellt. Nicht zu wissen, ob er bleiben darf, das sei das Schwierigste, sagt Mahamed.

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