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Wirtschaft
Donnerstag, 23. November 2017 10° 4

Projekt

Nachwuchs für die Höhle der Löwen

In Regensburg startete am Donnerstag der Gründungswettbewerb „Ideen machen Schule“. Rund 1000 Schüler sind diesmal dabei.
Von Isolde Stöcker-Gietl, MZ

Die Schülerinnen der 8. Klasse am Marien-Gymnasium Regensburg haben bereits zündende Ideen. Foto: Lex

Regensburg.Auf die Frage, wer schon einmal die Gründersendung „Die Höhle der Löwen“ im Fernsehen gesehen hat, schießen die Zeigefinger in die Höhe. Reißfeste Strumpfhosen, Abfluss-Feen oder Postkarten aus Holz – was haben die Jungunternehmer nicht alles für Ideen, für die sie die Investoren begeistern wollen. Auch rund 1000 Schüler – s0 viele wie nie zuvor in den vergangenen 17 Jahren – haben sich in diesem Jahr für den Wettbewerb „Ideen machen Schule“ der Hans-Lindner-Stiftung im Raum Niederbayern-Oberpfalz angemeldet. Am Donnerstagnachmittag fand die Auftaktveranstaltung für den Regionalwettbewerb Regensburg-Kelheim in unserem Medienhaus statt. 35 Senior-Teams (ab 10. Klasse) und 5 Juniorteams (8. und 9. Klasse) treten an.

Schüler als Gründer

  • Das Projekt:

    Schüler aller Schularten ab der 8. Klasse aus Niederbayern und der Oberpfalz können im Rahmen des Existenzgründerwettbewerbes der Hans- Lindner-Stiftung realitätsnahe Gründungskonzepte auf der Basis selbst erdachter Geschäftsideen entwickeln.

  • Die Entwicklung:

    Nach ca. vier Monaten Planungsarbeit stellen die „Konzeptautoren“ ihre Ergebnisse einer Jury vor und werden mit Geldpreisen prämiert.

  • Der Start:

    „Ideen machen Schule“ startete im Jahr 2000. Jährlich nehmen bis zu 1000 Schüler teil.

  • Der Stifter:

    Die Hans-Lindner-Stiftung wurde von Unternehmer Hans Lindner in Arnstorf gegründet. Lindner machte aus seinem Handwerksbetrieb für Innenausbau ein spezialisiertes Unternehmen mit über 6500 Mitarbeitern in 20 Ländern.

Zwei Teams aus der 8. Klasse des Marien-Gymnasiums Regensburg sind bereits am Erarbeiten ihrer Konzepte. „Bag for Pack“ wollen Rucksäcke herstellen, die sich auch in modische Taschen umwandeln lassen. Das zweite Team ist noch auf der Suche nach einem passenden Firmennamen, weiß aber schon, dass die Geschäftsidee fair gehandelte Müsliriegel sein werden.

Auf dem Weg zum eigenen Unternehmen müssen die Schüler allerdings einige Hürden meistern. Brigitte Urlberger und Stephanie Geltinger informieren über den Ablauf des Planspiels. Die Schüler müssen mit einem fiktiven Startguthaben von 25 000 Euro ihre Idee in die Tat umsetzen. Dabei handeln sie wie jeder Firmengründer. Sie loten die Konkurrenzsituation aus, untersuchen, ob für ihr Produkt überhaupt ein Markt besteht, entwerfen ein Firmendesign – und das Wichtigste – erarbeiten einen Businessplan, um festzustellen, ob mit der Geschäftsidee am Ende auch Erträge erwirtschaftet werden können. Dafür holen sich die Schüler Informationen bei Banken, Anwälten und regionalen Partnern des Projektes. „Es ist eine herausfordernde und zeitintensive Aufgabe für die Jungunternehmer, die dafür einen Großteil ihrer Freizeit opfern“, weiß Urlberger. Für die Schüler sei es aber auch eine riesige Chance, betonte Geltinger. Denn jeder zehnte Schüler werde später einmal ein Unternehmen gründen und könne dann auf dieses Wissen zurückgreifen. Und wer weiß: Vielleicht schafft es ein „Ideen machen Schule“-Projekt irgendwann nicht nur vor die Jury der Hans-Lindner-Stiftung, sondern in die „Höhle der Löwen“.

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