mz_logo

Wirtschaft
Montag, 20. November 2017 11

Börse

Vielfalt ist die Stärke Ostbayerns

Ein Mix aus Global Playern und innovativem Mittelstand sorgt dafür, dass Ostbayerns Wirtschaft besonders gut dasteht.
Von Martin Angerer, Wirtschaftszeitung

Bulle und Bär – die Symbole für steigende beziehungsweise fallende Börsenkurse. Ein Bullenmarkt ist der seit jahren nach oben kletternde imaginäre ostbayerische Aktienindex DOX. Foto: <Media:w>/dpa

Ostbayern.Beim Blick auf die stetig steigenden Kurven des DOX-Diagramms kann sich Toni Lautenschläger ein zufriedenes Lächeln nicht verkneifen. „Das ist schon toll, wenn man sieht, was für ein stabiles und lineares Wachstum hier sichtbar wird“, sagt der Leiter des Regensburger Amts für Wissenschaft und Wirtschaft. Seit sieben Jahren stellt Lautenschläger jeden Monat der Wirtschaftszeitung die 30 Werte des DOX, des ostbayerischen Aktienindex, zur Verfügung.

Die Idee, mit einem Index der für die Region bedeutendsten börsennotierten Unternehmen die Entwicklung des Wirtschaftsstandorts Ostbayern abzubilden, entstand 2010 im Vorfeld der ersten Ausgabe der Wirtschaftszeitung. Bereits seit 2001 bilden die Regensburger Wirtschaftsförderer den RETAX ab. Hier sind die aktuell 18 stärksten Regensburger Technologieunternehmen gelistet. Das ausgeklügelte System, das die Bedeutung der Unternehmen für die Region nach Kriterien wie Mitarbeiterzahl oder Unternehmensaktivitäten in der Region bewertet, wurde von dem Regensburger Ökonomen und Chef des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) Prof. Dr. Joachim Möller wissenschaftlich begleitet und verfeinert. Der RETAX zeigt dabei eine noch dynamischere Entwicklung als der DOX. „Wir wollten damals zeigen, wie viele technologisch innovative Firmen in Stadt und Landkreis Regensburg vertreten sind. Und wenn man sich anschaut, wie dieser Index durch die Decke geht, gibt einem das schon das Gefühl, etwas richtig gemacht zu haben“, sagt Lautenschläger. Der RETAX konnte seit 2010 um beeindruckende 147 Prozent zulegen, der DOX folgt knapp dahinter mit plus 139 Prozent. Der DAX fällt dagegen fast schon ab mit aber immer noch starken plus 108 Prozent in den vergangenen sieben Jahren.

Aber was macht nun die Stärke der ostbayerischen Unternehmen aus? Für Lautenschläger ist es die Kombination aus mehreren Stärken. „Wir setzen in der Region auf Hochtechnologie.

Diese Unternehmen haben top Produkte, die sich in einem globalen Wettbewerb durchsetzen können. Gute Beispiele sind hier BMW, Osram oder auch Krones und Mühlbauer. Dazu gesellen sich solide Werte, die für die Stabilisierung sorgen, wie etwa Siemens, Schneider Electric, Südzucker oder BHS Tabletop. Was alle Unternehmen gemeinsam auszeichnet, ist, dass sie ertragreich sind und eine hohe Wertschöpfung generieren. Fast alle im DOX vertretenen Firmen haben in den vergangenen Jahren spürbare Dividenden ausgezahlt.“ Der Fokus in Ostbayern liegt klar auf Produktion und Technologie. Dienstleister sind weniger stark repräsentiert. „Die Konzentration auf Wertschöpfung und Produktion zahlt sich aus, das ist deutlich sichtbar“, erläutert Toni Lautenschläger. Insofern spiegelt die Entwicklung des ostbayerischen Aktienindex DOX die Stärke der Unternehmen und die Stärke der Region wider. Ganz frei von Schwankungen ist allerdings auch der ostbayerische Wirtschaftsraum nicht, wie das Beispiel Infineon zeigt. Der Chiphersteller befand sich bis 2008 auf Talfahrt. Heute glänzt nicht nur die Kursentwicklung der Infineon-Papiere an der Börse, auch Regensburg profitiert vom Aufschwung, was die jüngste Investition in den Standort mit einem Volumen von über 100 Millionen Euro belegt. „Infineon ist mittlerweile wieder ein echter Impulsgeber in der Region“, freut sich Lautenschläger.

Doch auch der erfolgsverwöhnte Wirtschaftsstandort Ostbayern musste Rückschläge verkraften. Der Rückzug der Südzucker AG aus Regensburg war so ein Einschnitt. Im DOX ist Südzucker wegen des Plattlinger Standorts allerdings noch vertreten. Auch Pfleiderer oder Internetfirmen wie Adori oder die Feedback AG verabschiedeten sich aus dem DOX. In die Bresche sprangen dafür neue Werte wie Osram, das seit dem Börsengang 2013 auch im DOX vertreten ist und für Furore sorgt.

Lesen Sie zu diesem Thema auch:

Die Erfolgsformeln der DOX-Firmen

„Ich würde sofort DOX-Anteile kaufen“

Dieser Text ist ein Beitrag aus der Wirtschaftszeitung. Hier geht es zum E-Paper: www.die-wirtschaftszeitung.de/epaper

Methodik im DOX

  • Kriterien

    Der DOX bewertet die Bedeutung eines Unternehmens für die Region. Neben der Börsennotierung fließt als Kriterium zum einen die Mitarbeiterzahl ein. Hier gibt es Punkte für unterschiedliche Klassengrößen bei der Anzahl der Mitarbeiter in Ostbayern. Ein weiteres Kriterium ist die Aktivität in der Region. Hier gibt es jeweils einen Punkt für die Merkmale „Produktion in der Region“, „Dienstleistung in der Region“, „Forschung und Entwicklung in der Region“, „Headquarter-Funktion in der Region“, „Tochterunternehmen in der Region“.

  • Bedeutungswert:

    Das Produkt aus den Punktzahlen in den Bereichen „Mitarbeiter“ und „Aktivitäten“ ergibt den Bedeutungswert des Unternehmens und damit die Gewichtung innerhalb des DOX.Den aktuellen DOX-Wert und den Vergleich mit dem DAX-Wert bilden wir jeden Monat auf der „Finanzen & Recht“-Seite in der Wirtschaftszeitung ab (Seite 12).

Die Kommentarfunktion steht exklusiv unseren Abonnenten zur Verfügung. Als Abonnent melden Sie sich bitte an oder registrieren Sie sich. Alle anderen Nutzer finden preiswerte Angebote in unserem Aboshop.

Anmelden Registrieren Zum Abo-Shop

Sie sind noch nicht registriert?

Neu registrieren

MessageBox

Nachricht