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Wirtschaft
Samstag, 18. November 2017 5

Finanzen

Zweifelhaftes Versprechen der Händler

Viele Händler locken mit eigenen Kreditkarten und dem Versprechen vieler Vorteile. Verbraucherschützer warnen dennoch.
Von Erich Reimann, dpa

Die Visa-Karte oder Mastercard von der Bahn oder Lufthansa: Die Liste der Anbieter wächst und wächst. Foto: dpa

Düsseldorf.Jetzt macht es auch Ikea: Seit Anfang August bietet der schwedische Möbelhändler seinen deutschen Kunden eine eigene Kreditkarte an. Ein Vorreiter ist das Möbelhaus damit allerdings nicht. In den vergangenen Jahren haben immer mehr Einzelhändler, Autobauer und sogar Fußballvereine in Zusammenarbeit mit Banken Kreditkarten auf den Markt gebracht, die ihren Namen tragen. Verbraucherschützer raten allerdings dazu, die Konditionen genau zu prüfen, bevor man unterschreibt.

Die Liste der Anbieter ist fast endlos: Der Internetriese Amazon lockt längst ebenso mit einer eigenen Karte wie die traditionsreichen Warenhäuser Karstadt und Kaufhof oder die Drogeriemarktkette dm. VW oder Mercedes haben das kostbare Stück Plastik ebenso im Angebot wie Lufthansa, Air Berlin, die Deutsche Bahn, der ADAC oder Bayern München. Das Besondere dabei: In der Regel versprechen diese Kreditkarten neben den üblichen Funktionen noch ein gewisses Extra.

„Die Unternehmen wollen mit den eigenen Kreditkarten in einen engeren Kontakt zu den Kunden treten und die Kundenbindung verbessern“, erklärt der Marketing-Experte Martin Fassnacht von der Wirtschaftshochschule WHU die Strategie der Firmen. Deshalb sei es „unverzichtbar“, dass die Karten einen Zusatznutzen hätten, der sie von den „normalen“ Kreditkarten unterscheide. Und dieser Zusatznutzen müsse zum Unternehmen passen.

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„Die Besonderheit an der Ikea-Karte ist, dass sie den Kunden bei Einkäufen bei Ikea mit einem effektiven Jahreszins von 4,9 Prozent sehr günstige Kreditbedingungen für die Ratenzahlung bietet“, beschreibt Ikea-Sprecherin Isolde Debus-Spangenberg das Extra des Möbelhauses. Marketing-Experte Fassnacht hält das für einen geschickten Schachzug der Schweden. „Das erleichtert den Möbelkauf, falls der Kunde gerade knapp bei Kasse ist.“

Bei Verbraucherschützern stößt das allerdings nicht auf uneingeschränkte Begeisterung. „Bei jeder Kreditkarte sollte sich der Verbraucher genau ansehen, ob er die darin enthaltenen Zusatzleistungen überhaupt benötigt“, urteilt etwa die Finanzexpertin Kerstin Schultz von der Verbraucherzentrale Sachsen. „Denn letztlich muss der Kunde dafür auf die eine oder andere Art bezahlen.“ Bei der Ikea-Kreditkarte etwa seien zwar die Raten-Konditionen für die Einkäufe bei Ikea selbst „akzeptabel“ – auch wenn es noch günstigere Offerten am Markt gebe. Doch der Zinssatz für Ratenkäufe abseits von Ikea sei mit 13,9 Prozent „viel zu hoch“, meint die Expertin.

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