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Wirtschaft
Montag, 11. Dezember 2017 7

IAA

Conti: Branche wird neu geordnet

Das vernetzte Autofahren wird nach Meinung des Zulieferers die Umsätze neu verteilen. Die weitgehend geschlossene Autowelt müsse sich öffnen.

Autozulieferer Continental hatte am Dienstag seine Partnerschaft mit IBM bekanntgegeben. Foto: dpa

Frankfurt/Main. Die wachsende Vernetzung von Mobilität wird nach Überzeugung des Autozulieferers Continental viele Abhängigkeiten in der Branche grundlegend neu sortieren. „Die Automobilindustrie ist ein geschlossener Club über Jahrzehnte gewesen – sehr stark dominiert aus der mechanischen Welt“, sagte Continentals Forschungschef für Autoelektronik, Christian Senger, am Mittwoch auf der IAA in Frankfurt. In den vergangenen Dekaden hätten immer die selben Partner den Löwenanteil des Umsatzes gemacht. „Mit dem Thema „Das Fahrzeug wird intelligent“ gilt es nun, die automobile Welt zu öffnen und mit einer IT-Industrie zusammenzubringen.“

Senger zufolge kann die junge Partnerschaft nicht mit einseitigen Anpassungen gelingen – beide Seiten müssten aufeinander zugehen. „Wir müssen uns finden“, sagte der Manager. Diese Herausforderung, zwei verschiedene Welten mit verschiedenen Geschäfts- und Arbeitskulturen zusammenzubringen, sei ähnlich herausfordernd wie die großen Fragen auf der Technikseite. „Das ist eine weitere Dimension, die neben der Technologie zu entwickeln ist“, betonte der Forschungschef.

Der Trend des vernetzten Fahrens beschreibt den Einzug von immer mehr intelligenter Sensorik und umfangreichen Komfortfunktionen in die Autos. Die Fahrzeuge sollen Gefahren erkennen, zur Not eingreifen und zunehmend automatisch unterwegs sein – vom Schrittfahren im Stau bis hin zur vollen Autopilotenfunktion. Letzteres dürfte laut Conti hierzulande auf Autobahnen bereits im Jahr 2025 Realität sein. Dann könnte der Fahrer fernsehen, E-Mails checken oder sogar schlafen.

Vernetzte Autos bringen Datenberge mit sich

Continental ist selber ein Beispiel für die von Senger genannten neuen Allianzen in der Branche. Der Dax-Konzern arbeitet seit kurzem mit dem Netzausrüster Cisco und dem Technologieriesen IBM zusammen - unter anderem, um die Datenberge der vernetzten Autos zu bewältigen. „So ein Rechenzentrum ist eine völlig andere Welt“, beschrieb Senger einen von zahlreichen Aspekten unter den neuen Herausforderungen.

Conti-Chef Elmar Degenhart hatte am Dienstag bekanntgegeben, dass das Unternehmen auch mit weiteren möglichen Partnern Kooperationen sondiere. Dabei gehe es unter anderem um hochpräzise Straßenkarten, sagte Senger. Das ist ein Pfund, mit dem zum Beispiel Nokia für sich wirbt. Der finnische Konzern, der kürzlich den Verkauf der Handy-Sparte besiegelte, ist dieses Jahr erstmals bei der IAA dabei. (dpa)

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