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Wirtschaft
Mittwoch, 1. März 2017 3

Messe

Minister Schmidt eröffnet Grüne Woche

Seit Freitag geht es in Berlin wieder ums Schlemmen. Der Bundeslandwirtschaftsminister trifft einen wichtigen Amtskollegen.

Wenn der Bundesminister für Landwirtschaft (C. Schmidt, CSU, M.) und Berlins Regierender Bürgermeister (M. Müller, SPD, Banane haltend) thailändische Bananen aus der Tüte essen, dann ist Grüne Woche. Foto: dpa

Berlin.Die Grüne Woche in Berlin hat am Freitag für die Besucher geöffnet. Bis zum 25. Januar präsentieren sich bei der weltgrößten Agrarmesse 1658 Aussteller aus 68 Ländern. Erwartet werden mehr als 400 000 Gäste. Diesjähriges Partnerland ist Lettland.

Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt (CSU) sprach beim Eröffnungsrundgang von einem „Schaufenster der Genüsse und der Verantwortung für Ernährung“. Er rief angesichts von Hunger und Mangelernährung in der Welt dazu auf, Lebensmittel nicht wegzuwerfen.

Deutschland und Russland haben ungeachtet aktueller Handelssanktionen das grundlegende Interesse an einem Ausbau der Geschäfte mit Agrarprodukten betont. Das machten Schmidt und sein russischer Amtskollege Nikolai Fjodorow nach einem Treffen auf der Agrarmesse deutlich. Schmidt sagte, die Ressortminister könnten die allgemeinpolitischen Schwierigkeiten nicht lösen. Wenn sich die generellen Beziehungen entwickelten, gelte es aber, „sehr schnell unsere Zusammenarbeit wieder zu intensivieren und den Warenaustausch zwischen den beiden Ländern zu verbessern“.

Moskau hat als Reaktion auf EU-Sanktionen wegen der Ukraine-Krise einen Importstopp für europäische Agrarprodukte verhängt. Russland ist aber mit einem großen Stand auf der Grünen Woche präsent.

Informationen über Herkunft und Zusammensetzung

Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD) sagte zum Messestart, diskutiert werden sollten bei der Grünen Woche auch Fragen der Produktion von Lebensmitteln und Verbraucherschutz. Dabei gehe es unter anderem darum, wie man sich besser über Herkunft und Zusammensetzung von Produkten informieren könne.

Der Grünen-Bundestagsabgeordnete Harald Ebner wirft Schmidt Mogelei in der Debatte um die Kennzeichnung von Gen-Produkten bei den TTIP-Verhandlungen zwischen EU und USA vor. Schmidt „mogelt sich aus der Affäre“, erklärte Ebner am Freitag in Berlin. Hintergrund des Vorwurfs sind Aussagen Schmidts über die künftige Erkennung von gentechnisch veränderten Nahrungsmitteln mit Hilfe von Smartphones.

Nach seiner Rückkehr von einer USA-Reise hatte Schmidt in der „ARD-Tagesschau“ Anfang Januar zu dem geplanten Freihandelsabkommen TTIP gesagt: „Das Angebot, das ich aus Washington mitbringe, ist mit einem Smartphone auszulesen – am Produkt, an der Verpackung – welche gentechnisch veränderten Organismen als Futtermittel gedient haben.“

Schmidt rudert zurück

Auf Anfrage des Grünen-Abgeordneten erklärte Schmidts Ministerium allerdings, die Einführung einer Regelung zur Kennzeichnung von gentechnisch veränderten Lebensmitteln mittels Barcode oder QR-Code „stand und steht innerhalb der EU nicht in Rede“. Die Überlegungen dazu hätten sich nur auf die USA bezogen.

EU-Agrarkommissar Phil Hogan hatte sich in der „Süddeutschen Zeitung“ vom Donnerstag kritisch zu einer Lösung via Strichcode geäußert. Ein gentechnisch verändertes Produkt dürfe nicht erst dann als solches erkennbar werden, wenn der Strichcode gescannt werde, sagte er der Zeitung. Die EU-Kommission bestehe weiterhin darauf, dass solche Produkte auch nach Abschluss des Freihandelsabkommens mit den USA klar gekennzeichnet würden. (dpa/afp)

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