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Donnerstag, 18. Januar 2018 7

Elektro

Osram und Continental kooperieren

Osram will seinen Aktionären mehr Geld ausschütten. In Wachstumsbereichen soll es mit dem Conti-Konzern gemeinsam vorangehen.

Der Lichtkonzern Osram will seinen Aktionären für das Geschäftsjahr 2016/17 eine höhere Dividende zahlen. Foto: dpa

München.Der Beleuchtungshersteller Osram setzt den Konzernumbau im nächsten Jahr fort: Vorstandschef Olaf Berlien prüft „alle Optionen“ für das vor allem in den USA schwächelnde Geschäft mit Beleuchtung für Bürogebäude, Fabriken und Straßen. Das kann von Zukauf über die Suche nach einem Partner bis zum Verkauf alles bedeuten, wie Berlien am Dienstag bei der Jahrespressekonferenz in München sagte. Die Entscheidung soll im nächsten Jahr fallen.

Am Vorabend hatte Osram bereits die geplante Gründung eines Gemeinschaftsunternehmens mit dem Autozulieferer Continental bekannt gegeben, das High-Tech-Beleuchtung und Sensoren für Autos herstellen soll. Beide Firmen sollen einen Anteil von 50 Prozent bekommen.

Standort Regensburg nicht betroffen

Osram Opto Semiconductors in Regensburg mit seinen derzeit rund 2200 Beschäftigten sei von dem Joint Venture zunächst nicht unmittelbar betroffen, sagte ein Unternehmenssprecher auf Nachfrage unseres Medienhauses. In das Gemeinschaftsunternehmen werde ein Teil des in München angesiedelten Bereichs Spezialbeleuchtungen eingebracht.

Das Joint Venture soll laut Osram innovative Lichttechnologien mit Elektronik und Software kombinieren und intelligente Lichtlösungen für die Automobilindustrie entwickeln, produzieren und vermarkten. Das global agierende Joint Venture werde unter dem Namen Osram Continental GmbH firmieren und seinen Sitz in der Region München haben. „Mit rund .500 Mitarbeitern und weltweit 17 Standorten wird ein Jahresumsatz im mittleren dreistelligen Millionen-Euro-Bereich angestrebt“, teilte Osram mit. Als designierte Geschäftsführer wurden von Osram Dirk Linzmeier (CEO) und von Continental Harald Renner (CFO) benannt. Vorbehaltlich der Unterzeichnung der bindenden Verträge und der kartellrechtlichen Genehmigungen ist der Start des Joint Ventures für 2018 geplant.

Innovative Technik für die Autoindustrie

„Das Lichtsegment in der Automobilindustrie verfügt über ein hohes Innovationstempo und Software verstärkt diese Dynamik“, erklärte Helmut Matschi, Continental Vorstandsmitglied. „Während die klassische Lichtkompetenz für unsere Kunden wichtig bleibt, ist der Elektronikanteil zur Unterstützung neuer Lichtfunktionen von zunehmender Bedeutung. Das Joint Venture wird diese Bereiche konsequent vereinen und auf ein neues Niveau bringen.“

Seinen Aktionären will Osram für das Geschäftsjahr 2016/17 eine höhere Dividende zahlen. Vorgeschlagen werde eine Anhebung um 10 Prozent auf 1,10 Euro je Aktie. Zwar sank der Gewinn nach Steuern im Ende September beendeten Geschäftsjahr deutlich von 532 Millionen auf 275 Millionen Euro, jedoch hatte Osram im Jahr zuvor von einem Sondergewinn durch den Verkauf von Anteilen am chinesischen Unternehmen Felco profitiert. Der Umsatz stieg im abgelaufenen Jahr um 9,1 Prozent auf 4,13 Milliarden Euro.

Hohe Belastungen werden erwartet

Osram rechnet wegen negativer Währungseffekte, Anlaufkosten für ein neues Werk sowie steigender Kosten für Forschung und Entwicklung im neuen Geschäftsjahr mit hohen Belastungen. Das werde unter dem Strich zu einem Gewinnrückgang führen. Der Umsatz dürfte schwächer wachsen. Hier geht Osram von einem Plus von 5,5 Prozent bis 7,5 Prozent aus.

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Der Lichtkonzern profitierte im abgelaufenen Jahr von guten Geschäften mit LED insbesondere im Automobilbereich. Hingegen entwickelte sich das Geschäft mit Lichtlösungen und -systemen „weiterhin nicht zufriedenstellend“, wie es hieß. Der Bereich schrieb rote Zahlen. Der Konzern lotet nun für einen Teil des Geschäfts „sämtliche Optionen“ aus. Betroffen ist unter anderem das Geschäft mit Straßenbeleuchtung.

Bei Osram Opto in Regensburg werden bahnbrechende Innovationen entwickelt. Lesen Sie den Beitrag aus unserer Serie „Unsere Champions“: Im Angesicht des künstlichen Lichts

Intelligente Lichtsteuerung in Fahrzeugen

Voran kommt Osram hingegen bei der geplanten Zusammenarbeit mit dem Automobilzulieferer Continental beim Thema intelligente Lichtsteuerung in Fahrzeugen. Die Unternehmen wollen dazu ein Gemeinschaftsunternehmen gründen. Das Joint Venture mit dem Namen Osram Continental GmbH soll zum Start 2018 auf einen Umsatz im mittleren dreistelligen Millionen-Euro-Bereich kommen. Noch offen sind die bindenden Verträge sowie die kartellrechtlichen Genehmigungen. (dpa)

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