mz_logo

Regensburg
Sonntag, 21. Januar 2018 5

Finanzen

Zwei Banken wollen Ja sagen

Die Raiffeisenbank Schwandorf-Nittenau und die Volksbank Regensburg planen die Hochzeit im kommenden Jahr.
Von Philipp Seitz

  • Sie wollen fusionieren und gemeinsam als Team antreten (v. l.): Die Vorstände Wolfgang Völkl, Andreas Mann, Thomas Stalla und Michael Köstler. Foto: Seitz
  • Die Vorstände der beiden Institute stellten in Nittenau ihre Planungen vor. Foto: Seitz

NITTENAU.Mehr Spezialisierung und ein noch umfangreicheres Betreuungsangebot: Das versprechen die Volksbank Regensburg und die Raiffeisenbank Schwandorf-Nittenau ihren Kunden. Beide Häuser wollen nun eine Bankenhochzeit eingehen und fusionieren. Diese Planungen stellten die Vorstände der beiden Kreditinstitute am Mittwoch in Nittenau vor. Mit dem Schritt soll eine große genossenschaftliche Bank in der Region Regensburg-Schwandorf entstehen.

Es komme zu einem vielversprechenden Zusammenschluss, kündigte Thomas Stalla, Vorstand der Raiffeisenbank Schwandorf-Nittenau, an. „Wir bündeln die Stärken beider Häuser, um künftig gemeinsam erfolgreich zu sein.“ Durch eine Fusion käme das gemeinsame Institut auf eine Bilanzsumme von rund 1,3 Milliarden Euro. Damit wäre die Volksbank Raiffeisenbank Regensburg-Schwandorf, wie der künftige Name lauten soll, eines der größten Kreditinstitute in der Oberpfalz. „Wir spielen dann im vorderen Drittel mit“, verdeutlichte Stalla.

Die Vertreter stimmen ab

Die Kreditinstitute sollen schon im kommenden Jahr fusionieren. Das Ja-Wort für die Bankenhochzeit erteilt allerdings die Vertreterversammlung des jeweiligen Instituts. Die Gremien tagen im Mai und sollen den künftig gemeinsamen Weg rückwirkend zum 1. Januar beschließen. Mit einem Veto des wichtigsten Gremiums sei nach Darstellung der Vorstände nicht zu rechnen. „Wir gehen davon aus, dass die Vertreterschaft dem so zustimmt“, sagte Stalla.

Ein Video von der gemeinsamen Pressekonferenz zur geplanten Fusion sehen Sie hier:

Zwei Banken planen eine Fusion. Video: Seitz

Wolfgang Völkl, Vorstandssprecher der Volksbank Regensburg, betonte, dass auch die Mitarbeiter hinter den Plänen stehen würden: „Ich habe dazu noch keine kritische Stimme gehört.“ Vor allem die Mitarbeiter beider Häuser sollen laut Völkl beim Zusammenwachsen einbezogen werden. Im Vordergrund der Fusion stehe der Mehrwert für die Mitarbeiter und die Kunden der Bank. Michael Köstler von der Raiffeisenbank Schwandorf-Nittenau erklärte: „Wir hoffen, dass wir durch die Zusammenlegung der Ressourcen deutlich bessere Arbeitsabläufe sicherstellen.“

Sehen Sie hier das Geschäftsgebiet und das Filialnetz der fusionierten Banken:

Für die Kunden hätte die Fusion nur positive Auswirkungen, betonten die Bankvorstände gebetsmühlenartig. Auch in Zukunft sollen persönlicher Service und ein Beratungsangebot vor Ort im Mittelpunkt der geplanten gemeinsamen Bank stehen. „Die Filialen sind weiterhin ein wichtiger Bestandteil für uns im Wettbewerb“, betonte Stalla. Die Kundennähe wollen die Vorstände weiterhin suchen und ihre digitalen Angebote weiter ausbauen. „Wir wollen aber keine Internetbank werden“, hob Andreas Mann von der Volksbank Regensburg hervor. „Wir fahren zweigleisig und stellen uns vor Ort, aber auch digital bestens auf“.

Die Herausforderungen wachsen

Grund für den Zusammenschluss seien insbesondere die wachsenden Anforderungen des Gesetzgebers, welche die Kreditinstitute für immer größere Herausforderungen stellen würden. „Eine größere Einheit lässt uns diese Herausforderungen noch besser erfüllen“, sagte Stalla. Die Vorstände sprachen von einem „hohen Regulierungswahn“, der zu zweit einfacher und kostengünstiger bewältigt werden könnte. Durch diesen Schritt werde es auch keine betriebsbedingten Kündigungen geben, betonte Michael Köstler.

„Weder die Volksbank noch die Raiffeisenbank ziehen sich aus der Region zurück.“

Thomas Stalla, Raiffeisenbank Schwandorf-Nittenau

Lesen Sie mehr: Noch vor einem Jahr hatte die Volksbank Regensburg unserem Medienhaus mitgeteilt, dass ein Zusammenschluss mit einem anderen genossenschaftlichen Kreditinstitut derzeit kein Thema sei.

Es handele sich bei der Fusion nicht um eine Übernahme, stellte Stalla klar. „Wir gehen diesen Schritt zusammen und auf Augenhöhe. Weder die Volksbank noch die Raiffeisenbank ziehen sich damit aus der Region zurück.“ Die beiden benachbarten Banken würden schon seit vielen Jahren vertrauensvolle Kontakte pflegen. Auch die geschäftspolitische Ausrichtung sei ähnlich und beide Häuser würden auf einem wirtschaftlich gesunden Fundament stehen.

Wolfgang Völkl, Vorstandssprecher der Volksbank Regensburg, soll auch künftig als Vorstandssprecher fungieren. Foto: Seitz

Sitz der „neuen“ Genossenschaftsbank nach der Bankenhochzeit soll Regensburg werden. Die Hauptstandorte bilden Nittenau, Schwandorf und Regensburg. Wolfgang Völkl, der künftig als Vorstandssprecher fungieren soll, sagte: „Die internen Abteilungen werden auf diese drei Standorte aufgeteilt, so dass sich manche Mitarbeiter räumlich verändern werden.“ Die neue Genossenschaftsbank betreut rund 50 000 Kunden und 15 960 Mitglieder.

Weitere Nachrichten aus der Wirtschaft lesen Sie hier.

Die Kommentarfunktion steht exklusiv unseren Abonnenten zur Verfügung. Als Abonnent melden Sie sich bitte an oder registrieren Sie sich. Alle anderen Nutzer finden preiswerte Angebote in unserem Aboshop.

Anmelden Registrieren Zum Abo-Shop

Sie sind noch nicht registriert?

Neu registrieren

MessageBox

Nachricht