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Wissenschaft-Ticker
Sonntag, 22. Oktober 2017 19° 3

Technik

Schutz für sensible medizinische Daten

Datenschutz in der Medizin war ein Thema beim Forum Medizinische Informatik an der OTH Regensburg. Personalisierte Medizin schafft Herausforderungen.
Von Louisa Knobloch, MZ

  • Staatssekretär Albert Füracker, Prof. Dr. Lars Krenkel und Prof. Dr. Wolfgang Baier im Labor für Biofluidmechanik des RCBE Foto: Knobloch
  • Am RCBE wird ein Simulationsprogramm für Operationen an der Hand entwickelt, um Ärzte zu schulen. Foto: Knobloch
  • Das Forum Medizinische Informatik richtete sich an Studierende der OTH Regensburg. Foto: Knobloch

Regensburg.„Sicherheitsdenken ist für Medizinische Informatiker unerlässlich“ – dieses Fazit zog Prof. Dr. Klaus Pommerening von der Universität Mainz beim 2. Regensburger Forum Medizinische Informatik an der OTH Regensburg. Neben kryptographischen Grundkenntnissen bräuchten Beschäftigte in diesem Bereich auch ein Bewusstsein für die Datenschutzproblematik. Denn obwohl die technischen Mittel vorhanden seien, weise der Datenschutz in der Medizin noch Lücken auf. „Viele Medizingeräte nutzen Standard-Betriebssysteme und kommunizieren häufig nach einem naiven Sicherheitsprotokoll“, so Pommerening. Er befasste sich in seinem Vortrag auch mit der Anonymisierung und Pseudonymisierung von Patientendaten, die außerhalb des Behandlungskontextes etwa für klinische Studien oder den Aufbau von Registern und Biobanken genutzt werden. Ein Problem für den Datenschutz sieht er darin, dass die elektronische Patientenakte im Zuge der personalisierten Medizin immer mehr genetische Daten enthält – in Zukunft vielleicht sogar das komplette Genom. „Dadurch lässt sich ein Mensch eindeutig identifizieren.“ Wichtig sei es daher, auf höchstmögliche IT-Sicherheit zu achten und strikte Zugriffsregelungen einzuführen.

Neben dem Thema Datenschutz in der Medizin ging es beim 2. Regensburger Forum Medizinische Informatik auch um Informatik in Medizingeräten, E-Health sowie Bildgebung und Bildverarbeitung. Die Veranstaltung solle den Studierenden des Bachelors Medizinische Informatik Einblicke in die Vielfalt an Chancen und Herausforderungen des Fachs geben und mögliche Berufsperspektiven aufzeigen, so Dekan Prof. Dr. Thomas Waas. Künftig soll auch im Masterstudiengang Informatik ein Schwerpunkt Medizinische Informatik angeboten werden.

Staatssekretär Albert Füracker lobte in seinem Grußwort die Zusammenarbeit zwischen OTH und Universität Regensburg auf dem Gebiet der Medizinischen Informatik. Im Anschluss informierte Füracker sich im von OTH und Universität gemeinsam betriebenen Regensburg Center of Biomedical Engineering (RCBE) über laufenden Forschungsprojekte. Unter anderem testen die Wissenschaftler hier Implantate wie Hüftprothesen oder Stents und arbeiten daran, diese zu verbessern. Im Projekt VR Skillslab wird zudem ein Simulationsprogramm für Operationen an der Hand entwickelt, um Ärzte zu schulen.

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