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Rabeneltern sind die Besten
Die Vögel sind zu ihrem Nachwuchs höchst fürsorglich.

Rabeneltern gibt es nur bei den Menschen. Es sind Eltern, die sich nicht um ihre Kinder kümmern oder sie auch noch misshandeln.

Wie auch immer diese Redensart entstanden sein mag, die Rabenvögel können jedenfalls nicht das Vorbild dazu geliefert haben. Rabenvögel sind nämlich vorbildliche Eltern. So baut der Kolkrabe, der größte einheimische Rabenvogel, ein ziemlich kompliziertes Nest, das man als Horst bezeichnet. Für den Rohbau werden grobe Äste, Erdklumpen, Gras, Moos und sogar Steine benötigt. Damit es in der Kinderstube gemütlich wird, werden beim Innenausbau weiche, anschmiegsame Materialien verwendet. Da hinein legt das Weibchen die Eier und beginnt bereits Ende Februar mit dem Brüten.

Beide Eltern verteidigen das Gelege mit heftigen Angriffen gegen Nesträuber. Es konnte sogar schon beobachtet werden, wie Kolkraben bei Gefahr ein Ei in den Schnabel nahmen und an einen sicheren Ort transportierten.

Beim Ausschlüpfen der Jungen zeigen diese Rabeneltern ein einmaliges Verhalten im Vogelreich. Das Küken muss ja, um sich aus dem Ei zu befreien, die Eischale von innen aufritzen. Das macht es mit einem kleinen Höcker auf dem Schnabel. Dabei muss sich das Tier aber im Ei drehen. Die Rabeneltern spielen dabei Geburtshelfer und drehen das Ei, so dass das Küken immer in einer günstigen Lage im Ei liegt. Ist die Schale endlich aufgesprungen, wird das Kleine sogar vorsichtig mit dem Schnabel herausgezogen. Im Nest geht es ziemlich reinlich zu. Die Küken werden nicht nur durch ihre Eltern immer wieder gesäubert, sondern die Rabeneltern fressen auch vierzehn Tage den Kot ihres Nachwuchses, damit das Nest nicht verschmutzt wird.

Je nach Alter bekommen die Rabenbabys auch die entsprechende Nahrung. Zuerst gibt es zarte Raupen und später leckere Mäuse. Sind die Kleinen durstig, bringen die Eltern in ihrem Schnabel Wasser für die Küken. Bei Kälte werden die lieben Kleinen mit dem Nestmaterial wie mit einer Wolldecke zugedeckt. Wird es zu heiß im Nest, lockern die Eltern das Gerüst aus Ästen mit ihrem Schnabel, damit der kühle Wind besser hindurchwehen kann. Reicht diese Luftkühlung immer noch nicht aus, so haben die Rabeneltern noch einen besonderen Trick auf Lager. Sie fliegen an eine Pfütze und befeuchten dort ihr Bauchgefieder mit Wasser. Wieder im Nest erfrischen sich die Jungen wie unter der Dusche an diesen feuchten Federn.

Kolkrabenmutter und Kolkrabenvater sind also im Gegensatz zur Redensart ganz fürsorgliche Rabeneltern. Bleibt zum Schluss eigentlich nur noch, dir die richtigen Rabeneltern zu wünschen!


Gras macht nur langsam satt
Pferde können viel essen, ohne dass ihnen schlecht wird. Das liegt daran, dass sie einen besonderen Magen haben.

„Das Kind muss ja einen Pferdemagen haben“, sagt die Oma, während sie ihrem Enkel beim Essen zuschaut. Da atmen die Eltern auf und sind froh, dass ihr Sohn nur einen Pferdemagen hat, aber keine Eselsohren, Hühneraugen, Froschaugen, Fischaugen, Storchenbeine, Krähenfüße, Dackelbeine, keinen Stiernacken, Pferdeschwanz und auch kein Pferdegebiss besitzt.

Obwohl gerade ein Pferdegebiss nicht schlecht wäre, wenn man einen Pferdemagen hat und damit glücklich werden möchte. Mit den kräftigen Backenzähnen muss nämlich das Futter in zwei Millimeter kleine Teilchen zermalmt werden. Das ist wichtig, damit die Nährstoffe besonders gut aus der Nahrung herauskommen können. Also auch für Pferde gilt: gut gekaut ist halb verdaut. Als Steppentiere leben Pferde hauptsächlich von Gras.

Das war allerdings nicht immer so, denn vor 60 Millionen Jahren tapsten die hundegroßen Vorfahren der heutigen Pferde auf ihren vierzehigen Füßen durch den Wald und ernährten sich von weichem Laub und Kräutern. Zähne, Magen und Darm des Pferdes sind heute dagegen auf das harte und nährstoffarme Gras eingestellt. Deshalb benötigt man als Pferd viel Zeit, um sich satt zu fressen. Dabei ist das Pferd durchaus in der Lage, mit seinem Tast-, Geruchs- und Geschmacksinn Genießbares von Ungenießbarem zu unterscheiden.

Das zerkleinerte Futter wird im Mund mit Speichel gleitfähig gemacht aber noch nicht verdaut, wie das bei uns der Fall ist. Aus den Speicheldrüsen sprudeln dabei bis zu sechs Liter Speichel pro Kilogramm Futter. Durch die Speiseröhre gelangt der glitschige Nahrungsklumpen über eine Öffnung, den Pförtner, in den Magen. Im Vergleich zu unserem zwanzig Zentimeter langen Magen, mit einem Fassungsvermögen von 1,5 bis 2,5 Liter, ist der Pferdemagen mit 15 bis 20 Liter riesengroß. Das ist im Vergleich zur Größe des Tieres aber relativ klein. Im vorderen Teil des bohnenförmigen Beutels hausen winzige Lebewesen. Sie leben vom Zerlegen des Mageninhalts, was für das Pferd und einen gesunden Pferdemagen lebenswichtig ist. Dabei entstehen auch Gase.


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