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Samstag, 1. Oktober 2016 24° 4

Altkleider

Container sind ein hart umkämpfter Markt

Weil die Preise für Second-Hand-Kleider momentan sehr hoch liegen, sammeln neben Wollfahrtsverbänden wie dem BRK auch vermehrt private Unternehmen.

Wer mit geschärftem Blick durch Neumarkt geht, entdeckt viele Container.

Neumarkt.Man übersieht sie meist, wenn man nicht darauf achtet. Doch eigentlich sind sie nicht zu übersehen: Altkleidercontainer. Grün, weiß, grau: An vielen Orten in Neumarkt stehen sie.

Den Großteil der Container stellt das BRK in Zusammenarbeit mit Kolping. 33 sind es in der Stadt, sagt Klaus Zimmermann, BRK-Kreisgeschäftsführer. „Aber wir merken, dass die Konkurrenz stark zugenommen hat.“ Es steckt viel Geld im Altkleider-Markt. Zwischen 300 und 500 Euro gibt es für eine Tonne. Klar, dass da auch gewerbliche Verwerter auf den Zug mitaufspringen.

Wie viele Container genau aufgestellt sind, ist aber nicht klar. Detaillierte Zahlen werden darüber von den Behörden nicht geführt.

„Lieber mehr als zu wenig“, fasst Wolfgang Seitz, zuständig für das staatliche Abfallrecht am Landratsamt, seine Sicht der Dinge zusammen. Denn das entspreche dem Kreislaufgedanken: Je mehr Containern den Bürgern zur Verfügung ständen, desto mehr werde wiederverwendet und desto weniger wilder Müll lande in der Gegend.

Eine andere Frage ist, was mit dem Inhalt der Container geschieht und wer profitiert. Letzteres ist für den Verbraucher nicht immer auf den ersten Blick zu erkennen. Mitunter sind die Namen der gemeinnützig klingenden Organisationen nicht geläufig, bisweilen stellt ein gewerblicher Verwerter den Container auf – mit oftmals nur sehr kleinem Hinweis darauf.

Rotes Kreuz und das schwarze K auf orangenem Grund: Deutlich erkennbar sind die Container von BRK und Kolping. Gelehrt werden aber auch sie nicht von BRK und Kolping, das übernimmt ein Unternehmen. „Wir haben mit diesem schon seit vielen Jahren einen Vertrag“, erklärt BRK-Geschäftsführer Zimmermann. Die Kleidung aus den Containern geht vollständig an den Verwerter. Hinzu kommt noch der Überschuss aus der Kleiderkammer im Klägerweg 9, bei der man gebrauchte Kleidung abgeben kann. Dadurch komme ein nicht unerheblicher und fest eingeplanter Anteil des sieben Millionen Euro umfassenden Etats des sozialen Verbands zusammen, sagt Zimmermann.

Die Stadt ist inzwischen auf das Thema aufmerksam geworden und es gebe Bestrebungen den Wildwuchs bei Containern Einhalt zu gebieten, wie Stadtsprecher Dr. Franz Janka sagt. Doch könne das nur für die Grundstücke der Stadt gelten. Denn Container sind nicht genehmigungspflichtig, sondern nur beim Landratsamt anzeigepflichtig.

Da sich die Stadt Neumarkt dem Thema fairer Handel verschrieben hat, sei in diesem Bereich eine Zusammenarbeit mit dem Verband FairWertung (siehe Interview) eine mögliche Option. Doch noch sei das alles ganz am Anfang. Das BRK als „verlässlicher Partner in Sachen Altkleider“ stehe dem offen gegenüber, kündigte dessen Kreisgeschäftsführer Klaus Zimmermann aber schon mal an. (en)

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