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Radioaktivität

Das Bangen in Fukushima geht weiter

Japan steht vier Jahre nach der Katastrophe vor enormen Herausforderungen – ein Überblick über die Lage in der Atomruine.

In schwarzen Plastiksäcken lagert radioaktiv verseuchte Erde. Foto: dpa

Bergung des Brennstoffs soll 2020 beginnen

Auch vier Jahre nach der Atomkatastrophe am 11. März 2011 weiß niemand, wo sich die in den Reaktoren 1, 2 und 3 geschmolzenen Brennstäbe genau befinden. Die weiterhin extrem hohe Strahlung verhindert den Zugang. Nachdem versuchsweise ferngesteuerte Geräte eingesetzt wurden, um die Lage zu erkunden, haben Wissenschaftler mit einem Experiment begonnen, bei dem sie mit Hilfe kosmischer Strahlen durch die Reaktoren hindurchschauen und „Schatten“ des Brennstoffs ausmachen wollen – ähnlich wie bei Röntgenaufnahmen. Solche Myonen werden auch in der Vulkanforschung und bei der Suche nach geheimen Kammern in Pyramiden eingesetzt. Der Betreiber Tepco und die Regierung hoffen, 2020 mit der Bergung beginnen zu können.

In 1000 Tanks lagern 200000 Tonnen kontaminiertes Wasser

Bei der weiter notwendigen Kühlung der Reaktoren fallen gewaltige Mengen Wasser an. Zusätzlich dringt täglich Grundwasser in die beschädigten Fundamente ein und vermischt sich mit dem verstrahlten Kühlwasser. In 1000 Tanks lagern bereits rund 200000 Tonnen kontaminiertes Wasser. Mit einem Filtersystem will Betreiber Tepco bis Mai die Menge an radioaktivem Strontium in dem Wasser senken und in einem weiteren Jahr das Wasser von sämtlichen radioaktiven Partikeln säubern. Im Sommer 2016 hofft Tepco sagen zu können, dass von dem Wasser „fast kein Risiko“ mehr ausgeht.

Eisring um die Reaktoren als Schutzmaßnahme

Als weitere Maßnahme plant Tepco einen unterirdischen Eisring um die Reaktoren 1 bis 4, der das Gelände gegen eindringendes Grundwasser abdichten soll. Kühlflüssigkeit wird dazu durch Rohre im Boden unter den Reaktoren geleitet, bis das Grundwasser gefriert. Der Eisring soll auch verhindern, dass kein Wasser mehr nach außen dringt. Die Arbeiten verzögern sich jedoch – wann mit der Kühlung begonnen wird, steht laut Tepco noch nicht fest. Ob sich die aus dem Tiefbau bekannte Methode bewährt, ist noch unklar.

6000 Arbeiter sind unter gefährlichen Bedingungen tätig

Rund 6000 Arbeitskräfte im Schnitt sind täglich in der Atomruine unter schwierigsten und gefährlichen Bedingungen beschäftigt. Ein Teil von ihnen ist bei Tepco angestellt, die übrigen wurden über Subunternehmen angeheuert. Wiederholt gab es Berichte über Missstände wie unzureichende Anweisungen oder unterschlagene Lohnzahlungen. Tepco lässt regelmäßig Umfragen unter den Beschäftigten durchführen, nach eigenen Angaben mit dem Ziel, die Arbeitsbedingungen der Männer zu verbessern.

Lebensmittel sind nach Behördenangaben sicher

Lebensmittel, die in Japan in den Handel kommen, sind nach Angaben der Behörden sicher. Überall im Land, nicht nur in Fukushima, werden sie regelmäßig auf Radioaktivität hin untersucht. Das Gesundheitsministerium veröffentlicht die Daten jede Woche. Werden die Grenzwerte für radioaktive Partikel wie Cäsium überschritten, dürfen betroffene Lebensmittel nicht verkauft werden. (dpa)

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