mz_logo

Zusatz
Montag, 11. Dezember 2017 7

Wanderbare Region

Schöne Ausblicke auf Regensburg

MZ-Autorin Andrea Potzler erklimmt in ihrer Wanderserie die Winzerer Höhen und testet den Effekt von Nordic Walking.
Von Andrea Potzler, MZ

Regensburg.Die Nordic Walking Stöcke in die Hand genommen, in die Innenstadt von Regensburg gefahren und schon geht es los am Eisernen Steg hinauf zu den Winzerer Höhen! Es ist richtig heiß und ich nehme einiges an Wasser mit. Schon am Eisernen Steg findet sich eine Kuriosität: Verliebte Paare haben dort viele bunte Schlösser angebracht. Es geht weiter nach links und gleich wieder rechts Richtung Dultplatz. Ein bisschen sehnsüchtig schaue ich, wie Leute zum RT-Bad gehen. Vielleicht ist ja am Ende meiner Tour noch ein Sprung ins kühle Nass drin?

Skulpturen an der Frankenstraße

Ich laufe weiter über den Pfaffensteiner Steg zur Oberpfalzbrücke. Von hier sehe ich den Max-Buchhauser-Garten. Buchhauser hatte an dieser Stelle vor dem Bau der Oberpfalzbrücke eine Gärtnerei. Die Skulpturen des Hobbybildhauers – ein wilder Stilmix aus Griechen, Ägyptern, Römern und Neuzeit – wollte ich mir schon lange aus der Nähe anschauen. Ich entdecke auch einige kunstvolle Graffiti unter der Brücke. Kunst gibt es in Regensburg einfach an allen Ecken und Enden. Es geht weiter über die Frankenstraße den Schelmengraben hinauf. An der Straße entlang führt eine Treppe hoch in einen Park. Hier merkt man schon ordentlich, dass es bergauf geht.

Der majestätische Dom

Ein Stück weiter beginnt die Straße „An der Winzerer Höhe“. Hier steht ein Hinweisschild auf den Albertus-Magnus-Weg. Gleich die erste Station des Weges ist die Seidenplantage, ein heute herrschaftlicher roter Bau, dessen Restaurierung 2009 vollendet wurde. Es geht weiter über einen angenehm schattigen und kühlen Waldweg. Hier bietet sich immer wieder die Möglichkeit, auf dem breiteren Weg zu bleiben und den Blick ein wenig über die Felder nach Norden schweifen zu lassen oder aber die kleinen Wege im Wald etwas weiter südlich zu wählen. Auf den kleinen Wegen geht es viel mehr bergauf und bergab, aber dafür wird man immer wieder mit herrlichen Blicken über die Regensburger Altstadt belohnt. Wie majestätisch der Dom von hier oben aussieht!

Bald taucht links ein freistehendes Haus auf einer Anhöhe auf. Ich bleibe noch etwas auf meinem Weg, mache aber kurze Rast, um nun zurück nach Regensburg zu blicken und der Donau Richtung Westen nachzuschauen. Ein paar Minuten später komme ich an einem Spiel- und Grillplatz vorbei, wo große Steinblöcke kreisförmig um einen Feuerplatz aufgestellt sind. Wie herrlich könnten hier ein Picknick und ein Grillfest sein! Ich seufze und beiße beherzt in meinen mitgebrachten Fruchtriegel.

Gleich nach dem Spielplatz geht ein schmaler Weg nach rechts in Richtung Tremmelhauserhöhe. Ein paar Häuserdächer kann man von hier bereits erahnen. Und auch die Freude auf den dortigen Biergarten belebt den Schritt. Bald komme ich auf einen breiteren Feldweg und vorbei an herrlich duftenden, bunten Blumenwiesen mit einem ganzen Heer an weißen Schmetterlingen. In einem kleinen Bogen erreiche ich auf diesem Weg den großen Biergarten des Höhwirts. Alte Kastanien, eine große Wiese mit Sitzbänken und ein ganzes Sonnenblumenfeld machen den Aufenthalt ebenso angenehm wie der leckere Obatzte und die wohlverdiente Apfelschorle.

Gleitschirme am Übungshang

Eine Dame am Nebentisch drückt Bewunderung dafür aus, dass ich bis aus Regensburg gekommen bin. Die Herrschaften am übernächsten Tisch sind auch mit den Nordic-Walking-Stöcken unterwegs und meinten, dass die Tour über die Winzerer Höhen sehr schön sei. Ich kann dem nur zustimmen.

Wir verabschieden uns, da mein kleiner Rundkurs in eine andere Richtung führt. Später werden sie mir nochmals fröhlich zuwinken, als wir uns zufällig nach dem Rundkurs wieder begegnen.

Ich wandere durch den Hof des Höhwirts auf der Straße Richtung Kareth. An einer Rechtskurve sehe ich die bunten Schirme von Gleitschirmfliegern, die hier an einem Übungshang das Fliegen üben und fröhliche Tupfer in die Landschaft setzen. Gleich danach biege ich rechts in den breiten Feldweg in Richtung Rehtal ab. Nach ein paar hundert Metern treffe ich auf ein Schild, das mich zur Kapelle Tannerl weist. Die Kapelle ist am Ort eines Marienbilds von 1650 entstanden und nach einigen Malen Zerstörung steht sie nun prächtig seit ihrer Restauration 1981 da.

Ein paar Bänkchen und Bäume laden zum Verweilen ein. Wieder zurück auf dem Weg geht es in den kleinen Ort Rehtal entlang fast reifen Getreides und schöner Hügel. Rechts ist eine etwas größere gelbe Kapelle und ein Seil hängt von der kleinen Kirchenglocke herunter. Zu gerne hätte ich hier eingeläutet. Leider ist die Kapelle selbst zu, aber die Bank bietet einen schönen Blick ins kleine Rehtal, wo einige Bauern an ihren Gemüsefeldern arbeiten.

Warum in die Ferne schweifen...?

Von hier geht es dann wieder eine kleine Steigung hinauf und das einsam gelegene Haus taucht wieder auf. Von hier biege ich links in den Weg auf die Winzerer Höhen ein und laufe den Rückweg im Wald. Ich steige wieder über den Schelmengraben hinab und komme wie auf dem Hinweg zum Eisernen Steg. Warum immer in die Ferne schweifen, wenn man direkt aus der Regensburger Altstadt so eine tolle, abwechslungsreiche Rundtour mit sogar einigen Höhenmetern haben kann?

Die Kommentarfunktion steht exklusiv unseren Abonnenten zur Verfügung. Als Abonnent melden Sie sich bitte an oder registrieren Sie sich. Alle anderen Nutzer finden preiswerte Angebote in unserem Aboshop.

Anmelden Registrieren Zum Abo-Shop

Sie sind noch nicht registriert?

Neu registrieren

MessageBox

Nachricht