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Einsatz

Großbrand auf der Osserwiese

215 Helfer waren nötig, um den Brand auf der Osserwiese zu löschen. Genau dieses Szenario übten die Feuerwehrleute 2006.
Von Stefan Weber

  • 30 Feuerwehrmänner und -frauen hatten den Brand an dem abschüssigen Teil an der Osserwiese schnell unter Kontrolle. Fotos: S. Weber
  • Ein Hubschrauber wurde eingestzt.
  • Die Wasserförderung war eine Herausforderung.

Lohberg.Es gibt so Momente im Leben von Feuerwehrmännern und -frauen, da geht einem gleich bei der Alarmierung so einiges durch den Kopf. Am Samstag um 19.11 Uhr war das sicherlich bei vielen Freiwilligen rund um den Lamer Winkel der Fall. Da wurden sie zu einem großflächigen Brand auf der Osserwiese gerufen. Nicht nur, dass die unter vielen Naturfreunden als einer der schönsten Flecken im ganzen Landkreis gilt – genau dieses Szenario hatten die Wehren vor gut zehn Jahren bereits geübt.

Die Bergwacht sicherte die Einsatzkräfte ab.
Die Bergwacht sicherte die Einsatzkräfte ab.

Ein Zehnjähriger Lohberger, der zufällig am Hausberg der Lamer unterwegs war, hatte den Notruf abgesetzt und damit die Rettungskette ins Rollen gebracht. Als die Feuerwehren unter der Leitung des zuständigen Ortskommandanten aus Thürnstein, Konrad Kellner, sowie der Lamer Kreisbrandmeister Josef Pritzl an der Einsatzstelle eintrafen, brannte eine etwa 100 Quadratmeter große Fläche in einem Steilstück lichterloh. Aus der Übungs-Erfahrung war der Feuerwehr-Führung klar, dass es keine einfache Aufgabe werden würde, den Brand einzudämmen und vor allem an der Ausbreitung zu hindern.

Wasser war die Herausforderung

Zum einen ist die Stelle selbst mit einem Feuerwehrauto so gut wie nicht befahrbar. Zum anderen gibt es keine Wasserreserven auf dem Berg, die zur Brandbekämpfung benutzt werden können. Während bei der Übung im Jahr 2006 zwei Schlauchleitungen mit jeweils sechs Kilometern Länge aufgebaut worden waren, war an diesem Tag der Pendel-Verkehr mit Tank-Löschfahrzeugen das Mittel der Wahl.

Die Flughelfer aus Thürnstein kamen zum Einsatz
Die Flughelfer aus Thürnstein kamen zum Einsatz

Da von Lambach aus eine Forststraße bis knapp unter die Osserwiese an den sogenannten Kornschlag führt, wurde hier im Tal die Einsatzleitung durch die Unterstützungsgruppe Örtliche Einsatzleitung (UG-ÖEL) eingerichtet. Von hier aus koordinierte Kreisbrandrat Michael Stahl sowohl die Löscharbeiten auf dem Berg, als auch den Einsatz eines Hubschraubers, der gerufen wurde, um die Einsatzkräfte auf dem Berg mit Wasser zu versorgen, nachdem die Tank-Löschfahrzeuge im Pendel-Verkehr ihre Wasserreserven aufgebraucht hatten. Sie hatten bis dahin einen großen Faltbehälter am Kornschlag befüllt, weitere Fahrzeuge mussten das Wasser rund 400 Meter bis hinauf die Osserwiese pumpen.

Nach 40 Minuten „Wasser marsch“

Rund 40 Minuten nach der Alarmierung hieß es „Wasser marsch“ – eine „sehr gute Zeit“, wie der Kreisbrandrat bei der abschließenden Besprechung gegen 23 Uhr erklärt. Der angeforderte Hubschrauber flog sechs Mal von seinem Auffüll-Standort im Himmelreich unweit des Best-Western-Hotels auf den Osser. Er befüllte dabei vier Mal einen 5000 Liter großen Faltbehälter, der als Reserve direkt am Brandort stehen blieb. Er dient entweder bei einem Wiederaufflammen in der Nacht dafür, gleich Wasser vor Ort zu haben, oder aber am nächsten Tag die Stelle noch einmal zu wässern. Das sollte nach Ansicht der Feuerwehr-Fürhung aber wohl nicht mehr nötig sein, da das Wasser der letzten beiden Flüge (rund 600 Liter) direkt über der Brandstelle abgegossen wurde. „Die Wärmebildkamera fand nur noch Glutnester mit maximal 30 Grad“, erklärte Kreisbrandmeister Pritzl.

Zum Schluss gab es vom Kreisbrandrat für alle ein großes Lob: „Da weiß einfach jeder, was er tut, und tut, was er kann.“ Dem schloss sich die Polizei an: Es sei beruhigend zu sehen, wie das Zusammenspiel funktioniere – und das hätte sogar noch ausgeweitet werden könne, wie Stahl erklärt. Auch die tschechischen Nachbarn hätten Hilfe und Hubschrauber angeboten, wenn das nötig gewesen wäre.

Zur Brandursache konnte die Polizei in dieser Nacht noch keine konkrete Aussage treffen. Es werde allerdings nicht von Brandstiftung ausgegangen. Wahrscheinlichste Ursache könnten zerbrochene Flaschen sein, die an der Stelle gefunden wurden.

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Im Einsatz

  • Feuerwehren:

    Neun Wehren waren eingebunden: Als Ortsfeuerwehr Thürnstein, außerdem Lohberg, Lam, Engelshütt, Arrach und Haibühl sowie nachalarmiert die Wehren aus Bad Kötzting, Thenried und Furth im Wald (wegen der wasserführende Fahrzeuge)

  • Bergwachten:

    27 Mitglieder von drei Bergwachten – Lam und Furth im Wald sowie aus dem Nachbarlandkreis die Bergwacht aus Arnbruck – waren vor Ort. Erstere sicherten die Einsatzkräfte am Berg, Letztere verfügen über ein Tankfahrzeug für Hubschrauber.

  • Hubschrauber:

    Ein Hubschrauber aus München wurde gleich nach Einsatzbeginn angefordert. Da der erst rund zwei Stunden nach der Alarmierung auch wirklich von den Feuerwehren eingesetzt werden kann, geschah die Anforderung so früh.

  • Statistik:

    215 Mitglieder von Feuerwehr, Bergwacht und Polizei am Einsatz beteiligt. Sie verteilten sich auf 30 Fahrzeuge und den einen Hubschrauber, unterstütz wurde der Einsatz durch die Unterstützungsgruppe Örtliche Einsatzleitung (UG-ÖEL).

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