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50 Jahre Prickeln in der Nase

Seit 24 Jahren ist Stefan Lemmle Erster Vorsitzender des Schnupfclubs Mainburg. Foto: Schmidt

Mainburg. Beim Schnupfclub Mainburg gibt es dieser Tage Grund zum Feiern. 1963 wurde der Club gegründet und feiert damit heuer sein 50-jähriges Bestehen. Stefan Lemmle war damals eines der 14 Gründungsmitglieder. Seit 1989 leitet der heute 77-Jährige als Erster Vorsitzender die Geschicke des Clubs.

„Wir haben den Verein damals gegründet, damit die Schnupffreunde einen Rahmen hatten, in dem sie regelmäßig zusammen kommen konnten“, erzählt Lemmle. Er selber ist ein moderater Schnupfer. Zu Hause bei seiner Frau Annemarie schnupft er kaum.

Keine Spielereien

Seinen Schmalzer Doppelaroma genießt er überwiegend, wenn er ins Wirtshaus geht. Zumeist ins Zieglerbräu, wo der Verein vor 50 Jahren aus der Taufe gehoben wurde und wo Lemmle selber jahrelang als Bierbrauer gearbeitet hat. Damals wie heute sind es die Erfrischung und das Prickeln, die ihn dann vier bis fünfmal am Abend zu seinem Schnupfer greifen lassen. Natürlich gibt es im Verein aber auch Mitglieder, die in der Woche mehr als 100 Gramm Tabak schnupfen. Sie alle haben das Schnupfen quasi zum Hobby gemacht und im Schnupfclub ein Zuhause gefunden.

Wie man den Tabak in die Nase bekommt, sei dabei nicht entscheidend. Das macht jeder, wie er möchte. Nur von Spielereien, wie der Schnupfmaschine, halten sie im Verein wenig. „Das ist etwas, das braucht man nur zur Schau. Da druckst drauf und dann schebberts im Hirn“, so der 77-Jährige. Einen guten Tipp hat Lemmle aber für alle, die das Schnupfen einmal ausprobieren möchten: „Den Tabak in der Nase gut verräumen und möglichst nicht hochziehen“, denn so könne sich das Aroma am besten entfalten und man kann unerwünschtes Niesen bestmöglich vermeiden. 50 Jahre nach seiner Gründung zählt der Verein 210 Mitglieder. Die Jüngsten sind gerade einmal ein Jahr alt und wurden von ihren Eltern kurz nach der Geburt angemeldet, das älteste Mitglied ist bereits über 90 Jahre. Diese große Altersspanne der Mitglieder ist es aber auch, die Annemarie Lemmle, erste Schriftführerin des Schnupfclub, nicht ganz sorgenfrei in die Zukunft schauen lässt.

Der Mittelbau fehlt

„Es fehlt ein bisschen der Mittelbau. Ich bin skeptisch, was nach uns kommt, wenn wir den Verein nicht mehr lenken können.“ Denn es ist viel Arbeit, die Familie Lemmle in das Funktionieren des Vereinslebens steckt. Da werden alljährlich mehrere Eintagesfahrten und eine Dreitagesfahrt organisiert, monatlich gibt es ein Mitgliedertreffen, im Januar eine Generalversammlung, zum Fasching einen Kappenabend, Dämmershoppen, eine Weihnachtsfeier und im November ein gemeinsames Spanferkelessen. „Dafür haben die jungen, im Berufsleben stehenden Mitglieder gar nicht die Zeit“, erklärt die Schriftführerin. Auch Sohn Stefan Lemmle jun. ist als zweiter Schriftführer im Verein aktiv.

Das nächste Event steht jetzt am Samstag, 3. August ab 16 Uhr im Zieglerbräu Biergarten an. Livemusik, Schauschnupfen, Ehrungen von langjährigen Vereinsmitgliedern und eine Bilderschau zu 50 Jahren Schnupfclub stehen beim großen Jubiläumsfest auf dem Programm. Eingeladen sind alle Mitglieder und Freunde des Vereins.

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