Breitenbrunn
Die Handylöcher bleiben: Mobilfunkmast bei Kemnathen wird nicht aufgestellt

04.05.2023 | Stand 15.09.2023, 0:08 Uhr
Neben der ehemaligen Deponie in Kemnathen sollte eigentlich ein Mobilfunkmasten gebaut werden. Daraus wird nichts. −Foto: Sturm

Es gibt schlechte Nachrichten für alle Handybesitzer im Raum Kemnathen, Rasch und Hamberg. Aus der geplanten Errichtung eines Mobilfunkmasten auf einem gemeindeeigenen Grundstück in der Nähe der ehemaligen Deponie beim Dorf Kemnathen wird nichts. Die Firma ATC Germany Holdings GmbH hat ihren Bauantrag überraschend zurückgezogen.

Im digitalen Zeitalter sind Mobilfunkversorgung und mobile Anwendungen für Wirtschaft und Bürger ein wichtiges Anliegen. Eine leistungsfähige Infrastruktur, kabelgebunden wie mobil, ist für die Kommunen von großer Bedeutung. Deswegen kam Freude auf, als die Firma ATC Germany Holdings GmbH für das gemeindeeigene Grundstück Flurnummer 213 der Gemarkung Kemnathen einen Bauantrag auf Errichtung eines rund 30 Meter hohen Funkmasten eingereicht hat. Der Marktgemeinderat hat diesem Bauantrag im Mai 2021 das gemeindliche Einvernehmen erteilt. Der Bau sollte demnach außerhalb eines Förderverfahrens erfolgen. Auf entsprechende Anfragen bei den jüngsten Bürgerversammlungen in Kemnathen, Hamberg und Rasch hin, hatte sich Lanzhammer noch zuversichtlich gezeigt, dass mit dem Bau des Funkmastes bald begonnen werden kann.

Jetzt ist diese Zuversicht verflogen, Enttäuschung und Ärger herrschen vor. Denn der Rathauschef musste mitteilen, dass der Investor laut Schreiben des Landratsamtes Neumarkt vom 24. April den Bauantrag zurückgenommen hat. Zur Begründung habe die Firma ATC Germany Holdings GmbH folgendes mitgeteilt: „Seitens unseres Auftraggebers Telefónica wurde der Standort wegen zu hoher Kosten für die Stromanbindung von circa 250000 Euro abgelehnt. Aus diesem Grund haben wir bei weiteren Netzanbietern eine Mitnutzeranfrage gestellt, um so eine Kostensenkung zu erreichen und den Standort trotzdem realisieren zu können. Diese Anfragen wurden leider nicht positiv beantwortet.“

Lanzhammer ist sauer. Er sagte unserer Zeitung: „Nach Auskunft des zuständigen Energieversorgers waren dem Investor die Anschlusskosten an das Stromnetz schon bei der Einreichung des Bauantrags bekannt. Deswegen ist es umso verwunderlicher, dass der nun nach so langer Zeit einen Schlussstrich unter das geplante Vorhaben zieht.“ Nun bleibe dem Markt nichts anderes übrig, als die Entscheidung zur Kenntnis zu nehmen und sich noch einmal auf die Suche nach einem Investor zu machen.

In der Warteschleife befinden sich derzeit zwei weitere Bauanträge für Mobilfunkmasten. Da ist einmal der für den Standort auf einer Anhöhe oberhalb des Sportplatzes in Gimpertshausen. Der vorgesehene Bauort ist das gemeindeeigene Grundstück mit der Flurnummer 880/1 der Gemarkung Gimpertshausen. Im Juni vor einem Jahr hat der Marktgemeinderat dazu dem Bauantrag der Bayerischen Mobilfunk GmbH das gemeindliche Einvernehmen wurde erteilt. Bis zum heutigen Tag hat das Landratsamt Neumarkt dieses Vorhaben, warum auch immer, noch nicht genehmigt. Laut Lanzhammer müssten der Kreisverwaltungsbehörde zwischenzeitlich alle für die Genehmigung relevanten Unterlagen vorliegen. Hoffnung ist also angesagt. Schneller könnte es eventuell mit der Errichtung eines Funkmasten im Staatswald oberhalb der Gartenstraße in Breitenbrunn gehen. Diesem Bauantrag wurde das gemeindliche Einvernehmen im März diesen Jahres erteilt. Man darf gespannt sein, wie lange sich dieses Genehmigungsverfahren hinziehen wird.

− swp