Berufe
Die Suche nach dem richtigen Job

Jugendliche suchten bei der NEUbit im WGG in Neumarkt das Gespräch mit potenziellen Arbeitgebern und Kollegen.

21.03.2022 | Stand 15.09.2023, 6:34 Uhr
Vera Gabler
Die Infostände waren immer gut besucht. −Foto: Vera Gabler

„Find raus, was dich begeistert!“ Unter diesem Motto fand nach einem Jahr Coronapause wieder ein Berufsinformationstag mit Workshops und Messe am Willibald-Gluck-Gymnasium statt. Seit 2008 gibt es den Neumarkter Berufsinformationstag (NeuBIT) am WGG, eine Kooperation zwischen Schule und dem Rotary Club Nürnberg-Neumarkt.

„Ich bin selbst Vater von zwei Kindern, die nach dem Abitur ihre Ausrichtung bei einem Informationstag gefunden haben“ verriet Peter Grewe als Präsident des Rotary Clubs und gleichzeitig als Hochschulreferent bei der Begrüßung zur Eröffnung des Aktionstages. Man sei wild entschlossen gewesen, wieder einen Informationstag durchzuführen, so Schulleiter Bernhard Schiffer in seinem Grußwort. Durch den Corona-Lockdown und die ausgefallenen Praktikumsmöglichkeiten seien die Jugendlichen noch mehr vor der Frage gestanden: „Was will ich werden?“ Es müsse weitergehen – und sei es nur durch die Bereicherung, wieder fruchtbare Gespräche führen zu können.

Viele Aussteller hatten sich am Samstag in der Schule eingefunden. Schon weit vor dem offiziellen Beginn der Veranstaltung informierten sich Jugendliche – zum Teil mit ihren Eltern – an den Messeständen in den beiden Aulas sowie im Treppenaufgang. Mehr als 50 Vertreter diverser Berufsfelder waren gekommen, um sich den Fragen der Jugendlichen zu stellen.

Alle Berufsfelder abgedeckt

„Jeder ist seines Glückes Schmied“ stellte Landrat Willibald Gailler in seinem Grußwort fest. Laut Statistik kämen auf jeden Jugendlichen 1,8 Arbeitsplätze. Viele mittelständische Betriebe im Landkreis, die nicht nur regional, sondern auch international unterwegs seien, stünden für die künftigen Mitarbeiter bereit. Man brauche die Jugend ebenso wie die älteren Mitarbeiter, die mit ihren Erfahrungen behilflich sein könnten. Abschließend dankte Jürgen Hartlich als Direktionspräsident des Rotary Clubs Neumarkt-Nürnberg und als Organisator für die Einsatzbereitschaft der Aussteller und für das Interesse der Jugendlichen.

Kaum waren die Grußworte beendet, verteilten sich die Gäste an den Ständen und in den Klassenzimmern, um sich in Gesprächen und bei Workshops über die Berufsfelder zu informieren. „Wisst ihr, dass man Pflege studieren kann?“ hörte man die Frage von Julia Regnet am Stand des Klinikums Neumarkt – und zwei Mädchen zeigten sich interessiert.

OrganisationBilanz:Zusatzveranstaltung:
: Rotary Club Nürnberg-Neumarkt mit Direktionspräsident Jürgen Hartlich und Präsident Dr. Peter Grewe, zugleich Hochschulreferent.Nach der Coronapause ein voller Erfolg für die Aussteller und für die Jugendlichen.Berufsorientierung per zoom für Entwicklungswege wie Fachabitur, Fachkarriere und Studium am 31. März und 26. April von 18.30 bis 19.30 Uhr. Anmeldung unter personalmarketing@medbo.deBerufsorientierung

„Ich schau mir mal den Bereich Medizin an und frage nach einem Ferienjob“, erzählt Victoria Scherer. Die Neumarkterin hat vergangenes Jahr ihr Abitur gemacht, genauso wie ihre Freundin Emma Menzel. Menzel arbeitet derzeit in einem Büro, interessiert sich bei der Messe aber für die Naturwissenschaft, vornehmlich Physik. „Ich will mich aber auch im Berufsfeld Jura umsehen“, ergänzt sie. Beide betonen, dass es eine super Idee und Möglichkeit sei, sich bei allen Firmen zu informieren. Vor allem schätze man den regionalen Bezug und auch die persönlichen Gespräche.

Die persönliche Nähe kann auch Lisa Lerzer als Anwärterin beim Finanzamt Neumarkt bestätigen. Sie beschreibt für die fast gleichaltrigen Schulabgänger den abwechslungsreichen Arbeitsalltag in der Steuerverwaltung. Fast alle Bereiche wurden abgedeckt, von Architektur und Bau über Medien bis hin zu Steuerberatung und Versicherungen.

Interesse am öffentlichen Dienst

Viele Interessierte zog der öffentliche Dienst an, der von Polizeihauptkommissaren vorgestellt wurde: „Bei uns ist das Interesse sehr groß.“ Besonders gut kamen auch Bildungswesen, Luftfahrt, Medizin, Unternehmensberatung oder Duale Studiengänge an. Auch mehrere Hochschulen stellten ihr Angebot vor. Die Bundesagentur für Arbeit wies an ihrem Stand auf ihr Angebot der Berufsberatung hin.

„Es war ein voller Erfolg – und das zum 13. Mal“, wie Schiffer am Ende der Veranstaltung dankend feststellte. Jetzt hätten die Jugendlichen wieder die Chance gehabt, sich unverbindlich zu informieren. „Bildung ist mehr als nur Fakten“ – und dafür müsse man raus aus den Mauern für Begegnungen mit Menschen.