Knotenpunkt umgebaut
Nach langem Ringen: Kreisverkehr am Jobplatz in Neunburg ist nun offiziell freigegeben

07.06.2023 | Stand 14.09.2023, 23:30 Uhr |
Großer Auflauf herrschte am Mittwochvormittag im Neunburger Zentrum: Landrat Thomas Ebeling (8. v. r.) und Bürgermeister Martin Birner (9. v. r.) durchschnitten mit Vertretern des Landratsamtes, des Staatlichen Bauamtes Amberg-Sulzbach, des Zweckverbandes zur Wasserversorgung der Nord-Ost-Gruppe, der Ingenieurbüros und Baufirmen sowie Kreis- und Stadträten symbolisch das Band für die Freigabe des Kreisels. −Foto: Jan Lange

Es ist eine runde Sache geworden, im wahrsten Sinne des Wortes: der Kreisverkehr am Jobplatz. Die Vollsperrung ist bereits seit einigen Tagen aufgehoben und der Verkehr rollt wieder. Am Mittwochvormittag wurde der Kreisel in Neunburg offiziell freigegeben – nach gut elf Monaten Bauzeit.

Dass der Umbau des Knotenpunktes dringend erforderlich war, konnten die Vertreter der Bauherren, Planungsbüros und Baufirmen live miterleben. Ihre Worte des Dankes gingen teilweise im Verkehrslärm unter. Die Notwendigkeit des Kreisverkehrs stellte in diesem Moment niemand infrage.

Das war nicht immer der Fall. Die Neunburger haben sich schon seit 30 Jahren für den Kreisel stark gemacht. Doch lange wurde auf höherer Ebene die Notwendigkeit nicht gesehen. Erst ein Verkehrsgutachten hatte nachgewiesen, dass der Verkehrsfluss durch einen Kreisel verbessert wird.

Nicht verkaufsbereit

Dies sei aber nicht die einzige Hürde bei der Umsetzung gewesen, wie bei der Freigabe erinnert wurde. Die ursprüngliche Verkehrsfläche war nicht ausreichend, um einen Kreisel zu bauen. Anlieger seien aber lange nicht bereit gewesen, Land zu verkaufen, blickte Bürgermeister Martin Birner auf jene Zeit zurück.

Als er 2011 an die Spitze des Rathauses gerückt war, habe er sich umgehend des Problems angenommen, berichtet Birner der MZ. Gut zwei Jahre später konnte die Stadt Neunburg schließlich Teile eines Grundstücks erwerben. Der Umsetzung des Kreisverkehrs stand damit zumindest flächenmäßig nichts mehr im Wege und die Stadt habe konkret in die Planung einsteigen können. Bis zum Entwurf hatte die Stadt Neunburg die Planungen aus eigener Tasche finanziert, erst danach war der Landkreis Schwandorf eingestiegen. Landrat Thomas Ebeling (CSU) bedankte sich bei Martin Birner für dessen Einsatz und dass der Bürgermeister nicht locker gelassen habe. Der Rathauschef räumte seinerseits ein, dass er „g‘scheid nervig“ gewesen sei.

Im Juni vorigen Jahres starteten schließlich die Bauarbeiten. Im Zuge der Maßnahme wurden auch Wasserleitungen und Abwasserleitungen erneuert. Auch eine nahe Engstelle wurde beseitigt, indem ein Nebengebäude gegenüber dem Anwesen Sporrer abgerissen wurde und damit der Platz für eine Verbreiterung der Straße zur Verfügung stand.

Durchmesser: 28 Meter

Der Kreisverkehr hat einen Durchmesser von 28 Metern, wie Paul Witt von der Bauverwaltung des Landkreises erklärte. Er sei kleiner als andere Kreisel, die in der Regel eine Breite von 40 Metern haben. Dennoch seien die möglichen Konfliktpunkte minimiert worden. Früher kam es zu Rückstauungen, die Kreuzung war nicht eindeutig überschaubar und Fußgänger querten mangels geeigneter Möglichkeiten die Straße im unmittelbaren Kreuzungsbereich. Nun gibt es Fußgängerinseln, die eine barrierefreie Querungsmöglichkeit bieten, hieß es vonseiten des Landratsamtes.

Paul Witt lobte, dass die Baufirmen alles möglich gemacht hätten, um das Unmögliche möglich zu machen. Bürgermeister Birner richtete sein Kompliment ebenfalls an die ausführenden Firmen, wie sie den Kreisel platziert haben. Der Verkehr fließe nun reibungslos und städtebaulich sei der Knotenpunkt aufgewertet worden, steht für den Rathauschef fest.