„Zeichen der Solidarität“
Regensburg gratuliert: Odessa wird zum Unesco-Welterbe erklärt

26.01.2023 | Stand 15.09.2023, 1:55 Uhr |
Odessa wurde 1794 gegründet und entwickelte sich binnen kurzer Zeit zu einer florierenden Handelsmetropole, die viele Menschen an die Schwarzmeerküste lockte. −Foto: Fotos: Stadt Regensburg, Peter Ferstl

Das Unesco-Welterbekomitee hat in einer Sondersitzung dem Eilantrag der Ukraine entsprochen: Die Altstadt von Odessa, Regensburgs Partnerstadt, wurde zum schützenswerten Erbe der ganzen Menschheit erklärt und auf die Liste der besonders bedrohten Stätten gesetzt.



Das berichtet die Stadt Regensburg in einer Pressemitteilung. Dieser Notfallmechanismus dient dem besonderen Schutz und Erhalt, außerdem können technische und finanzielle Hilfen in Anspruch genommen werden. Die Stadt Regensburg gratuliert zu diesem besonderen Titel. „Im Namen aller Regensburger beglückwünsche ich unsere Freunde in Odessa zum Unesco-Welterbetitel. Diese Entscheidung ist vor allem ein Zeichen der Solidarität einer internationalen Wertegemeinschaft und eine deutliche Zusage: Wir helfen Euch“, sagte Oberbürgermeisterin Gertrud Maltz-Schwarzfischer.

Unterstützung leistete die Stadt Regensburg im Antragsprozess auf administrativer Ebene: Oberbürgermeisterin Gertrud Maltz-Schwarzfischer bat die Deutsche Unesco-Kommission sowie das zuständige Bayerische Staatsministerium für Wissenschaft und Kultur um Hilfe auf politischer Ebene. International erwies sich das Städtenetzwerk der OWHC (Organisation der Welterbestädte) als äußerst hilfreich.

Aufbau eines Hilfsnetzwerks

Hier konnte über enge Kontakte mit den polnischen Städten Warschau und Krakau ein Hilfsnetzwerk aufgebaut werden, das vor allem praktische Unterstützung im Kulturgüterschutz in ukrainischen Städten leistet. Konkrete fachliche Beratung erfolgte durch die Welterbekoordination, die in Abstimmung mit der Abteilung Internationale Beziehungen und Repräsentationen des Hauptamtes im Austausch mit den Kolleginnen und Kollegen in Odessa stand. So konnte auf die Erfahrungen aus einer starken Netzwerkarbeit im Deutschen Städtetag sowie auf internationaler Ebene aufgebaut werden, die Odessa bei der Antragstellung nun zu Gute kamen.

Lesen Sie auch:Flucht aus Mariupol: Iryna und Alex fanden Hilfe in Brunn

Odessa wurde 1794 gegründet und entwickelte sich binnen kurzer Zeit zu einer florierenden Handelsmetropole, die viele Menschen an die Schwarzmeerküste lockte. Die rasante Entwicklung, der damit verbundene Wohlstand und das multikulturelle Erbe prägen die Architektur und das Stadtbild Odessas bis heute. Das historische Zentrum zeichnet sich durch seinen quadratischen Grundriss, großzügige, von Bäumen gesäumte Straßen und eine eklektische Vielfalt architektonischer Stile aus. Zwar finden sich die städtebaulichen und architektonischen Qualitäten, die Odessa auszeichnen, auch in anderen Städten Mittel- und Osteuropas, sind in ihrer Vielfalt aber nirgendwo derart gut bewahrt.

Die Partnerschaft:

Geschichte:Bereits 1990 wurde die Städtepartnerschaft zwischen Regensburg und Odessa begründet. Neben offiziellen Besuchen, vielfältiger Partnerschaftsaktivitäten und einem fachlichen Austausch entwickelten sich auch private Kontakte.

Solidarität:Seit Beginn des Angriffskrieges durch Russland zeigt die Regensburger Stadtgesellschaft große Solidarität. Neben Spenden und Hilfslieferungen direkt nach Odessa konnten auch Flüchtlinge aus der Partnerstadt eine vorübergehende Heimat hier bei uns finden. In Zusammenarbeit mit Hilfsorganisationen wie Space Eye leistet die Stadtverwaltung Unterstützung.