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9000 Trachtler ziehen zur Wiesn

Schützen, Fahnenschwinger und Musikanten: Tausende Trachtler marschieren in München alljährlich am zweiten Wiesn-Tag zum Oktoberfest.

  • Der Umzug der Trachtler ist einer der Oktoberfest-Höhepunkte. Foto: dpa
  • Nach dem langen Marsch entspannen sich die Trachtler erstmal auf der Wiesn. Foto: dpa
  • Tausende Zuschauer bewunderten den Umzug der Trachtler durch das Herz Münchens. Foto: dpa
  • Schützengruppen aus ganz Bayern sind ein fester Bestandteil des Trachtenumzugs. Foto: dpa
  • Auch Musikgruppen begleiten den Umzug. Foto: dpa

München. In einem der größten Trachtenumzüge der Welt sind am Sonntag rund 9000 Trachtlern, Schützen, Fahnenschwinger und Musikanten zum Oktoberfest gezogen. Tausende Schaulustige säumten bei blauem Himmel und Sonnenschein die Straßen, um den sieben Kilometer langen Trachtenumzug zu sehen.

Spielmannszüge, Blaskapellen, Brauereigespanne, Prachtkutschen – in farbenprächtigen traditionellen und historischen Gewändern präsentierten die Teilnehmer vielfältiges Brauchtum. Die Trachtler kamen aus vielen Teilen Deutschlands, aber auch aus Österreich, Italien, Polen, Kroatien, Griechenland, Tschechien, Türkei und der Schweiz.

Gerade die Frauen haben es bei diesem gut zweistündigen Umzug schwer: Es dauert oft Stunden, bis sie die historischen Trachten angelegt und die komplizierten Frisuren gerichtet haben. Manche haben auch ganz schön zu tragen: Einige Röcke wiegen bis zu 20 Kilogramm, wie der Bayerische Rundfunk berichtete.

In einer mit Sonnenblumen geschmückten Kutsche fuhren Oberbürgermeister Christian Ude (SPD) und seine Frau Edith mit. Ude hatte am Samstag zum letzten Mal in seiner 20-jährigen Amtszeit, die im nächsten Jahr zu Ende geht, das Volksfest eröffnet. An der Kutsche von Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) und seiner Ehefrau Karin steckten weiße und blaue Gladiolen – die bayerischen Landesfarben. Gleich dahinter folgten Gebirgsschützen.

Der Umzug hat eine fast 200-jährige Tradition. Viele legendäre Figuren sind dabei: Angeführt wird der Zug vom Münchner Kindl hoch zu Ross. Die Wappenfigur Münchens stellte ursprünglich einen Mönch dar. Derzeit wird sie von der Abiturientin Maria Newrzella verkörpert, der 19-jährigen Tochter des Geschäftsführers vom Verein Münchner Brauereien, Manfred Newrzella.

Auf einem Wagen stand auch eine Statue der Gottesmutter Maria. Sie wird als Patrona Bavariae – Patronin Bayerns - verehrt. Dabei waren auch Schmied von Kochel, der bei der Besetzung Bayerns durch Truppen der Habsburger den Bauernaufstand mit angeführt haben soll, und die „Bräurosl“, nach der ein Wiesn-Zelt benannt ist. Die Brauertochter Rosi soll ihre Maß immer hoch zu Ross getrunken haben. Bei dem Umzug hatte die Bräurosl aber anstelle der Maß Bier einen Blumenstrauß dabei damit lässt sich jedenfalls leichter winken als mit einem vollen Bierkrug.

Die Bilanz des ersten Oktoberfesttages: Fast 50 Bierleichen, sieben Maßkrugschlägereien und eine verletzte Polizeibeamtin. Insgesamt mussten die Helfer des Münchner Roten Kreuzes in der Wiesn-Sanitätsstation 555 Besucher behandeln. Dutzende kamen mit Schnittverletzungen sowie Platz- und Schürfwunden nach Stürzen – die vermutlich nicht selten alkoholbedingten waren.

49 Wiesnbesucher erlitten eine Alkoholvergiftung, unter ihnen sieben Jugendliche unter 16 Jahren. Im Vorjahr waren es am ersten Tag nur 36 Bierleichen gewesen. Nur eineinhalb Stunden nach der Eröffnung wurde am Samstag die erste Patientin mit Alkoholvergiftung behandelt. Angeblich hatte sie nur eine Maß Bier getrunken. „Das Wiesnbier hat einen höheren Alkoholgehalt als das gängige Flaschenbier“, warnte der Leiter der Station, Frithjof Wagner. (dpa)

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