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Schutzmaßnahmen

Afrikanischer Schweinepest vorbeugen

Die Regierung der Oberpfalz informiert über Präventionsmaßnahmen bei der Schweinepest und bittet Bürger um Mithilfe.

Ein Wildschwein steht auf einem Plateau im Wald und beobachtet die Umgebung. Wegen der Afrikanischen Schweinepest sind jetzt Maßnahmen notwendig. Foto: Lino Mirgeler/dpa
Ein Wildschwein steht auf einem Plateau im Wald und beobachtet die Umgebung. Wegen der Afrikanischen Schweinepest sind jetzt Maßnahmen notwendig. Foto: Lino Mirgeler/dpa

Regensburg.Mitte November 2019 ist in Westpolen ein weiterer Ausbruchsherd der Afrikanischen Schweinepest (ASP) bei Wildschweinen festgestellt worden. Neben den bereits bekannten Seuchengebieten in Ungarn und Belgien existiert damit ein drittes Seuchengeschehen im engen räumlichen Bezug zu Bayern.

In dem betroffenen Gebiet in Westpolen wurden innerhalb kurzer Zeit an mehreren Orten Kadaver gefunden, in denen das Virus der ASP nachgewiesen wurde. Der nächstgelegene Fundort liegt nur noch circa 40 Kilometer von Deutschland entfernt. Neben der bereits seit Jahren bestehenden Gefahr einer sprunghaften Seuchenverbreitung z.B. über weggeworfene, kontaminierte Speisereste aus betroffenen Gebieten, die Schweinefleisch enthalten (z.B. Salami, Schinken), besteht nun zusätzlich die Gefahr der direkten Seucheneinschleppung über infizierte Wildschweine.

Immenser wirtschaftlicher Schaden droht

Das hochansteckende ASP-Virus ist für den Menschen ungefährlich, für Wild- und Hausschweine verläuft die Krankheit meist tödlich. Es gibt keinen Impfstoff und keine Behandlung gegen das Virus. Die ASP kann nur durch Tötung und unschädliche Beseitigung infizierter Schweine bekämpft werden. Im Falle des Ausbruchs der Seuche in der Oberpfalz droht damit immenser wirtschaftlicher Schaden für unsere landwirtschaftlichen Betriebe.

„Wir müssen alles dafür tun, um einen Ausbruch der Afrikanischen Schweinepest in der Oberpfalz zu verhindern. Die Präventionsmaßnahmen in den Veterinärämtern und bei den Jagdbehörden in der Oberpfalz laufen auf Hochtouren, alle Vorbereitungen für einen möglichen Ernstfall wurden getroffen“, betont Regierungspräsident Axel Bartelt: „Auch jeder einzelne von Ihnen kann mit dazu beitragen, dass sich die Seuche nicht weiter ausbreitet.“

Das ASP-Virus überlebt nicht nur in der Umwelt, sondern auch in Lebensmitteln. Es kann z. B. in Schinken oder Wurst über mehrere Monate ansteckungsfähig bleiben. „Lassen Sie keine Speisereste, die Schweinefleisch enthalten, in der Natur zurück und verfüttern Sie diese nicht an Tiere“, appelliert Regierungspräsident Axel Bartelt an die Bürger in der Oberpfalz und verweist auf ein Merkblatt des Bayerischen Staatsministeriums für Umwelt und Verbraucherschutz.

Besondere Vorsichtsmaßnahmen für Waldbesitzer und Forstarbeiter:

  • Kein Wegwerfen von Lebensmitteln und Speiseresten im Wald!
  • Keine Kompostierung von fleischhaltigen Lebensmitteln im eigenen Wald!
  • Bitten Sie Ihre ausländischen Saisonarbeiter, die aus den Staaten kommen, in denen ASP nachgewiesen worden ist, keine Lebensmittel aus ihrer Heimat mitzubringen bzw. sorgen Sie dafür, dass Speisereste oder Lebensmittel unschädlich entsorgt werden! Aktuell wurde ASP insbesondere in Polen, Belgien, Ungarn, Bulgarien, Rumänien, der Slowakei und Serbien sowie im Baltikum, in Russland und der Ukraine nachgewiesen. Darüber hinaus tritt die ASP auch in Asien, insbesondere in China, auf.

Aufmerksamkeit und Unterstützung durch die Jägerschaft:

  • Der Schwarzwildbestand soll deutlich reduziert werden. Die Staatsregierung stellt den Revierinhabern eine Aufwandsentschädigung für die Erlegung von Frischlingen, Überläuferbachen und Bachen, die nicht zur Aufzucht notwendig sind, zur Verfügung.
  • Aufmerksamkeit im Revier ist ratsam: Insbesondere Auffälligkeiten sollten dem Veterinäramt gemeldet werden. Bei Fallwild steht eine Probennahme sowie Totfundmeldung an. Auch dazu stellt die Staatsregierung eine Aufwandsentschädigung zur Verfügung.
  • Wichtig ist ein hygienischer Umgang – v. a. mit Aufbruch und bei Kontakt mit Schweiß.
  • Erhöhte Vorsicht ist bei Jagdreisen in Befallsgebiete geboten: Das Mitführen unverarbeiteter Trophäen aus diesen Regionen ist verboten. Im Übrigen sind die gesetzlichen Beschränkungen streng zu beachten.

Weitere Hinweise und Informationen bietet in knapper Form auch das Bayerische Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten unter diesem Link.

Ein spezielles Merkblatt für landwirtschaftliche Betriebe gibt es hier. Weitere wichtige Informationen zur Afrikanischen Schweinepest gibt es hier. (pm)

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