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Autokennzeichen

Alte Kürzel kehren in die Oberpfalz zurück

Schon bald können Altlandkreise ihre früheren Nummernschilder wieder bekommen. Das Interesse hält sich aber in Grenzen.
Von Reinhold Willfurth, Mz

Der VW-Bus eines Vohenstraußers ist seit 1971 angemeldet und trägt das alte Kennzeichen. Foto: Schönberger

Regensburg.Vor 40 Jahren hat man sie aus dem Verkehr gezogen – eigentlich für immer. Jetzt könnte es sein, dass sie bald wieder zu bestaunen sind auf den Oberpfälzer Straßen: Nummernschilder mit den rätselhaften Kürzeln WÜM, KÖZ oder ROD, NAB, BUL oder OVI, VOH, KEM oder ESB. Der Bundesrat will demnächst eine Gesetzesänderung verabschieden, nach der Schilder aus der Zeit vor der Gebietsreform 1972 aus der Versenkung auftauchen dürfen.

Eine Studie der Fachhochschule Heilbronn hatte die Schilder-Zombies wieder ans Licht der Öffentlichkeit gebracht. Viele Menschen, so das Ergebnis der Untersuchung, hätten aus Verbundenheit mit ihrem alten Landkreis Sehnsucht nach den dazugehörigen Nummernschildern. Die alten Kürzel könnten außerdem für den Fremdenverkehr förderlich sein, hieß es.

„Wir wollen ROD wieder haben“

Zwei Stadtratsgremien aus der Region haben bisher die Chance genutzt, ihre Stammkennzeichen wieder zu bekommen: Die Rodinger wollen offiziell ihr altes ROD zurück, das 1972 vom CHA des neuen Großlandkreises Cham abgelöst wurde. Und die Mainburger machen sich Hoffnung auf das alte MAI statt des unbeliebten KEH für Landkreis Kelheim.

Während die ersten Bürger die Rodinger Außenstelle der Zulassungsbehörde mit Fragen zum neuen alten Kennzeichen stürmen, rät Karl Irrgang dazu, den Ball flachzuhalten: „Das kann noch bis zum Sommer dauern, bis das durch ist“, sagt der Verwaltungsleiter der Stadt. Landkreisverbände und Städtetag müssten erst gehört werden. Der Stadtrat habe letztlich nur eine „Initiativbeschlussfassung“ vorgelegt, alles andere liege in den Händen des Landkreises Cham. Dessen Sprecher Friedrich Schuhbauer hat von Initiativen einzelner Kommunen in Richtung altes Kennzeichen gehört. Der Landkreis stehe Wünschen neutral gegenüber, sagte er.

Noch 1100 Kfz mit Altkennzeichen

Ganz ausgestorben sind die alten Schilder nicht: Auf 294 Traktoren, Anhängern oder Oldtimern prangt immer noch das ROD. Auch das KÖZ für Kötzting tragen noch 442 Fahrzeuge, und im ehemaligen Landkreis Waldmünchen sind noch 354 Autos mit WÜM-Schildern angemeldet.

Von einer Euphorie für die alten Schilder aber kann keine Rede sein. „Die meisten Gemeinden zucken die Schultern“, sagt Franz Pfeffer, Sprecher des Landkreises Schwandorf mit eingemeindeten Kennzeichen wie OVI (Oberviechtach), NAB (Nabburg) oder NEN (Neunburg vorm Wald). Wegen des höheren Verwaltungsaufwands seien nostalgische Autonummern auch nicht unbedingt wünschenswert.

Im ehemaligen Landkreis Nabburg, wo man vor 40 Jahren den Verlust des eigenen Kennzeichens mit Aufklebern beweinte („NAB war mein Zeichen, SAD musst’ es weichen“) glaubt man auch nicht, dass das Glück der Bewohner von einem alten Schild abhängig ist. Bürgermeister Armin Schärtl hätte zwar „nichts dagegen, aber ich werde es auch nicht massiv anschieben“. Schärtl hat einen angemessenen Ort für das „NAB“-Schild ausgemacht: das Stadtmuseum. Und dort soll es nach Meinung des Nabburger Stadtoberhaupts auch bleiben.

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