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Bayern
Dienstag, 25. September 2018 15° 1

Kriminalität

Anwalt mit Phantomopfer beim NSU-Prozess

Ein Mann kassierte für die Vetretung eines nicht erfundenen Opfers 211 000 Euro. Jetzt sitzt er auf der Anklagebank.

Der Anwalt soll 211.000 Euro an Sitzungs- und Reisespesen kassiert haben. Foto: Stephan Jansen
Der Anwalt soll 211.000 Euro an Sitzungs- und Reisespesen kassiert haben. Foto: Stephan Jansen

Aachen.Ein Anwalt, der im Münchner NSU-Prozess ein nicht existierendes Opfer vertreten haben soll, ist in Aachen wegen Betrugs in besonders schwerem Fall angeklagt. Das erklärte das Landgericht am Mittwoch. Der Anwalt hatte demnach jahrelang vor dem Münchner Oberlandesgericht ein angebliches Opfer des Nagelbombenanschlags in der Kölner Keupstraße als Nebenkläger vertreten. Dafür soll er 211 000 Euro an Sitzungs- und Reisespesen kassiert haben. Zuvor hatte „Focus Online“ berichtet.

Außerdem ist der Anwalt im Zusammenhang mit dem Prozess um die tödliche Loveparade-Katastrophe wegen Urkundenfälschung und Anstiftung zu falscher Versicherung an Eides statt angeklagt. Mit falschen Angaben zum Gesundheitszustand seines Mandanten habe er sich den Zugang als Nebenklagevertreter erschleichen wollen. Ein anderes Opfer soll er dazu überredet haben, ihm eine Blanko-Vollmacht auszustellen, die er dann einem Kollegen zugeschanzt haben soll.

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