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Ausstellung

Apple 1 ist reif für die Museumsinsel

Das Deutsche Museum bekommt einen der ersten PCs der Welt – und das wertvolle Exemplar funktioniert tatsächlich noch.

Besitzer Achim Baqué überreicht Anja Teuner vom Deutschen Museum die wertvolle Dauerleihgabe. Foto: Deutsches Museum
Besitzer Achim Baqué überreicht Anja Teuner vom Deutschen Museum die wertvolle Dauerleihgabe. Foto: Deutsches Museum

München.Das Deutsche Museum in München bekommt einen der ersten PCs der Welt. Der Apple 1 sei ab Dezember als Dauerleihgabe in der Ausstellung Mikroelektronik zu sehen, teilte das Museum am Dienstag mit. Der Rechner, der 1976 eine Revolution war, funktioniere sogar noch.

Eine wahre Rarität

Als Bausatz ohne Gehäuse habe der Rechner damals im Laden 666,66 US-Dollar gekostet, hieß es. Heute zahlten Sammler oder Museen bis zu 900 000 US-Dollar dafür. 200 Exemplare des Rechners wurden zwischen 1976 und 1977 produziert. Bei den ersten Exemplaren hat noch Steve Wozniak, Steve Jobs Partner, selbst in der Garage von Jobs Eltern Hand angelegt. Das Modell, das das Museum jetzt ausstellt, gehört wohl zu den allerersten 50 Exemplaren – es hat die Seriennummer 22. Weltweit haben knapp 70 Rechner überlebt, aber nur eine Handvoll ist noch funktionsfähig. Wie das Gerät, das jetzt ins Deutsche Museum kommt.

Der Generaldirektor des Deutschen Museums, Wolfgang M. Heckl, freut sich sehr, diesen Schatz jetzt ausstellen zu können. „Wir haben ja schon einen der ersten Macintosh-Rechner, den Steve Jobs 1985 persönlich bei uns vorbeigebracht hat. Und jetzt wird unsere großartige Computersammlung um ein weiteres, wichtiges Stück ergänzt.“ Der Rechner gehört dem Software-Entwickler Achim Baqué aus Euskirchen (Nordrhein-Westfalen), der historische Computer sammelt. „Bisher lag der Rechner in einem Banksafe in Köln – jetzt können ihn Technikbegeisterte in Augenschein nehmen. Ich wollte, dass er für die Öffentlichkeit sichtbar ist“, sagte Baqué laut Mitteilung.

Er habe ihn 2015 von dem Amerikaner Bob Luther gekauft, der seinen Rechner damals von einem Apple-Mitarbeiter der ersten Stunde bekommen hatte – und über seinen Apple sogar ein Buch schrieb. „Meine Großmutter hat in München gelebt, ich bin als Bub häufig im Deutschen Museum gewesen – und ich war von der Sammlung immer sehr beeindruckt. Ich hatte diverse Angebote, aber das Deutsche Museum war meine erste Wahl“, sagt Baqué. Er erinnert sich noch gut daran, wie aufwendig der Import nach Deutschland war – in den Papieren wird dem Computer „ein geschichtlicher und völkerkundlicher Wert“ bescheinigt. „Und der Dame von der Zollkontrolle am Frankfurter Flughafen entgleiste kurz das Gesicht, als sie vom Wert des Geräts erfuhr“, erinnert sich Baqué. Er hatte den Apple 1 selbst beim Vorbesitzer in den USA abgeholt.

„Besonderer Reiz“

Anja Teuner, Informatik-Kuratorin im Deutschen Museum, erklärt, warum der „Neuzugang“ so wichtig ist: „Es vervollständigt unsere Sammlung von frühen PCs. Wir haben zwar schon einen Apple 2, aber das allererste Gerät von Apple hat natürlich einen ganz besonderen Reiz. Es ist zwar nicht der allererste PC, aber Steve Jobs und Steve Wozniak waren die Ersten, die erkannt haben, dass so ein Gerät auch für den Privatgebrauch überhaupt interessant ist – und das ungeheure Potenzial richtig eingeschätzt.“

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