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Bayern
Mittwoch, 23. Mai 2018 26° 8

Kabinett

Atheistenverband sieht Kreuz-Vorstoß als Wahlkampf-Manöver

Der Vorsitzende des atheistischen Bundes für Geistesfreiheit (BfG), Erwin Schmid, betrachtet die Kreuz-Offensive von Ministerpräsident Markus Söder (CSU) als Versuch, Wählerstimmen zu sammeln. „Markus Söder hat Angst, dass er die Landtagswahl verliert“, sagte Schmid am Dienstagabend. Seiner Ansicht nach nimmt jedoch die Zahl der konfessionsfreien Wähler in Bayern stark zu. „Sie werden bald die Mehrheit sein.“ Das Kreuz bezeichnete Schmid als „sadomasochistisches Symbol“.

Markus Söder hält ein Kreuz, das er im Eingangsbereich der bayerischen Staatskanzlei aufhängt. Foto: Peter Kneffel/aktuell

Regensburg.Weiter sagte der BfG-Vorsitzende, das Kreuz stehe für Menschenopfer. Und auch wenn es nicht zum Menschenopfer auffordere, so verherrliche es dieses. Dabei sei das Menschenopfer eigentlich schon im Alten Testament bei Abraham überwunden gewesen.

Die Frage sei, ob die Gesellschaft auf eine von der Aufklärung geprägte, vernunftbasierte Ethik setzen könne, um ein friedliches Zusammenleben zu gestalten, oder auf eine von einem „Tyrannen“ vor 2000 Jahren diktierte Ethik, sagte Schmid. Der BfG vertrete eine vernunftbasierte, auf die Naturwissenschaft gründende Weltanschauung.

In allen Behörden der bayerischen Staatsverwaltung werden künftig Kreuze im Eingangsbereich hängen. Das Kabinett beschloss am Dienstag die nötige Verordnung für die neue Vorschrift. Die Kreuze sollen laut Söder kein religiöses Symbol des Christentums sein, sondern ein „Bekenntnis zur Identität“ und zur „kulturellen Prägung“ Bayerns.

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