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Sonntag, 23. September 2018 24° 7

Gedenkstätten

Augsburg hadert mit Gedenkstätte in KZ-Außenlager

Die seit mehr als zehn Jahren geplante Gedenkstätte im ehemaligen Augsburger KZ-Außenlager Halle 116 ist weiterhin nicht in Sicht. Obwohl der Augsburger Stadtrat bereits 2009 beschlossen hat, in der früheren Militärhalle einen Erinnerungsort zu schaffen, gibt es nach wie vor keinen konkreten Zeitplan. Die Stadt Augsburg plant nun heuer zunächst einmal einzelne Vorträge in der Halle, die einst als Gefängnis für bis zu 2000 Zwangsarbeiter diente. Zum Start der Reihe wird am Montag Karl Freller, der Direktor der Stiftung Bayerische Gedenkstätten, in der Halle sprechen.

Die Halle 116 in Augsburg. Foto. Karl-Josef Hildenbrand/Archiv Foto: Karl-Josef Hildenbrand
Die Halle 116 in Augsburg. Foto. Karl-Josef Hildenbrand/Archiv Foto: Karl-Josef Hildenbrand

Augsburg.In dem rund 5000 Quadratmeter großen Gebäude waren während der Nazizeit Zwangsarbeiter des Flugzeugbauers Messerschmitt eingesperrt, bis 1998 war die Halle dann Teil einer Kaserne der US-Streitkräfte. Seitdem wird über die künftige Nutzung diskutiert, zahlreiche Initiativen setzen sich für die Einrichtung eines Gedenkortes ein. Der Stadtrat hat zwar schon mehrfach Beschlüsse dazu gefasst, doch bislang gibt es weder einen Etat noch einen Zeitplan für die Umsetzung. „Eine Auskunft zu einer möglichen Eröffnung ist zum heutigen Zeitpunkt nicht möglich und wäre reine Spekulation“, sagte eine Sprecherin der Stadt.

Ein Bürgerverein zur Entwicklung des betroffenen Augsburger Stadtteils Pfersee, der sich seit langem für einen Gedenkort in der Halle 116 einsetzt, kritisiert das langwierige Verfahren. „Bis jetzt sind die Beschlüsse alle Papiertiger geblieben“, sagt Vorstand Dietmar Egger. Er schließt nicht aus, dass sich die Stadt irgendwann doch noch nur für eine Minimallösung entscheidet, beispielsweise die Aufstellung von Gedenktafeln vor der Halle.

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