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Oberpfalz

Axel Bartelt neuer Regierungspräsident

Ministerialdirigent Axel Bartelt wird wohl Nachfolger von Brigitta Brunner. Die bisherige Regierungspräsidentin freut sich schon auf ihre neue Aufgabe.

Axel Bartelt (r.) ist noch Protokollchef der Staatskanzlei. Er soll Nachfolger von Brigitta Brunner werden. Foto: dpa

Regensburg/München.Axel Bartelt, Protokollchef der bayerischen Staatsregierung, soll neuer Regierungspräsident der Oberpfalz werden. Das beschloss der Ministerrat in München am Mittag. Bartelt soll zum 1. Februar 2014 Nachfolger von Brigitta Brunner werden. Die gebürtige Oberviechtacherin soll zum selben Zeitpunkt ins Staatsministerium des Innern, für Bau und Verkehr nach München wechseln. Sie soll dort die Leitung der Abteilung „Verfassungsschutz, Cybersicherheit“ übernehmen.

Brigitta Brunner wollte auf MZ-Anfrage ihren Wechsel noch nicht bestätigen; dazu müsse der Bezirkstag am Donnerstag erst noch zustimmen. Erst dann dürfe sie sich als Beamtin dazu äußern. Für ihren Wechsel nannte sie familiäre Gründe, ihr Mann, der beim Landeskriminalamt tätig ist, lebt schließlich in München. Streitigkeiten innerhalb der Regierungsbehörde hätten nicht zu diesem Wechsel geführt, so Brunner: „Es gefällt mir hier sehr gut. Es ist eine sehr schöne Aufgabe.“ Sollte ihr die Abteilung „Verfassungsschutz, Cybersicherheit“ übertragen werden, freue sie sich darauf. Brunner ist Juristin – bevor sie Bayerns erste Regierungspräsidentin wurde, war sie Vizepräsidentin des statistischen Landesamts. Zuvor war sie in der Staatskanzlei Referatsleiterin für Bundes- und Europaangelegenheiten und Referentin im Staatsministerium des Innern. Daher habe sie keinen Zweifel auch eine neue Aufgabe mit einem wieder anderen Themengebiet zu bewältigen.

Löffler bedauert Brunners Wechsel

Der Oberpfälzer Bezirkstagspräsident Franz Löffler (CSU) hat Brigitta Brunner als „sehr kompetente Regierungspräsidentin“ gewürdigt, die nie den Blick für pragmatische Lösungen verloren habe. Ihre freundschaftliche und offene Art habe die Zusammenarbeit sehr erleichtert. „Ihre zielorientierte Arbeit habe ich als Bezirkstagspräsident und als Chamer Landrat sehr geschätzt und bedauere ihren Weggang“, sagte er. Der Bezirkstag muss am Donnerstag in nichtöffentlicher Sitzung das „Benehmen“ zur Neubesetzung des Regierungspräsidenten-Amtes herstellen.

Diese Entscheidung wird nicht bekannt gegeben, sondern direkt dem Innenministerium mitgeteilt. Es gilt als sicher, dass der Bezirkstag keine Einwände haben wird. Den designierten Regierungspräsidenten Axel Bartelt kennt Löffler nach seinen Worten bislang nur flüchtig. Als ehemaliger persönlicher Referent von Ministerpräsident Edmund Stoiber habe er die gesamte Themenbreite der politischen Arbeit in Bayern kennengelernt und werde als Präsident der Regierung sicherlich ein kompetenter Ansprechpartner sein. Axel Bartelt ist 57 Jahre alt und nimmt in der Staatskanzlei derzeit den Rang eines Ministerialdirigenten ein.

Ein Baden-Württemberger für Regensburg

Im Gespräch mit der MZ versichert Axel Bartelt, dass er sich auf seine neue Herausforderung freue. Das sei eine Auszeichnung. Er betonte aber, dass er sich am Donnerstag dem Bezirkstag erst mal vorstellen wolle, bevor er über die konkreten Herausforderungen seines Amtes, wie beispielsweise einem immer kleiner werdenden Mitarbeiterstab, sprechen kann. „Sie könne sich aber sicher sein: Wenn der Ministerpräsident seinen Protokollchef zum Regierungspräsidenten macht, ist das ein Zeichen dafür, dass er die Aufgaben der Regierungen schätzt.“ Nach mehr als zwei Jahrzehnten im Staatsdienst steht er ab Februar 2014 das erste Mal an der Spitze einer Behörde, die mit 550 Mitarbeitern deutlich größer als die Münchner Staatskanzlei ist.

Mit Bartelt bekommt die Oberpfalz einen in allen Fragen von Protokoll und diplomatischer Etikette versierten Regierungspräsidenten. Bartelt war zu Zeiten Edmund Stoibers für ausländische Staatsgäste und Auslandsreisen der Ministerpräsidenten zuständig und bewies dabei im Laufe der Jahre immer wieder stählerne Nerven. Bartelt stammt gebürtig aus dem baden-württembergischen Ulm. Abitur und Jura-Examen hat er in München abgelegt, dann wechselte er ins Innenministerium. Mit der Oberpfalz verbinde er „viele schöne Urlaube“ mit seiner Familie. Die anderen Regierungspräsidenten kenne er noch gut aus dem Innenministerium. In Regensburg wolle er sich für sein Amt eine Wohnung nehmen; seine Familie werde aber in Rimsting am Chiemsee bleiben. (wi/pd/dpa)

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