mz_logo

Bayern
Donnerstag, 26. April 2018 22° 4

Medien

Bavaria-Film: Keine Belege für sexuelle Übergriffe Wedels

Was ist dran an den schweren Vorwürfen gegen Star-Regisseur Wedel? Das ZDF fand nach einer internen Untersuchung keine Belege für sexuelle Übergriffe des Fernsehmannes. Zu diesem Ergebnis kommt jetzt auch die Bavaria-Film. Doch ein Schatten bleibt.

Der damalige Festspiel-Intendant Dieter Wedel. Foto: Swen Pförtner/Archiv

München.Die Produktionsfirma Bavaria-Film hat nach eigenen Angaben keine Hinweise zu möglichen sexuellen Übergriffen von Regisseur Dieter Wedel (75) gefunden. Das Unternehmen hatte ein Rechercheteam mit der internen Prüfung der Filme „Der König von St. Pauli“ (1997), „Die Affäre Semmeling“ (2001) und „Gier“ (2009) beauftragt.

Es sei festgestellt worden, „dass die in der Presse erhobenen Anschuldigungen des sexuellen Missbrauchs durch Dieter Wedel bei den genannten Produktionen nicht belegt werden können“, teilte die Bavaria-Film am Donnerstag in München mit. Das interne Rechercheteam stand unter der Leitung der Compliance-Beauftragten und Ombudsfrau der Bavaria-Film.

Allerdings sei festgestellt worden, dass „Verhaltensweisen von Dieter Wedel gegenüber Mitarbeitenden“ nach dem heute gültigen Verhaltenskodex der Bavaria Film Gruppe nicht tolerabel gewesen wären, heißt es in der Erklärung. Auf Nachfrage sagte ein Unternehmenssprecher, dies beziehe sich etwa auf cholerische Ausfälle. In ihrem Verhaltenskodex, der zum Zeitpunkt der Produktionen mit Wedel allerdings noch nicht galt, verpflichte sich die Bavaria demgegenüber zu einem „respektvollen Miteinander“.

Bei der internen Untersuchung der Bavaria-Film wurden unter anderem schriftliche Unterlagen ausgewertet und Gespräche mit Mitarbeitern geführt, die an den Produktionen beteiligt waren. Mit Wedel selbst sei nicht gesprochen worden, sagte der Unternehmenssprecher. Er verwies auf den internen Charakter der Untersuchung.

Vor rund sechs Wochen war bereits das ZDF zu dem Schluss gekommen, dass nach dem Sichten der Unterlagen und Gespräche mit Mitarbeitern keine Hinweise auf sexuelle Übergriffe gefunden worden seien. Wedel hat die gegen ihn erhobenen Vorwürfe stets zurückgewiesen.

Mehrere Frauen werfen dem Regisseur vor, sie während der gemeinsamen Arbeit sexuell belästigt oder sogar vergewaltigt zu haben. Das ZDF erklärte im Februar, eine Schauspielerin habe sich nach den Veröffentlichungen direkt an das ZDF gewandt, wolle aber anonym bleiben. Das „Zeit“-Magazin hatte im Januar den Stein ins Rollen gebracht, als mehrere Schauspielerinnen ausführlich von ihren Erfahrungen mit Wedel berichteten.

Die Kommentarfunktion steht exklusiv unseren Abonnenten zur Verfügung. Als Abonnent melden Sie sich bitte an oder registrieren Sie sich. Alle anderen Nutzer finden preiswerte Angebote in unserem Aboshop.

Anmelden Registrieren Zum Abo-Shop

Sie sind noch nicht registriert?

Neu registrieren

MessageBox

Nachricht