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Agrar

Bayerische Waldbesitzer wehren sich gegen Einflussnahme

Vom Umweltschutz über den Holzbau bis zum Erholungsfaktor - Wälder werden in vielfältiger Weise genutzt. Vor entsprechend großen Herausforderungen stehen die Waldbesitzer in Bayern. Als Folge des Klimawandels müssen Wälder zu Mischwäldern umgebaut werden.

Der „Nußhardt“-Wald im Fichtelgebirge. Foto: Nicolas Armer/Archiv
Der „Nußhardt“-Wald im Fichtelgebirge. Foto: Nicolas Armer/Archiv

Regensburg.Bayerns Waldbesitzer wehren sich gegen Versuche zu großer Einflussnahme von Umweltschutzverbänden auf die Bewirtschaftung ihrer Wälder. Aspekte des Natur-, Umwelt- und Artenschutzes hätten in den vergangenen Jahren deutlich an Aufmerksamkeit gewonnen, sagte Präsident Josef Ziegler am Freitag in Regensburg anlässlich des 100-jährigen Bestehens des Bayerischen Waldbesitzerverbandes. Aber: „Unsere Wälder sind deshalb so wertvoll und artenreich, weil sie seit Generationen von verantwortungsvollen Eigentümern bewirtschaftet werden. Sie sind es nicht, weil sich seit 30 oder 50 Jahren gemeinnützige Organisationen mit dem Thema Wald beschäftigen“, sagte Ziegler.

Gastgeberin Gloria Fürstin von Thurn und Taxis sprach von „ideologischen Irrlehren“, die den Waldbesitzern das Leben schwer machten und denen es „mit Inspiration, Kraft und guter Laune zu begegnen“ gelte. Diese Waldgegner - „Bund Naturschutz oder ich weiß nicht, was sie alle für Namen haben“ - stellten im Grunde genommen eine Parallelveranstaltung zu den Waldbesitzern dar, obwohl sie ihre Partner sein müssten. „Nein, sie haben beschlossen, als Verhinderungsbehörden zu arbeiten. Das ist natürlich sehr bedauerlich“, sagte sie. Diesen Organisationen müsse irgendwann klar gemacht werden: „Wir sind eigentlich die echten Naturschützer.“

Das Prinzip der Nachhaltigkeit sei hier erfunden worden. Aber: „Es geht ja gar nicht wirklich um Naturschutz. Es ist ein ideologischer Kampf gegen den Besitz....Wir müssen mit Tatsachen und guten Argumenten gegenhalten“, sagte die Gastgeberin. Die Familie Thurn und Taxis ist mit rund 20 000 Hektar Wald der größte Privatwaldbesitzer Deutschlands.

Der gute Zustand der Wälder im Land sei das Werk der Praktiker vor Ort, die mit bewährten Verfahren die Bestände pflegen und nutzen, sagte Präsident Ziegler. „Deswegen wenden wir uns auch massiv gegen Bestrebungen, die Bewirtschaftung unserer Wälder einzuschränken oder aufzugeben. Bewirtschaftungsverzicht im Wald ist mit unserem Eigentum nicht zu machen.“

Der Klimawandel sei eines der großen Themen, sagte Referent Christian Kaul vom Waldbesitzerverband im Vorfeld der Jubiläumsveranstaltung. Der Klimawandel betreffe die Waldbesitzer in zweifacher Hinsicht: Er belaste die Wälder und zugleich seien die Wälder Teil der Lösung, um den Klimawandel aufzuhalten. Waldbesitzer müssten ihre Wälder im Zuge des Klimawandels zu Mischwäldern umbauen, so Kaul. So seien Fichten besonders anfällig bei Sturm und hielten auch Wärme und Trockenheit nicht so gut aus. Die Tanne beispielsweise sei ein wichtiger Ersatz für die Fichte. Der Waldumbau koste die Waldbesitzer Geld, „dabei haben sie den Klimawandel nicht verursacht“. Deswegen erhoffen sie sich weiterhin finanzielle und fachliche Unterstützung der Politik.

Denn die Wälder dienten nicht nur dem Eigenbedarf ihrer Besitzer, betonte Kaul. Vielmehr stelle die Gesellschaft Ansprüche an die Wälder - nicht nur als wichtigen Faktor im Kampf gegen den Klimawandel, sondern auch in den Bereichen Erholung, Freizeit, Wildniserlebnis.

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