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Fernsehen

Bayerischer Fernsehpreis: Brückner und Jentsch ausgezeichnet

Kollegial und harmonisch - so könnte man die Stimmung auf dem Bayerischen Fernsehpreis am Freitag in München beschreiben. Ein Preisträger nimmt Gastgeber Ministerpräsident Markus Söder aufs Korn.

  • Schauspielerin Julia Jentsch erhält bei der Verleihung des Bayerischen Fernsehpreises den „Blauen Panther“. Foto: Tobias Hase
  • Schauspieler Hape Kerkeling wurde bei der Verleihung des Bayerischen Fernsehpreises mit dem Ehrenpreis ausgezeichnet. Foto: Tobias Hase

München.Julia Jentsch ist für ihre Rolle in der ARD-Serie „Das Verschwinden“ beim Bayerischen Fernsehpreis als „Beste Schauspielerin“ ausgezeichnet worden. Die Kategorie „Bester Schauspieler“ gewann Maximilian Brückner für seine Rolle als bayerischer Provinz-Bürgermeister in der BR-Serie „Hindafing“. Die Macher der Serie, die Produktionsfirma „Neuesuper GmbH“, erhielten zudem den Nachwuchspreis.

Es war das 30. Jubiläum des Bayerischen Fernsehpreises. Barbara Schöneberger sang, zauberte sich auf der Bühne ein neues Kleid an den Körper und führte gewohnt launig durchs Programm.

Den Ehrenpreis nahm Komiker und Autor Hape Kerkeling für seine Wandlungsfähigkeit und Vielseitigkeit entgegen. Kerkeling bedankte sich nach langem Stehklatschen des Publikums mit politischer Note. Seine Arbeit sei nur in einem Land mit freiheitlich-demokratischer Ordnung und kultureller Vielfalt möglich gewesen. „Meine treuesten Fans waren oft die Einwanderer in diesem Land.“

Ministerpräsident Markus Söder (CSU) übergab dem 53-Jährigen die Auszeichnung und fand große Worte für den Preisträger: „Sie sind eine beeindruckende Persönlichkeit, eine vielschichtige Persönlichkeit“, eine „Legende“. Kerkeling habe schon Preise gewonnen, da sei er, Söder, nicht mal im Landtag gewesen. „Er wird wahrscheinlich noch Preise gewinnen, wenn ich nicht mehr im Landtag bin.“

Kerkeling war - wie gewohnt - schlagfertig: Als er gehört habe, er bekomme den Ehrenpreis des bayerischen Ministerpräsidenten, habe er gedacht: „Kruzifix“. „Ich finde es ist eh schon ein Kreuz mit dem Finanzamt, was muss da noch eins hängen“, sagte Kerkeling in Anspielung auf den Beschluss Söders, dass in Zukunft in allen staatlichen Behörden Bayerns im Eingangsbereich ein Kreuz hängen muss. „An Herrn Söders Stelle hätte ich auch gleich noch den Knoblauch dazu gehängt“, sagte Kerkeling weiter.

Auch das umstrittene Polizeiaufgabengesetz in Bayern war Thema an dem Abend: Auf dem roten Teppich hatten mehrere Gäste der Gala Zettel in der Hand, die sich gegen das umstrittene Gesetz richteten. Auch Michael Mittermeier ließ Kritik anklingen. In seiner Laudatio zur Verleihung des Preises in der Kategorie Unterhaltung an den Komiker Thomas Hermanns sagte Mittermeier, Hermanns bekomme den Preis „konkret“ und „nach altem Recht“. In dem neuen Polizeigesetz ginge es ja auch anders, sagte Mittermeier und spielte auf den Begriff der „drohenden Gefahr“ in dem neuen Gesetz an.

Den Sonderpreis erhielt die Fernsehserie „Babylon Berlin“ von Tom Tykwer, Henk Handloegten und Achim von Borries. Für die beste Regie wurden Claudia Garde („Eine gute Mutter“; „das Nebelhaus“) und Christian Schwochows („Bad Banks“) geehrt. Der Bayerische Fernsehpreis wird seit 1989 von der Staatsregierung vergeben. In 13 Kategorien wurden Filme, Serien und Reihen ausgezeichnet. Das Preisgeld summiert sich auf 110 000 Euro. Die Aufzeichnung der Preisverleihung wird am Sonntag auf RTL ausgestrahlt.

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